Fast 1500 Unfälle durch Tief "Karin" - Wochenende bleibt kalt

Schnee am Niederrhein: Auf der A 57 staute sich der Verkehr.
Schnee am Niederrhein: Auf der A 57 staute sich der Verkehr.
Foto: Bernd Lauter/WAZFotoPool
Der Schneeeinbruch in NRW hat am Freitag auf den Straßen insgesamt für fast 1500 Unfälle gesorgt. Am Flughafen Düsseldorf fielen zahlreiche Flüge aus. Das Wochenende soll kalt werden, sagen Meteorologen. Vor allem am Samstagmorgen drohen glatten Straßen.

An Rhein und Ruhr.. Nach dem Schnee-Fall von Freitag, steht in NRW ein kaltes Wochenende bevor. Tief Karin soll am Samstag erstmal ohne größere Schneefälle auskommen. Am Sonntag sagen die Meteorologen allerdings wieder Schnee voraus. In NRW hatte das Wetter am Freitag zwischen 8 Uhr morgens und 4 Uhr nachts für zusammen fast 1500 Verkehrsunfälle gesorgt.

65 Menschen seien bei den Unfällen zwischen Rhein und Weser leicht verletzt worden, bilanzierte das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) am Samstagmorgen. Ansonsten sei es bei Blechschäden geblieben - diese summierten sich laut Polizei allerdings auf 3,2 Millionen Euro. Insbesondere der Berufsverkehr sei "erheblich" beeinträchtigt gewesen.

Wochenende wird kalt, Schnee fällt wieder Sonntag

Autofahrer sollten auch am Samstag noch vorsichtig und "den Witterungsbedingungen angepasst" fahren, warnt das LZPD. Der Samstag beginnt mit glatten Straßen. Auch mit Blick auf das Thermometer sprechen die Wetterkundler von einem "Eistag", erklärte ein Experte vom Wetterdienst Meteomedia am Abend. Die Temperaturen bleiben landesweit unterhalb des Gefrierpunkts. In der Nacht zu Samstag werden in einzelnen Landesteilen sogar Werte bis Minus elf Grad erwartet.

Der Sonntag dürfte vereinzelt wieder Schneefälle mit sich bringen, der Wind nimmt zu. Im Flachland wird der Schnee aber eher zu Regen werden. Auch am Montag ist nass-kaltes Schmuddelwetter angesagt. Am Dienstag könnte es wieder Schnee geben.

Viele Unfälle im Raum Düsseldorf, defekte Lkw auf der A1

Nicht ganz so früh wie gedacht, aber noch vor Sonnenaufgang fielen am Freitagmorgen die ersten Flocken. Von Westen nach Osten färbte "Karin" weite Teile von Nordrhein-Westfalen weiß ein. Gegen 8 Uhr hatte es in Düsseldorf und Kleve, Mönchengladbach und Köln begonnen zu schneien, sagt Oliver Klein von Meteomedia, im Laufe des Vormittags tanzten auch in Duisburg und Essen dicke Flocken. Bis zum Siegerland reichten die Schneefälle.

Der Schnee hat die Straßen glatt gemacht: 726 Verkehrsunfälle hatte die Polizei am Freitagabend gezählt, bis zum frühen Samstagmorgen waren es bereits mit 1438 rund doppelt so viele.

Straßen.NRW mit Räum- und Streufahrzeugen unterwegs

Zu insgesamt 114 Verkehrsunfällen (23 davon auf den Autobahnen) wurden etwa die Beamten des Polizeipräsidiums Düsseldorf gerufen. Zwei Menschen wurden leicht verletzt, bei allen anderen Unfällen handelte es sich um Blechschäden. Den Gesamtsachschaden schätzten die Beamten auf etwa 190.000 Euro. An einem Wochentag ohne besondere Wetterlage nehme die Polizei innerhalb von 24 Stunden in Düsseldorf im Schnitt 100 Verkehrsunfälle auf.

Rund 2000 Straßenwärter stehen im Dienst von Straßen.NRW: Ein großer Teil von ihnen wird im Lauf des Tages im Einsatz sein, sagt Bernd Löchter, Sprecher des Landesdienstes. Räum- und Streufahrzeuge seien unterwegs; und davor, dass das Salz ausgehen könnte, hat in diesem Winter niemand Angst: mit 220.000 Tonnen Streusalz lagern in NRW in dieser Saison rund 100.000 Tonnen mehr als im vergangenen Winter.

Bahn meldet keine größeren Störungen

46 Kilometer Stau und stockenden Verkehr meldete der Verkehrsservice des WDR am Nachmittag, ausnehmend lange Verkehrsbehinderungen waren nicht dabei. Am Vormittag waren auf der A1 von Dortmund in Richtung Köln mehrere defekte Lkw liegengeblieben.

Die Bahn meldete keine größeren Störungen. Ein Sprecher aus Düsseldorf sagte, die S-Bahn-Linie 6 habe "hier und da" Verspätungen gehabt und auf der Linie der S11 sei es wegen einer Weichenstörung zu Verzögerungen gekommen, aber "im Großen und Ganzen" habe es keine größeren Probleme gegeben

Flughafen Düsseldorf hat bis Abend 76 Starts und Landungen gestrichen

Nicht nur auf der Erde, auch in der Luft gab es Verkehrsprobleme: Wegen des Schneefalls meldete der Düsseldorfer Flughafen Verzögerungen im Luftverkehr. Insgesamt 76 Starts und Landungen in Düsseldorf seien bis zum Abend gestrichen worden, so ein Sprecher – auch aufgrund der Situation an anderen europäischen Flughäfen. Fluggäste müssten mit Verspätungen von bis zu eineinhalb Stunden rechnen.

"Der Winterdienst des Flughafens ist in voller Stärke im Einsatz", so der Sprecher, alle Positionen zur Flugzeugenteisung seien besetzt. Insgesamt seien für den heutigen Tag rund 600 Flugbewegungen am Düsseldorfer Airport geplant. Der Flughafen bitte Passagiere, die noch am Freitag von Düsseldorf starten möchten, sich vor ihrer Anreise zum Airport für aktuelle Fluginformationen an ihre Airline oder an ihren Reiseveranstalter zu wenden.

Fußballverband Niederrhein sagt Spiele fürs Wochenende ab

Wegen des Schnees haben im Zuständigkeitsbereich des Fußballverbandes Niederrhein am Wochenende von den Nachwuchskickern bis hin zu den Spielern der Oberliga Niederrhein allesamt spielfrei. In Anbetracht der Platzverhältnisse haben der Jugendausschuss und der Fußballausschuss des in Duisburg ansässigen Verbandes am Freitagmorgen entschieden, alle Spiele abzusagen. Das bestätigte FVN-Geschäftsführer Rainer Lehmann auf Anfrage der WAZ Mediengruppe am Freitag.

Die Nacht zu Samstag wird kalt, Schnee bleibt liegen

Obwohl die Thermometer im Rheinland am Samstagmorgen auch noch über den Gefrierpunkt kletterten, kann die weiße Pracht liegenbleiben. "Der Schnee wird sich halten", meint Meteorologe Oliver Klein: "Es wird eine kalte Nacht und am Samstag tagsüber höchstens minus 1 Grad"; dazu kann es sonnig werden - schönstes Winterwetter eben. (moi)