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Factory-Outlet-Center in Ochtrup ist wieder geöffnet

30.08.2012 | 17:01 Uhr
Factory-Outlet-Center in Ochtrup ist wieder geöffnet
Am Donnerstag wurde in Ochtrup das Factory-Outlet-Center eröffnet. Im westfälischen Stil erbaut, beherbergen Giebelhäuser und Gründerzeitfassaden 65 Läden mit mehr als 100 Marken.Foto: Matthias Graben

Ochtrup.  NRWs einziges Factory-Outlet-Center ist am Donnerstag im münsterländischen Ochtrup wiedereröffnet worden. In den vergangenen zwei Jahren wurde es auf rund 17 000 Quadratmeter ausgebaut und bietet jetzt 65 Shops. Das Angebot umfasst Mode, Accessoires, Spiel- und Haushaltswaren und Glas.

Die Konkurrenz mag sich fürchten, der Kunde freut sich: Nordrhein-Westfalen hat sein erstes Factory-Outlet-Center. Man muss jetzt nicht mehr nach Amerika oder mindestens nach Mechelen oder Roermond, um billig B-Ware zu kriegen oder Ladenhüter oder Gutes von gestern; es reicht, rechts abzufallen vom Ostfriesenspieß: Da liegt Ochtrup, roter Münsterländer Ziegelort, der zwischen Bahnhof und Stadtkern ein bisschen Prinzipalmarkt nachgebaut hat.

Eine gepflegte Fußgängerzone vor hübschen Fake-Fassaden, über 100 Marken dahinter. Kein „monotones Zentrum mit Dach“, sagt Marketing-Chef Ulrich Nordhorn unschuldig und denkt ganz offensichtlich an die Einkaufstempel des Ruhrgebiets, sondern „städtisches Flair, wie es sein sollte“.

Massen-Kassenabfertiigung bei Damenmoden

„Am Anfang ist es immer Show“, glaubt Sandra Winkler, zu Besuch in der Gegend, sie sitzt mit Thermoskanne auf einer Bank und meint: Die Leute sehen sich erstmal um und sondieren die Angebote – doch dann sieht man sie die ersten Taschen zum Auto schleppen, Kofferraum auf, zu und weitermachen. Massen-Kassenabfertigung bei Damenmoden, Tür-Stau bei den Schuhen, und ausgerechnet im Handtaschen-Laden geht das Kartenlese-Gerät nicht.

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Mit einer Menschenkette demonstrierten Bürger in Duisburg gegen ihre geplante Umsiedlung wegen eines Outlet-Neubaus.

Die Bluse von 39,99 auf 20 Euro runtergesetzt, die Lederjacke für 60 (vorher 199,95), die Stiefeletten zu 84, früher 120 Euro. Fünf Damenslips im Design eines rosa Leoparden kosten 7,50 Euro. „Kauf 3, zahl 2“, 30 Prozent auf alles; vieles ist Eröffnungsbonbon, was günstig ist, „ergibt sich immer aus dem Vergleich“, weiß Frau Winkler. Auffällig ist: Die Besucher sind hier durchweg schon modisch gekleidet, wenn sie kommen.

Was, wen und vor allem wie viele sie in Ochtrup zum Start des „FOC“ erwartet haben, ist klar: Schon im Umkreis von mehreren Kilometern hängen neue Halteverbotsschilder an allen Zuwegen, zur Eröffnung regelt die Polizei mit einem Großaufgebot den Verkehr, hat die Innenstadt komplett gesperrt. Die Karte, mit der der Fabrikverkauf für sich wirbt, rückt das Land zusammen: Da liegen Gelsenkirchen, Oberhausen, Dortmund quasi gleich bei Münster nebenan. „Ganz klar unser Einzugsgebiet“, sagt Ulrich Nordhorn. „70 Minuten Fahrzeit“, die braucht man von Essen nicht einmal.

