Duisburger Muslime kämpfen für katholische Kirche
01.01.2012 | 19:43 Uhr 2012-01-01T19:43:00+0100
Duisburg. Im Duisburger Norden will das katholische Ruhrbistum fünf oder sechs seiner Gotteshäuser schließen - darunter womöglich auch St. Peter und Paul in Marxloh. Dagegen wendet sich der Verein der benachbarten Merkez-Moschee: „Egal ob Kirche oder Moschee - es geht um ein Gotteshaus“, sagt der Vereinsvorsitzende Muhammed Al.
Mahnwachen, Protestbriefe – wenn der Bischof Kirchen schließt, ist Protest programmiert. Damit hat das Ruhrbistum hinlänglich Erfahrung. Doch jetzt setzen sich sogar Muslime für eine vom Aus bedrohte katholische Kirche ein. Muhammed Al findet das nur logisch: „Egal ob Kirche oder Moschee – es geht um ein Gotteshaus. Das betrifft uns genau so wie unsere katholischen Freunde“, sagt der Vorsitzende des Vereins der Duisburger Merkez-Moschee, der größten in Deutschland.
Seit der Gründung des Moscheevereins 1984 gebe es einen engen Kontakt zur katholischen Gemeinde St. Peter und Paul. „Sehr bedrückt“, sei er deshalb gewesen, als er vom dortigen Pastor Michael Kemper gehört habe, dass deren Kirche möglicherweise geschlossen wird. Das habe man dem Bischof geschrieben, verbunden mit der Bitte „alle Möglichkeiten zum Erhalt zu prüfen“. Es wäre „schade, wenn eine Kirche nur aus finanziellen Gründen geschlossen wird“.
An Schließungen führt kein Weg vorbei
Nach der großen Schließungswelle vor rund fünf Jahren will sich das Ruhrbistum im Duisburger Norden von weiteren Kirchen trennen. Noch sei nichts entschieden, aber an Schließungen führe kein Weg vorbei, sagt Pastoraldezernent Michael Dörnemann. In Duisburg-Marxloh seien nur noch 19 Prozent katholisch. Fünf, vielleicht sechs Kirchen stehen auf dem Spiel, die Großpfarrei St. Norbert mit der Gemeinde Peter und Paul könnte in einer Nachbarpfarrei aufgehen. Seit Wochen regt sich Widerstand – auch gegen den Stil des Bischofs, der sich mit einem „verbindlichen Vorschlag“ über alle Schließungsszenarien der Pfarrei hinweggesetzt habe.
Neben dem Heimatverlust für eine – geschrumpfte – Gemeinde fürchtet man bei Peter und Paul in Marxloh das Ende eines Stücks gelungener Integration in dem Problemstadtteil. „Es wäre fatal“, sagt Pastor Kemper. Muhammed Al ist zumindest zufrieden, dass das Bistum ihm geantwortet und zugesichert hat „man würde alle Möglichkeiten ausloten“.
Bischof Overbeck hat den Duisburger Norden offensichtlich zur Chefsache gemacht: Am Dienstag will er selbst alle betroffenen Gemeinden besuchen.
21:50
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13:48
juchuch
sind sie so schwer von begriff oder was.
die kirchen werden doch mangels gemeinemitglieder geschlossen
das heißt das keine juengeren mehr dasind.
also liegt es doch an den menschen die keine kinder wollen oder können.
und da bei unseren ausländischen mitbütgern kinder geschätzt werden mehr als anscheinend von uns deutschen sieht deren nachwuchssache völlig anders aus.
und gotteshäuser werden und wurden ja nicht nur in marxloh geschlossen.
z.b. wurde bei uns in buchholz vorkurzem eine kirche abgerissen.
und an bartsimpson.
wenn ich ihren kommentar lese kriege ich einen dicken hals.
nun haben sie den für christlichen nachwuchs gesorgt also kinder gezeugt und mit ihrer gattin bekommen????
es liegt doch an den christen selber das diese immer weniger werden.
was haben jetzt bitte schön damit andere glaubensrichtungen zutun.
wenn es immer weniger kinder von christen gibt und mehr kinder von anderen glaubensrichtungen ist das wohl eine ganznormale entwicklung.
aber es passt ja derzeit in das deutsche bild das jetzt für alles was passiert andere verantwortlich sind.
