Frühjahrsmüde auf Tschuri

Erinnern Sie sich noch an Hademar Bankhofer? Der Wiener Professor hat mal lange Jahre eine Gesundheitskolumne in der NRZ geschrieben. Von ihm erfuhren wir, dass der Verzehr von vielen Bananen glücklich macht. Und dass der Sud von Eichenrinde gegen Entzündungen im Mund hilft, wenn man damit gurgelt.

Der Professor hatte stets auch gute Tipps gegen die Frühjahrsmüdigkeit: „Öffnen Sie beengende Kleidungsstücke, stellen Sie sich in sauerstoffreicher Luft – im Freien oder am Fenster – locker hin. Beim Einatmen heben Sie seitlich die Arme hoch und dehnen Sie den Brustkorb. Beim Ausatmen senken Sie die Arme...“

Nicht jedem, der jetzt ein wenig schläfrig ist, kann dieser Tipp helfen. Was macht man gegen die Frühjahrsmüdigkeit, wenn gar kein Sauerstoff da ist. Weil man, zum Beispiel, gerade auf dem Kometen Tschuri durchs Weltall saust. Da ist die Luft nicht nur dünn. Sie ist gar nicht da. Gestern sollte Raumsonde „Rosetta“ den zweiten Versuch starten, Kontakt zum Landeroboter „Philae“ auf dem fernen Kometen aufzunehmen. Das Team des Kontrollzentrums beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt wartete gespannt. Die Experten dämpften aber die Erwartungen: Wahrscheinlich wache „Philae“ erst im Mai oder Juni auf. Er muss noch Sonne tanken.

Immer dann, wenn der Wecker am Montagmorgen klingelt, wäre mancher von uns ganz gerne ein frühjahrsmüder Roboter...