Gäste des WDR2-Festivals warteten eine Stunde auf Getränke

Gedränge am Bierwagen: Teilweise mussten die Konzertgäste bis zu einer Stunde auf ein Getränk warten. Foto: WAZ
Gedränge am Bierwagen: Teilweise mussten die Konzertgäste bis zu einer Stunde auf ein Getränk warten. Foto: WAZ
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Was wir bereits wissen
Ein gravierendes Ärgernis hat vielen Besuchern die Freude am sonst famosen Festival "WDR2 für eine Stadt" verdorben: Die mangelhafte Getränkeversorgung wurde in der Hitze zum ernsten Problem. Besonders sauer waren die Gäste, die für ihre Kinder Getränke kaufen wollten.

Dorsten.. Die zehn Getränkestände erweisen sich als zu wenig, sie sind in Fünferreihen dicht umlagert, das Personal ist von dem Andrang sichtbar überfordert. Viele Durstige warten eine Stunde, bis sie etwas zu trinken ergattern können. „Das geht nicht“, sagt Sven Weber, der 45 Minuten auf ein Getränk gewartet hat. Er ist nicht der einzige. Besonders stinkig sind alle, die etwas zu trinken für Kinder möchten. Denn Kinder haben spontan Durst. Nur schleppend wird Nachschub an die Wagen geliefert. Und das im Wortsinn. Immer wieder müssen Helfer sich durchdrängeln, eine Getränkekiste links, eine rechts am Arm.

Weil sie keine Lust haben auf Getränke-Gedränge und auch nicht auf einen Kreislaufkoller, verlassen viele Besucher das Konzert vorzeitig oder machen zumindest einen Abstecher zur Halterner Straße, wo Kneipen und Läden durch geöffnete Fenster ausschenken. Nicht alle trauen sich den Umweg. Sie fürchten, danach nicht mehr aufs Gelände gelassen zu werden.

Mitnahmeverbot für Flaschen am Abend aufgehoben

Thomas Hein, der die Konzession für den Getränkeausschank vom WDR erworben hat, spricht am Abend selbst von einer „Katastrophe“. Allerdings sei er froh, dass er überhaupt zehn Getränkestände buchen konnte. „Das war nämlich das Wochenende, an dem man keine bekommen hat.“ Quer durchs Land gab es etliche Großveranstaltungen mit durstigen Besuchern. Und mehr als arbeiten konnten die Teams an den Zapfhähnen auch nicht, nimmt er seine Mitarbeiter in Schutz.

Am Abend orderte er noch einen Lastwagen Getränke nach und besorgte zusätzliches Personal. Das Verbot, Flaschen mit aufs Gelände zu bringen, wurde aufgehoben. Mit dem Verteilen von Gratisgetränken gab’s schließlich noch eine kleine Entschuldigung bei Besuchern. Die Feuerwehr spendierte kalte Duschen. DRK-Helfer behandelten 60 Personen (sechs davon mussten ins Krankenhaus) – fast ausnahmslos wegen Kreislaufproblemen. Das klingt viel, sei für eine solche Großveranstaltung aber nicht ungewöhnlich, sagt Feuerwehrsprecher Markus Terwellen.