NUR NICHT WIR SELBER.
Ich sehe das Problem eher darin, dass immer mehr Deutsche aus diesen Gegnden weg ziehen. Gerade die mit den Kindern. Im Dortmunder Norden ist es doch genauso. Wer es sich leisten kann zieht weg.
12:00
In Duisburg-Marxloh ist das eingetreten, was sich noch bundesweit entwickeln wird. Wenn also die Christen in die Minderheit geraten sind wie in Marxloh, dann kann man naturgemäß weniger Forderungen stellen und ist auf die Toleranz der Muslime zum Beispiel angewiesen. Wie wir auch wissen, ist in vielen islamischen Ländern für Christen und andere religiöse Minderheiten die Religionsausübung - kein Zuckerschlecken, wie Kardinal Meisner vor wenigen Tagen in seiner Predigt im Kölner Dom feststellte.
So liest es sich schon fast zynisch, wenn man jetzt von: "Duisburger Muslime kämpfen für katholische Kirche". In der Politik würde man jetzt von wohlüberlegten Taten der Muslime sprechen. Nichts macht man umsonst. Schlimmer findet ich aber, dass man von Muslime redet. Gott würde jetzt sagen: „Ihr seit Menschen, nicht mehr und auch nicht weniger." Und die keinen Gott anbeten, halten dass für ein überflüssige Anbiederung.
Kardinal Meisner ist vom Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland kritisiert worden: http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/DEUTSCHLAND/Muslime-fordern-Kardinal-Meisner-zur-Fairness-auf-artikel7865916.php. In vielen anderen islamisch geprägten Ländern, wie bspw. Jordanien, können die Christen sehr wohl ihre Religion frei ausüben, Kirchen bauen usw. Angesichts des sich in Europa ausbreitenden Atheismus sitzen alle gottläubigen Menschen in einem Boot.
09:57
Wenn jeder christliche Duisburger 3 Kinder hätte, würde der sofort nach Marxloh ziehen?
Liegt es also an den Kindern oder an Marxloh?
"In deren Heimatländern ist es doch so schön" schreiben sie. Warum bleiben die Muslime dann in dem nicht gerade tollen Marxloh?
Alles bisschen unlogisch und am Thema vorbei.
08:43
wenn ich hier so einige kommentare lese frage ich mich ob wir im 21 jahrhundert leben.
warum macht die kirche den ihre häuser zu???
nun kein nachwuchs mehr vorhanden.
und an wem liegt es?????
richtig an den menschen die keine kinder mehr bekommen.
nur warum eigendlich nicht??????
nur diese frage stellt sich anscheinend von ihnen niemand.
in anderen kulturkreisen sind kinder ein segen und gleichzeitig eine altersversorgung für die eltern.
hier aber werden doch die alten quasi in heiem abgeschoben anstatt diese zu hause zu betreuen.
also würde ich mal als allererstes anfangen sich an der eigenen nase zu packen und mal sein verhalten zu überdenken anstatt über andere zu meckern.
aber das ist ja viel viel einfacher als bei sich selber anzufangen.
und komischerweise machen wahrscheinlich der größte teil derjenigen die jetzt hier wieder über die islamischen mitbürger herziehen in deren heimatländer urlaub weil es dort so schön ist.
also heuchlerrischer kann man nicht sein.
01:18
Es ist schade, dass bei einer positiven Nachricht -nämlich Muslime unterstützen die katholische Kirchengemeinde- noch immer etwas Negatives gesucht wird.
Kann man nicht einfach mal anerkennen, dass gerade die Moscheegemeinde Marxloh sich hier Seite an Seite mit der Kirchengemeinde gegen eine Schließung wehrt?
Es wird immer Integration gefordert und nun, wenn Muslime sich für unsere Gesellschaft miteinsetzen wollen, ist es auch nicht okay.
Einfach nur traurig und es bleibt zu hoffen, dass möglichst wenige der Moscheegemeinde die Kommentare hier lesen.
