Ein 1,8 Millionen Euro teurer Irrtum

Duisburg..  Sie sollte das Alleinstellungsmerkmal der Duisburger Regattabahn sein und dazu beitragen, internationale Großereignisse an die Wedau zu holen. Entlang der Wettkampfstrecke sollte die Kamera-Schienenbahn packende Livebilder von Kanurennen liefern. Stattdessen produzierte die 2006 installierte Anlage aber nur verwackelte und unscharfe Aufnahmen – die noch nicht einmal für eine Trainingsanalyse verwendet werden konnten. Eine Fehlkonstruktion, wie auch ein Gutachter bereits vor Jahren festgestellt hat.

Nun will die Stadt Duisburg dieses leidige und vor allem teure Kapitel endlich beenden – die Schrottanlage soll abgerissen werden. Gekostet hat den Steuerzahler die Kamera auf Schienen 1,8 Millionen Euro, den Betrag nannte eine Stadtsprecherin auf Nachfrage. Der Bund der Steuerzahler, der das Projekt nicht nur einmal als Sinnbild für die Verschwendung von Steuergeldern in sein Schwarzbuch aufgenommen hatte, geht sogar von mehr als zwei Millionen Euro aus, die die Bahn die Stadt Duisburg gekostet hat. Denn Aufbau, Gerichtskosten, Sachverständige und auch die Demontage wird die Stadtkasse tragen müssen – die bauausführende Firma ist wegen Insolvenz nicht mehr greifbar.