Fernuni Hagen kooperiert mit Olympiastützpunkten
01.02.2012 | 15:34 Uhr 2012-02-01T15:34:00+0100
Hagen. Die Hagener Fernuniversität hat mit allen 19 deutschen Olympiastützpunkten einen Kooperationsvertrag abgeschlossen, um Spitzensportlern bessere Möglichkeiten einer akademischen Ausbildung anbieten zu können.
Die Hagener Fernuniversität will durch eine Kooperation mit den 19 Olympiastützpunkten, um Spitzensportlern die akademische Ausbildung zu erleichtern. Der Vertrag wurde am Mittwoch von Fernuni-Rektor Prof. Helmut Hoyer und dem Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, Dr. Michael Vesper, in Hagen unterzeichnet.
„Wir wollen die Verbindung von Studium und sportlicher Karriere stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, vor allem aber der Betroffenen rücken. Und wir wollen darauf verweisen, dass ein Fernstudium für Spitzensportler ein optimales Angebot zur akademischen Ausbildung bedeutet.“ Hagens Fernuni-Rektor Prof. Helmut Hoyer kennt die enorme Belastung der annähernd 5000 Sportler, die an den 19 Olympiastützpunkten derzeit betreut werden. Und er weiß, dass neben dem zeitaufwändigen Training nur ein sehr flexibles und moduliertes Studienangebot zusätzlich akzeptiert werden kann. Hier bietet die Fernuniversität mit weitgehend freier Zeit- und Ortswahl während des Studierens beste Möglichkeiten.
Ingo Kindervater, Badmintonnationalspieler, studiert derzeit Wirtschaftswissenschaften an der Fernuni in Hagen. Mehrere Monate im Jahr ist der Sportler rund um die Welt bei Turnieren unterwegs. Daheim übersteigt der wöchentliche Trainingsplan stets die 30 Stunden: „Ein Studium an einer Präsenzuni wäre für mich einfach ausgeschlossen“, erzählt er: „Durch die Fernuni habe ich quasi meinen Studienalltag immer dabei, egal wo ich bin und zu welcher Zeit ich mich meinen Studienaufgaben widmen möchte. Meine Sportkollegen, die sich an herkömmlichen Hochschulen eingeschrieben haben, verpassen viele Seminare und Vorlesungen. Da dauert das Studium enorm lang oder wird ohnehin abgebrochen.“
Dr. Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, sieht die „duale Karriere“ der Spitzensportler als zunehmend wichtig. „Annähernd 50 Prozent unserer Spitzensportler für Olympia sind Studenten. Für sie alle kommt irgendwann die Weggabelung, die Entscheidung, was mache ich nach dem Sport?“, erklärt der Funktionär. „Die neue Kooperation mit der Hagener Fernuni verspricht keineswegs ,Studium light’, doch eine echte Chance, Sport und berufliche Karriere miteinander machbar zu verbinden.“
Auch Eberhard Gienger, früherer Top-Turner und heutiges Mitglied im Bundestag sowie im Fernuni-Beirat, weiß von Klagen der Spitzensportler, denen ein sinnvolles Studium neben dem Training unmöglich ist. Hier könnte mit dem Hagener Fernuni-Angebot tatsächlich eine Alternative greifen, ist er überzeugt
Zur Zeit studieren lediglich 20 junge Frauen und Männer aus dem Spitzensportbereich in Hagen. Angesichts von 5000 Olympiastützpunkt-Angehörigen eine viel zu geringe Zahl, wie nicht nur Rektor Hoyer meint. Michael Scharf, Leiter der Olympiastützpunktes Rheinland, erhofft sich künftig von den verpflichtenden Berufsberatungen an den jeweiligen Stützpunkten eine deutlich höhere Aufklärungsquote und entsprechende Attraktivitätssteigerung für die Hagener Fernuni-Variante. Gerade hier soll der Kooperationsvertrag fruchtbar greifen und den akademischen Nachwuchs in diesem Sinne zusätzlich motivieren. Aussdrücklich bekennt sich daher auch Michael Scharf „zum deutschen Weg der dualen Karriere“ für Spitzensportler mit Olympia-Hintergrund: „Ich glaube, dass heute ein richtig guter Tag für den deutschen Sport ist“, sagte Scharf bei der Vertragsunterzeichnung in Hagen. Und da mochte ihm wirklich niemand widersprechen.

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