Einfach nur in den Arm nehmen

Wer eine Quiz-Sendung vor dem Fernseher verfolgt, weiß viele Antworten. Die leichten sowieso, schwere manchmal. Ganz anders sieht es für diejenigen aus, die dem Quizmaster direkt in die Augen schauen. Und denen ein Millionenpublikum im Nacken hockt. Die Aachener Studentin Tanja Fuß hat das jetzt bitter erleben müssen. Bei Günther Jauch scheiterte sie gleich an der ersten Frage – und sah sich gestern auf den Titelseiten der Boulevard-Zeitungen wieder. Als deppertes blondes Mädchen. Dazu feixten unzählige Zeitgenossen im Internet, die meisten Kommentare waren hämisch. Das „Handelsblatt“ sah gar die deutsche Bildungsmisere entlarvt. Nun müsse das NRW-Kabinett zur Krisensitzung zusammentreten, empfahl der neunmalkluge Autor.

Man möchte diese Besserwisser am liebsten gleich zur nächsten Sendung verpflichten. Dann würden sie erleben, was schlichtes Lampenfieber und Nervosität im Kopf auslösen können.

Viel sympathischer wirkten da alle Mitmenschen, die die junge Frau gedanklich in den Arm nahmen, Trost spendeten und daran erinnerten, welche Gehirn-Ausfälle ihnen selbst schon widerfahren sind. Von öffentlichen Auftritten dürfte die Kandidatin indes die Nase voll haben. Als kluge junge Frau wird sie nun lieber weiter studieren - und Artur Schopenhauers Spruch verstehen: Die Schadenfreude ist eng verwandt mit der Grausamkeit.