Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Region

Eintauchen in die Parallelwelten von Cornelia Funke

17.01.2013 | 16:36 Uhr
Foto: /dapd/Tim Schulz

In der Zeichenwelt von Cornelia Funke steigen Schattenfiguren aus einem aufgeschlagenen Buch, zwei Feen schwimmen in einem Teich, der über und über mit Seerosen bedeckt ist. Und in die Kreidefelsen auf Rügen sind die Köpfe von mächtigen Herrschern gemeißelt. Raben und Eidechsen, Drachen und Bären tummeln sich auf ihren Bildern.

Oberhausen (dapd-nrw). In der Zeichenwelt von Cornelia Funke steigen Schattenfiguren aus einem aufgeschlagenen Buch, zwei Feen schwimmen in einem Teich, der über und über mit Seerosen bedeckt ist. Und in die Kreidefelsen auf Rügen sind die Köpfe von mächtigen Herrschern gemeißelt. Raben und Eidechsen, Drachen und Bären tummeln sich auf ihren Bildern. Ob mit Tusche, Bleistift oder in Aquarellen - fast alle ihre Bücher hat die erfolgreiche Kinder- und Jugendbuchautorin selbst illustriert.

"Sie ist eine große Erzählerin, und das auch in ihren Bildern", sagt die Direktorin der Ludwig-Galerie, Christine Vogt. "Sie schafft mit ihren Büchern Parallelwelten, die auch für Erwachsene spannend sind." Im Schloss Oberhausen soll von 20. Januar bis 20. Mai die Ausstellung "Cornelia Funke. Tintenherz, Wilde Hühner und Gespensterjäger" zeigen, dass die inzwischen in den USA lebende Funke nicht nur eine erfolgreiche Schriftstellerin, sondern auch eine herausragende Zeichnerin ist. Bevor sie selbst schrieb, bebilderte die ausgebildete Illustratorin Bücher anderer Autoren und zeichnete einige Jahre für die Zeitschrift "Brigitte" die Kinderseite.

Zeichnungen aus allen Schaffensperioden

"Wir können aus allen Phasen ihrer zeichnerischen Tätigkeit Werke im Original präsentieren", sagt Vogt. Mehr als 400 Zeichnungen sind es, geordnet nach den verschiedenen Büchern. Sie zeigen die Bandbreite der in Dorsten (Kreis Recklinghausen) geborenen Zeichnerin, die für ihre Kinderbücher wie "Die wilden Hühner" und "Gespensterjäger" noch bunte, humorvolle Illustrationen machte. Und die später für die Romane "Reckless. Steinernes Fleisch" und "Lebendige Schatten" tief in die Märchen- und Mythenwelt eintaucht und mit einem weichen Bleistift in vielen Strichen und mit vielen Grautönen mittelalterliche Städte und Figuren zum Leben erweckt.

Mit dem Buch "Die große Drachensuche", das 1988 erschien, begann Funke selbst zu schreiben. "Sie erzählt immer, dass sie die Geschichten, die sie illustrieren sollte, oft langweilig fand", berichtet Vogt. "Da würde ihr etwas Besseres einfallen." Und das ist es wohl tatsächlich: Nach mehreren Kinderbüchern brachte ihr der Jugendroman "Herr der Diebe", der im Jahr 2000 erschien, den internationalen Durchbruch. Viele ihrer Bücher sind ausgezeichnet worden, mit der Tintenwelt-Trilogie hat sie internationale Bestseller geschrieben. Im Jahr 2008 erhielt Cornelia Funke sogar das Bundesverdienstkreuz.

Ludwig-Galerie hofft auf eine Lesung der Autorin

Die heute 54-Jährige hat zwei Kinder, Ben und Anna. "Sie passt ihre Geschichten häufig dem Alter ihrer Kinder an", erzählt die Direktorin der Ludwig-Galerie, die die Ausstellung auch kuratiert hat. Auch ihre Zeichentechniken passe die Autorin den verschiedenen Büchern an. Das erklärt vielleicht, warum die Zeichnungen zu den Büchern mit den Jahren immer geheimnisvoller, düsterer und ausgearbeiteter wurden. "Sie ist sehr fantasievoll und man sieht an ihren Illustrationen, dass sie eine sehr gute und sehr routinierte Zeichnerin ist", schwärmt Vogt.

Ob Funke, die inzwischen in Los Angeles lebt, die Ausstellung selbst besuchen wird, steht noch nicht fest. "Wir hoffen sehr, dass sie von London aus, wo ihre Tochter studiert, mal einen kleinen Abstecher nach Oberhausen macht", sagt Vogt. Sie würde sich sehr freuen, wenn die Schriftstellerin im Rahmen der Ausstellung eine Lesung geben würde, denn: "Sie liest ihre Geschichten auch ganz toll vor."

( http://www.ludwiggalerie.de )

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Fastfood-Ketten wollen den Mindestlohn aushebeln - verstehen Sie die Empörung der Angestellten?

Fastfood-Ketten wollen den Mindestlohn aushebeln - verstehen Sie die Empörung der Angestellten?

 
Fotos und Videos
Hemer von oben
Bildgalerie
Aus der Luft
Gewalt in Flüchtlings-Unterkünften
Bildgalerie
Misshandlung
Hemer Stadtfest aus der Luft
Bildgalerie
Von oben
Hemeraner Herbsttage
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Bombe in Oberhausen-Holten ist entschärft
Evakuierung
Die Fünf-Zentner-Bombe in Holten an der Bahnstraße ist entschärft. Zuvor hatte sich der Beginn der Entschärfung verzögert: Einige Bewohner der Häuser in einem 250-Meter-Radius hatten sich geweigert, ihre Wohnungen zu verlassen. Zudem fuhren immer wieder ahnungslose Radfahrer ins Gefahrengebiet.
Folgen des Pfingststurms gefährden Martinszüge in Essen
Sturmfolgen
Die Folgen des Pfingststurms bekommen auch die Kinder zu spüren, die mit ihren Laternen bei den Martinszügen in Essen mitlaufen werden. Denn in diesem Jahr gelten strengere Auflagen: Ist der Wind zu heftig, ist laut Stadt die Gefahr zu groß, dass Äste auf die Zug-Teilnehmer fallen.
Polizei fasst Duisburger Serienbankräuber nach vier Jahren
Banküberfall
Nach vier Jahren und fünf Banküberfällen hat die Duisburger Polizei nun einen Serienbankräuber im Dellviertel festgenommen. Seit 2010 war der 59-jährige Duisburger unter anderem in Rheinhausen und Ratingen unterwegs. Ein roter Skoda brachte die Ermittler schließlich auf die richtige Spur.
Polizei Düsseldorf ermittelt mutmaßlichen Kö-Vergewaltiger
Ermittlungen
Fünf Monate nachdem eine junge Frau in der Düsseldorfer Altstadt vergewaltigt wurde, hat die Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt. Täter und Opfer hatten sich offenbar auf einem Junggesellenabschied kennengelernt. Ein gemeinsames T-Shirt brachte die Ermittler auf die Spur des 31-Jährigen.
Verbleib von Urnen muss in NRW künftig nachgewiesen werden
Bestattungen
Die Bestattungskultur wandelt sich: So gibt es gibt immer mehr Urnen-Beisetzungen. Das Land hat nun einige Regeln verschärft, die den Hinterblieben nach Ansicht von Fachverbänden Freiräume nehmen. Die Gesetzgebung erlaubt Muslimen künftig auch erstmals, eigene Friedhöfe zu betreiben.