Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Betrug

Drei Jahre Haft für Bestatter, der Hinterbliebene betrog

27.07.2012 | 16:27 Uhr
Drei Jahre Haft für Bestatter, der Hinterbliebene betrog
Ein Bestatter ist verurteilt worden, weil er Hinterbliebene betrogen hat.Foto: dapd

Aachen.  Ein Aachener Bestatter ist zu drei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er hatte mit alten Leuten Vorverträge abgeschlossen, die neben den Bestattungskosten auch öffentliche Gebühren beinhalteten. Diese leitete er allerdings nicht weiter - die Hinterbliebenen mussten zahlen.

Wegen schmutziger Geschäfte mit dem Tod ist ein Bestatter aus Aachen zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Der Mann hatte über Jahre mit alten Menschen Verträge über ihre spätere Beerdigung und die Übernahme der öffentlichen Gebühren abgeschlossen, das Geld dafür aber selbst einkassiert. Für die Gebühren mussten dann meistens die Hinterbliebenen aufgekommen. Das Amtsgericht Aachen bestrafte den 47-Jährigen am Freitag wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Urkundenfälschung.

Zudem wurde ein Berufsverbot von fünf Jahren verhängt. Der Bestatter hatte mehr als 30 solcher dubiosen Verträge abgeschlossen. Im Sterbefall erhielten die Angehörigen regelmäßig Mahnungen wie von der Stadt Aachen, in denen nicht beglichene Beiträge für die Gräber oder die Einäscherung aufgelistet wurden. Die Trauernden mussten dann bezahlen, obwohl sie selbst oder ihre verstorbenen Verwandten in Vorkasse getreten waren und sie die Kosten längst beglichen glaubten.

Bestatter hat ein Testament gefälscht

In einem Fall war ein Testament gefälscht worden, mit dem der Bestatter ein Mietshaus nach dem Tod der Besitzerin auf sich überschreiben ließ. Den Schaden aller Fälle bezifferte das Gericht auf insgesamt knapp 90.000 Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte in dem teils sehr emotionalen Prozess - Angehörige waren im Zeugenstand oftmals in Tränen ausgebrochen - vier Jahre Haft gefordert. Der Verteidiger verlangte eine Bewährungsstrafe und kündigte Berufung an. (dapd)



Kommentare
29.07.2012
12:19
Drei Jahre Haft für Bestatter, der Hinterbliebene betrog
von Freimensch | #1

Gibt leider nicht wenige Betrüger in dieser Branche - natürlich auch in allen anderen, in der es um viel Geld geht. Das ist aber allgemein bekannt. Deshalb hatte ich mich vor drei Jahren nach ausgiebiger Recherche für den Bestattersuchdienst aus Berlin und deren Service entschieden und wurde in schwerer Stunde beim Tod meines Vaters nicht enttäuscht. Der Bestatter war aber von hier. Nicht aus Berlin. Sowas in der Art würde ich mir auch von Handwerkern, Versicherern und Ärzten wünschen!

Aus dem Ressort
Der Herr der Pfeile, Phil Taylor, kommt nach Mülheim
Darts
Keiner trifft so oft wie er ins Schwarze. Der erfolgreiche Dartspieler wird in England gefeiert wie ein Pop-Star. In Krombach gastierte er bei einem Show-Turnier. Und jetzt tritt „The Power“ bei der Dart-Europameisterschaft in Mülheim an.
Duisburger sollen im Jobcenter wieder Wartenummern ziehen
Jobcenter
Vor Jahren hat die Stadt Duisburg das Nümmerchenziehen im Jobcenter abgeschafft. Für viele sei das ein Symbol für den unfreundlichen Umgang von Behörden mit Bürgern gewesen. Das sehen die Duisburger Linken anders. Sie fordern im Stadtrat die Rückkehr zur Wartenummer und den Abzug der Security.
Betrunkener nötigt Frau zur Autofahrt von Mülheim nach Mainz
Kriminalität
Ein 54-jähriger Mann aus Mainz soll eine Mülheimerin (55) gezwungen haben, ihn von Mülheim aus nach Mainz zu fahren. Der Betrunkene habe sie mit Faustschlägen bedroht, so die Bundespolizei. Die Fahrt endete am Kölner Hauptbahnhof. Dort gelang der Frau die Flucht aus dem Wagen.
Entwarnung nach Ebola-Verdachtsfall in Oberhausen
Ebola
Ebola-Verdachtsfall in Oberhausen: Polizei und Feuerwehr haben am Donnerstagmittag ein Wohnhaus in Dümpten abgeriegelt, weil sie in dem Gebäude einen an Ebola erkrankten Mann vermuteten. Die Spezialisten geben mittlerweile Entwarnung: Die Symptome sprechen nicht für das tödliche Virus.
Grab-Panne bei einer Beerdigung in Gelsenkirchen
Trauer
Pannen bei Beerdigungen - in Gelsenkirchen scheinen sie öfter zu passieren. Auf dem dortigen Südfriedhof erlebte eine Trauergesellschaft jetzt Unangenehmes bei einer Sarg-Bestattung. Erst wurde das Grab verwechselt und dann fehlten die nötigen Utensilien, um den Sarg unter die Erde zu bringen.
Umfrage
Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?

Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?

 
Fotos und Videos
Flug über Frankreich 1
Bildgalerie
In 500 Metern Höhe...
Ehrengäste in lockerer Runde
Bildgalerie
NRZ-Sportfete
Rockerkrieg in NRW
Bildgalerie
Bilderchronik
Forschung über Street Art in Siegen
Bildgalerie
Street Art