„Gefährliche Pflege“: Heim soll schließen

Bonn..  Nach dem Tod von zwei Bewohnern eines Bonner Seniorenheimes ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung. Das bestätigte die Behörde gestern. Zu Medienberichten, bei den Ermittlungen gehe es um das falsche Verabreichen von Medikamenten, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft nichts. Im Heim waren - wohl schon vor mehreren Monaten - ein 70 und ein 75 Jahre alter Mann gestorben.

Mitte Januar hatte es in dem Heim eine Begehung gegeben. Danach waren in der vergangenen Woche 65 der 95 Bewohner verlegt worden. Die Stadt Bonn als Aufsichtsbehörde hatte die Schließung des Hauses wegen „gefährlicher Pflege“ angeordnet. Darunter können Probleme bei der Medikamentierung, aber auch Wundliegen fallen. Der Betreiber, die Dortmunder Senator GmbH, klagt gegen die Anordnung, wie eine Sprecherin bestätigte. Sie bezeichnete die Schließung erneut als „unverhältnismäßig“. Senator betreibt Senioren- und Pflegeeinrichtungen in ganz NRW. Gestern wohnten noch 30 Menschen in dem Heim. Sie sind nach Aussagen einer Stadt nicht schwer pflegebedürftig. Eine Frist zur Heimschließung verstrich gestern. Die Stadt will eine gerichtliche Anordnung erwirken.