Feuerwehr Dormagen wirbt mit "dicken Hupen" um Nachwuchs

Die Feuerwehr Dormagen setzt auf ungewöhnliche Wege bei der Mitgliederwerbung.
Die Feuerwehr Dormagen setzt auf ungewöhnliche Wege bei der Mitgliederwerbung.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Dass es für die Feuerwehren immer schwieriger wird Nachwuchs im Freiwilligendienst zu finden, ist bekannt. Dass die Retter mit anzüglichen und zweideutigen Texten werben, ist neu. Die sexy Postkarten haben der Dormagener Feuerwehr jedenfalls 15 neue Freiwillige beschert und das in nur vier Tagen.

Essen/Dormagen.. Viele Feuerwehren beklagen das sie große Schwierigkeiten haben Nachwuchs im Freiwilligendienst zu finden. Den Dormagener Rettern geht es da nicht anders. Deshalb hat die örtliche Feuerwehr 9000 Postkarten an junge Dormagener zwischen 16 und 30 Jahren geschickt, die Aufmerksamkeit erregen sollten. Und das ist gelungen. In nur vier Tagen haben sich 15 Interessierte angemeldet, die der Feuerwehr als Freiwillige helfen wollen. Die Jahresquote liegt normalerweise bei zehn Bewerbern. Allerdings gibt es auch Kritik für die Postkarten mit den anzüglichen Texten.

Dicke Hupen und lange Schläuche

Mit Sprüchen wie "Wir haben die dicksten Hupen...die längsten Schläuche...und wollen mehr als nur ein kurzes Abenteuer" und mit dem Slogan "Du magst es heiß? Du steigst Anderen gerne aufs Dach? Du willst schöne Mädels retten?" wirbt die Feuerwehr für ein Engagement als ehrenamtliche Helfer. Dormagens Feuerwehrchefin Sabine Voss bekommt seither viel Lob und Kritik für die sexy Sprüche. „Frauenfeindlich“ , schimpfen die Kritiker, „Es wird diskutiert, also ist das Ziel erreicht, klasse gemacht“, schreiben andere auf der Facebook-Seite der Dormagener Feuerwehr.

Sabine Voss wusste, dass die Kampagne polarisieren würde und hat es auch gar nicht anders gewollt. "Bundesweit wurden bereits Millionen für Feuerwehr-Werbungen ausgegeben, aber gebracht hat es meist nichts. Wir wollten keine 0815-Werbung und haben uns deshalb etwas eigenes ausgedacht", erklärt die Feuerwehrchefin. Und die Resonanz sei "gigantisch".