Es muss nochmals gesagt werden:
Gerade die Moscheegemeinde in Marxloh hat sehr sehr viel für den Stadtteil getan und ihm nicht zu letzt auch ein orientalisches Flair eingehaucht, das keiner mehr missen will. Die Moschee selbst ist eine herrliche Architekturleistung, die den kompletten -sonst eher tristen- Stadtteil enorm aufwertet und auch viele Besucher von außerhalb anzieht.
Der Name Marxloh steht heute -auch dank der Moschee- nicht mehr für einen Problemstadtteil, sondern für gelebte Integration und gelungenes Zusammenleben.
Aber damit nicht genug: Die Mitglieder der Moscheegemeinde verschließen auch nicht die Augen vor Problemen der katholischen Gemeinde, sondern unterstützen -ja fördern- diese Gemeinde im Kampf um den Erhalt ihrer Kirche.
Besonders bemerkenswert ist dies vor dem Hintergrund, dass gerade die Moschee oft angefeindet und mißtrauisch betrachtet wurde und das auch noch, wo doch gerade viele türkischstämmige Menschen diese Moschee besuchen. Diese türkischstämmigen Menschen sind genau jene, denen Deutschland und somit wir alle so viel zu verdanken haben. Wirtschaftlich haben sie unser Land extrem nach vorne katapuliert. Gesellschaftlich ist die türkische Kultur ein Teil, der nicht mehr wegzudenken ist. Herrliche Architektur, gemütliche Teestuben, köstliches Essen, aber auch sogenannte "soft skills" wie Herzlichkeit, Freundlichkeit oder Lebensfreude, aber auch Tugenden wie Fleiß und Tüchtigkeit, all dies ist zusammen mit den türkischen Gastarbeiter und deren Kindern in unsere Gesellschaft immigriert.
Und was tut der "Ur-Deutsche"? Er sucht jedes noch so kleine Haar in der Suppe und wenn keines da ist, so wie im Falle der Unterstützung der Moscheegemeinde für die Katholiken, wird eben sogar so etwas Positives schlecht geredet und geschrieben.
Einfach nur schade...
Es gibt aber doch auch positive Kommentare zu diesem Thema, auch genau auf dieser Seite.
Dummerweise produzieren Muslime weltweit selten positive Nachrichten. Gerade was den Umgang mit Andersgläubigen angeht. Eins Schwalbe macht noch keinen Sommer.
17:38
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16:03
Wenn man es sarkastisch beschreiben wollte, könnte man von Sterbehilfe sprechen.
Die älteren Kirchensteuerzahler, wenn sie bei ihrer Rente überhaupt zahlen, sterben in Marxloh weg und neue, zahlungskräftige Christen werden wohl kaum dazu kommen.
Da ist es ein Leichtes zu helfen, da man ja jetzt schon weiß, wie die Geschichte in Marxloh ausgeht.
Und mit einem Pfarrer, der seine Schäfchen auf seine Art und Weise behandelt, möchte man auch nicht unbedingt die Christmette feiern.
juhuch
tja liegt es nicht auch den den deutschen selber?????
wieviele kinder heben sie persönlich??????
hier in deutschland sind kinder doch nur eine last die geld kosten.
das ist in anderen kulturkreisen völlig anders.
dort sind kinder ein segen und gleichzeitig so eine art altersversorgung der eltern.
aber das kapieren sie wahrscheinlich nicht.
Natürlich liegt es auch an den Deutschen.
Aber warum sind so viele aus Marxloh weggezogen? Es gibt in anderen Duisburger Stadtteilen noch genügend funktionierende christliche Gemeinden. HIER geht es aber um Marxloh, dem Ort des Wunders.
Auch wenn jeder christliche Duisburger 4 Kinder hätte, die würden bestimmt nicht in Marxloh wohnen wollen. Also wäre das Problem das gleiche.
14:18
Sehr guter Vorschlag von Komisch66.
In den Seminarräumen könnte die Kirche doch ihre Gottesdienste abhalten. Das fände ich als einen Schritt in die richtige Richtung.
Nicht nur erwarten sondern auch das Zusammenleben aktiv anbieten, damit nicht nur Funktionäre zusammen kommen sondern auch die Mitglieder/Gläubige
14:15
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