Geldnot machte Familienvater zum Bankräuber

An Rhein und Ruhr..  Bei seinen Opfern entschuldigt er sich. Doch die Mitarbeiterin der Sparkasse Essen weist das zurück. Zweimal war sie von ihm mit der Pistole bedroht worden. „Ich akzeptiere das nicht“, kommentiert sie gestern vor dem Landgericht Essen seine Entschuldigung.

Eigentlich wirkt der Gelsenkirchener Michael B. sympathisch. Wären da nicht die vier bewaffneten Überfälle, die Staatsanwalt Marc Blomenkämper dem 54-Jährigen vorwirft. Zwischen dem 22. Januar und dem 25. Februar baute er sich viermal vor dem Kassenschalter einer Sparkassenfiliale auf, bedrohte die Kassierer mit einer Spielzeugpistole, einer scharfen Schusswaffe erschreckend ähnlich. Rund 16 000 Euro erbeutete er.

Die Serie begann in Bottrop-Kirchhellen, wo er 5000 Euro bekam. Der nächsten Überfall war in Essen-Karnap am 20. Februar. Fünf Tage später tauchte er in einer anderen Bottroper Sparkasse auf, die er ohne Beute verließ. Knapp 20 Minuten später ist er wieder in Karnap und erbeutet 2825 Euro.

Nachdem Fotos von den Überwachungskameras veröffentlicht werden, kommt schnell ein Hinweis aus seiner Verwandtschaft: Michael B. muss der Täter sein.

Finanzielle Not, Sorge um seine Familie gibt er auf der Anklagebank als Motiv an. Wegen zweier Bandscheibenvorfälle hätte er den Job verloren. Für die Miete fehlte ihm das Geld. Mit dem Raub will er Schulden und die Miete bezahlt haben.

Er versucht, den Opfern die Angst zu nehmen: „Ich kann Ihnen sagen, dass von mir keine Gefahr ausgegangen wäre.“ Andererseits ist da auch die Vergangenheit des Angeklagten, der ein Vorstrafenregister mit 17 Einträgen aufweist, darunter eine Verurteilung des Landgerichts Bochum zu neun Jahren Gefängnis wegen einer Serie von Überfällen auf Tankstellen und Spielhallen.

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