Outlet-Center wurde auf das Fünffache aufgestockt

Und der Parkplatz gibt den Planern Recht. Viel Region steht da am Morgen, dazu der Raum Enschede gleich jenseits der niederländischen Grenze, später kommt das Ruhrgebiet: Dortmund, Unna, Bochum, Recklinghausen, aus Marl nahen Peter Drax und Claudia Hasselwander, Markenklamotten für vier Kinder suchen.

Esprit baut neuen Outlet

Die Parkplatzwächter sind sowieso aus Gelsenkirchen. Drinnen ist es, wie es immer ist: Männer bewachen geduldig Tüten, ihre Frauen sind beim Anprobieren. „Bei uns in der Stadt kriegen die so was nicht hin“, sagt ein Wartender, „einer musste ja anfangen.“

Dabei ist es ja nicht einmal so, dass Ochtrup neu wäre. Ganze dreieinhalbtausend Quadratmeter hatte es längst, hat nach einem Gerichtsentscheid jetzt bloß aufgestocken dürfen auf das Fünffache. Und will damit mehr Kunden ziehen von weither her – und Touristen. Solche, die aus der Rückreise aus dem Nordsee-Urlaub Station machen. Und solche, die ohnehin mal ins Münsterland wollten: „Die bleiben zwei, drei Stunden, dann gehen sie Fahrrad fahren“, glaubt Nordhorn.

Outlet-Center in Duisburg

Während ihn ein Kunde aus Rheine lautstark Lügen straft: „Pro Stunde drei Geschäfte, und dann überleg mal, wie lange dat dauert!“ – Zwischen 65 Geschäften wirbt ein Hotel aus der Gegend für ein Shopping-Wochenende...

Annika Fischer

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Kommentare
04.09.2012
14:14
Irgendwann gibts immer die Quittung
von AHAHAHAH | #4

Jetzt werden nach den mittleren auch immer mehr die grossen Städte die Quittung für ihre besucherfeindliche Abzocke durch überteuerten Parkraum, übereifrige Politessen und politischen geprägten Umweltplaketten bekommen !

31.08.2012
11:46
Factory-Outlet-Center in Ochtrup ist wieder geöffnet
von Schroedinator | #3

Ja ist doch prima, wenn ich für eine Hose statt 80 nur 50 oder 40 € bezahlen muss, dann rechnet sich ein gewisser Weg. Das ist natürlich unverständlich für die ständig miesepetrige Häkelsöckchen-Fraktion und die "Umweltretter/**************".
Klar im Internet bekommt man ja auch alles. Diese Waren kommen natürlich ganz umweltbewusst auch per Brieftaube geflogen oder bilden sich spontan aus einer Ansammlung verschiedener Moleküle direkt neben dem Bildschirm. Ob´s dann passt? Wer weiß! Aber man kanns ja wieder zurückschicken und neu ordern. Alles ganz umweltfreundlich per Internet und Brieftaube natürlich. Weil Lieferfahrzeuge benutzen Internetversandhändler ja nicht.

Es sei doch jedem selbst überlassen, wo und wieso man sein geld ausgibt. Man muss doch nicht alles verteufeln nur weil es nicht gerade nach dem eigenen Gusto geht.

31.08.2012
09:33
Factory-Outlet-Center in Ochtrup ist wieder geöffnet
von Otto99 | #2

Factory-Outlet-Center? Ist das in England, oder ist das Wort "Fabrikverkaufszentrum" zu profan?

30.08.2012
18:42
Wahnsinn, der Sprit ist scheinbar noch zu billig!
von radfahrer.ruhr | #1

Donnerwetter, was der Käufer da spart in um einer künstlichen Kullisenstadt die gleichen Sachen zu kaufen, die auch es in den diversen Einkaufszentren der umliegenden Städte und im Internet auch gibt.

Bei immer weiter steigenden Kosten für Kraftstoffe wäre sicherlich die konzentrierte Ansiedelung von 1-Euro-Geschäften in diesem Center eine lohnende Geschäftsidee, wenn das immer knapper werdende Haushaltseinkommen auf der Fahrt zu diesem Center schon sich durch den Auspuff verabschiedet.

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