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Ein Schuh ist ein Schuh ist ein Schuh

19.09.2012 | 14:12 Uhr
Foto: /Hermann J. Knippertz

Mit diesen Schuhen hätte sich Ötzi ordentlich auf die Nase gelegt: Lady Gagas Plateauschuhe ragen in eine Höhe, an die vor 5.000 Jahren beim Blick auf die Füße noch niemand gedacht hätte.

Bonn (dapd-nrw). Mit diesen Schuhen hätte sich Ötzi ordentlich auf die Nase gelegt: Lady Gagas Plateauschuhe ragen in eine Höhe, an die vor 5.000 Jahren beim Blick auf die Füße noch niemand gedacht hätte. Außerdem läuft der US-Popstar in dem japanischen Schuhmodell nur auf dem vorderen Fußballen. Die Ferse hängt in der Luft, ein Absatz fehlt komplett. Eine Nachbildung von Lady Gagas extravaganter Fußbekleidung gehört zur neuen Ausstellung "Schuhtick - vom Ötzischuh zum High Heel", die ab Donnerstag im Rheinischen Landesmuseum in Bonn zu sehen ist.

Rund 400 Exponate von der ältesten Sandale Europas bis hin zum Motorradstiefel von Hollywoodstar Arnold Schwarzenegger gehen dem Wirbel um die Schuhmode auf die Spur. Dazu zählen auch Stücke von Sophia Loren, Heidi Klum und Boris Becker. "Schuhe sind immer mehr gewesen als ein Kleidungsstück für Schutz und Wärme", sagte Museumsdirektorin Gabriele Uelsberg.

Die groß angelegte Ausstellung beleuchte den Schuh in all seinen Facetten, im historischen Rückblick, als Statussymbol, als Designobjekt sowie als erotische Spielart. Ötzi trug ihn in der Steinzeit aus Bärenleder, Lindenbast und Hirschfell. So war er optimal vor Kälte und Regen geschützt. Eher spärlich kommt dagegen die römische Soldatensandale daher. Sie ist an der Sohle zwar mit unzähligen Eisennägeln beschlagen, aber oberhalb ziemlich karg. Nützlich und bequem sollte es damals sein.

Heute sieht es vor allem an weiblichen Füßen entschieden anders aus. Schon beim Anblick der High Heels im roten Leder oder den hohen Schnürstiefeln denkt Mann an den nächsten Termin beim Orthopäden. Für einen Versuch auf den Catwalk hält das Museum auch Pumps in Größe 46 bereit. "Der High Heel war nie so hoch wie heute", warnte Uelsberg.

Kultstatus haben inzwischen die Tennisschuhe von Boris Becker, mit denen er 1986 das Rasenturnier von Wimbledon gewann. Auch Jürgen Klinsmann steuerte ein Paar Sportschuhe dazu.

Immer wieder spielt die Farbe rot eine Rolle. Früher war rot ein Symbol für Macht und Status. Auch der Papst trägt an den Füßen rot. Der Designer Christian Louboutin machte die rote Sohle zu seinem exklusiven Markenzeichen.

Telefonieren mit dem Schuh

Wer hätte gedacht, dass es auch Modelle aus Papier, Porzellan, Stroh und Segeltuch gibt? Ein Blickfang ist auch eine Variante aus Emufedern und Tierhaaren. Aus China gibt es Regenschuhe für Frauen, deren Sohle kurzerhand mit zwei Holzklötzen versehen wurde. Der Stasi-Apparat in der DDR entdeckte den Schuh für seine ganz eigenen Zwecke. In einem Agentenschuh ist ein Telefon eingebaut, mitsamt ausziehbarer Antenne. Ein anderes Paar hat Stahlfedern unter der Sohle, mit denen der Spion höher springen sollte.

Entspannung stellt sich bei den Gesundheitsschuhen von Birkenstock ein. Modell Heidi Klum verpasste dem Klassiker in einer neuen Reihe einen neuen Anstrich, in silber oder rosa, gespickt mit Strasssteinen. Einen außergewöhnlichen Geschmack hatte auch Pablo Picasso. Er trug einen Schnürschuh aus Kalb- und Lammfell im Zebralook. Ein neuer Trend sind die sogenannten Fivefingers, eine Art Handschuh für den Fuß.

Die Sonderausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Westfälischen Landesmuseum Herne, dem Überseemuseum Bremen und der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim. Vor Bonn war die Schau in anderer Form schon in anderen Museen zu sehen, darunter in Herne und Bremen.

( http://www.schuhtick-ausstellung.de , http://www.landesmuseum-bonn.lvr.de )

dapd

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