Einbruchsopfer können nach Festnahme von Diebesbanden Beute zurückbekommen

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Was wir bereits wissen
Die Polizei hat in Wuppertal zwei Einbrecherbanden überführt, die im Ruhrgebiet auf Beutezug waren. In der Silvesternacht stiegen sie sogar in eine Wohnung ein, als die Bewohner draußen böllerten. Die Diebe entwendeten Uhren, Schmuck und Geld. Geschädigte können ihre Gegenstände nun wiederbekommen.

Wuppertal/Essen.. Wer erkennt seinen Schmuck wieder? Die Polizei müht sich, Diebesgut aus mindestens 63 Einbrüchen zuzuordnen. Polizei und Staatsanwaltschaft Wuppertal hatten zwei Einbrecherbanden hochgehen lassen. Neun der insgesamt 32 Tatverdächtigen sitzen in U-Haft und müssen nun mit Strafen von bis zu zehn Jahren Haft rechnen. Oberstaatsanwalt Tilmann Baumert spricht von einem „bedeutenden Erfolg“ gegen die Einbruchskriminalität. Neue Ermittlungsmethoden hätten ihn möglich gemacht.

Uhren, Ketten, Broschen, Elektronik, aber auch Modeschmuck und Geldscheine aus der Inflationszeit: Bei ihren Einbrüchen haben die Täter mitgenommen, was sie finden konnten. Der Gesamtschaden beträgt bisher mehr als 50.000 Euro. Eine Liste der Gegenstände hat die Polizei Wuppertal ins Internet gestellt. Auch mehrere andere lokale Polizeibehörden riefen am Montag mögliche Geschädigte auf, sich zu melden (0202-284-0).

Einbrecher hatten Ruhrgebietsstädte im Visier

Gerade in der Rhein-Ruhr-Region waren die Täter sehr aktiv: Mindestens fünf Mal sollen die Täter zum Beispiel in Essen eingestiegen sein, je zwei Einbrüche sind aus Erkrath, Hilden, Grevenbroich und Düsseldorf bekannt, alleine sieben aus Velbert, je einer aus Oberhausen, Schermbeck und Monheim. Die weiteren Tatorte verteilen sich quer über das Bundesland.

Großeinsatz Die Tatverdächtigen operierten von Wuppertal aus. „Das Einbrechen war für sie ein Beruf“, so Staatsanwalt Baumert. Einige Bandenmitglieder reisten mit wechselnden Personalien als Touristen nach Deutschland und fanden bei Familienangehörigen in Wuppertal Unterschlupf. Bei ihren Beutezügen agierten die Banden in der Regel gleich. Sie baldowerten frei stehende Einfamilienhäuser aus und brachen von der Rückfront aus durch Fenster oder Verandatüren ein.

Besonders dreist: In einem Fall nutzten die Täter sogar an Silvester die Gelegenheit, als die Bewohner das Haus nur kurz zum Böllern verlassen hatten.