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Kriminalität

Einen vom Pferd erzählt

25.09.2012 | 22:38 Uhr
Einen vom Pferd erzählt
Bringen eher selten Geld ein, kosten aber viel: Rennpferde.

Köln.   Edelrösser als Geldanlage: Frau (41) versprach tolle Renditen - die sich dann aber als lahmer Gaul entpuppten. Mehr als eine Million Euro ergaunert

Das klang toll. Mit Rennpferden lasse sich ziemlich schnell ziemlich viel Geld verdienen, versicherte eine 41-jährige Frau. Und sie, die vorgab, eine Pferdepflegerin und obendrein auch eine erfolgreiche Dressurreiterin zu sein – sie wisse auch wie: durch gezieltes Training und den späteren Weiterverkauf der Tiere. Renditen von 20 bis 30% versprach die Frau ihren Anlegern, alles Bekannte aus dem beruflichen Umfeld ihres Lebensgefährten.

Das Problem: Die 41-Jährige hat den Leuten offenbar sprichwörtlich „einen vom Pferd erzählt“. Polizisten nahmen sie am Montagabend vor ihrer Wohnung im rheinischen Brühl fest. Die Ermittler sind überzeugt, dass sie mit ihrer Masche mehr als eine Million Euro ergaunert hat. „Nach bisherigen Feststellungen ist davon auszugehen, dass sie zu keinem Zeitpunkt tatsächlich die ihr anvertrauten Summen anlegen wollte“, hieß es gestern bei der Kölner Polizei. Der 49-jährige Lebensgefährte gilt als Mittäter.

Wochenlang untergetaucht

Den Angaben zufolge machte sich die Frau den guten Ruf ihres Lebensgefährten zu Nutze. Obendrein täuschte sie die Anleger mit einem Schneeballsystem, sprich: Sie nutzte das Geld von Neuinvestoren, um anderen Geldgebern angebliche Renditen auszuzahlen.

Vor der Festnahme war die Frau mehrere Wochen untergetaucht. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnung sowie des Kölner Büros des Lebensgefährten hatten Polizisten am 4. September Beweismaterial sichergestellt. Die Ermittler gehen bislang von 12 geprellten Anlegern aus. Es gibt Hinweise auf weitere Geschädigte, die noch keine Anzeige erstattet haben - möglicherweise, weil das angelegte Geld aus unklaren Quellen stammen könnte. Die Personen seien namentlich bekannt.

Holger Dumke

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