Dortmund ist die Bundeshauptstadt der Ladendiebe

Eingesteckt – und weg: Eine Ladendiebin mit einer Kamera.
Eingesteckt – und weg: Eine Ladendiebin mit einer Kamera.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Mit 1193 angezeigten Delikten je 100.000 Einwohner sieht ein Ranking Dortmund auf dem traurigen Spitzenplatz. Haken: Es gibt eine hohe Dunkelziffer.

An Rhein und Ruhr.. Dortmund ist bundesweit Hauptstadt der Ladendiebe. 6873 Ladendiebstähle wurden dort im Jahr 2014 angezeigt, das macht - rein rechnerisch - 1193 Delikte je 100 000 Einwohner. Damit führt die Westfalen-Metropole ein Ranking aus 80 deutschen Städten an, das das Portal „Fashionlane“ auf Basis der polizeilichen Kriminalstatistiken erstellt hat.

Vergleichsweise weniger Ladendiebstähle hat die Polizei in anderen Städten an Rhein und Ruhr registriert. Essen etwa liegt mit 808 Delikten je 100 000 Einwohner auf Rang 25, in Düsseldorf (29. Platz) waren es 769, in Gelsenkirchen (31.) 762, in Duisburg (44.) 685, in Bochum (53.) 608, in Neuss (55.) 590, in Krefeld (58.) 584, in Oberhausen (61.) 561, in Bottrop (75.) 430, in Moers (79.) 375 und in Mülheim (80.) 363. Der bundesweite Großstadtschnitt lag bei 705 Delikten. Insgesamt stieg die Zahl der Ladendiebstähle auf 345 773 (+7012 gegenüber dem Jahr 2013).

Nach der Inventur entdeckt

Der Haken an einer solchen Statistik ist die hohe Dunkelziffer. „Wir gehen davon aus, dass die polizeiliche Statistik nur 5% der Taten widerspiegelt“, sagt Wilhelm Bommann vom Einzelhandelsverband Niederrhein. Das Gros der Ladendiebstähle wird erst bei der Inventur nach Weihnachten entdeckt. Die Taten liegen dann in der Regel Wochen und Monate zurück; Anzeigen sind - sofern es nicht einen konkreten Verdacht gibt - hoffnungslos. Beim Handel geht man davon aus, dass Ladendiebe bundesweit jedes Jahr Schäden von rund 3,9 Mrd Euro verursachen. Die Zahl der Serientäter nimmt zwar zu, ein spezielles Täterprofil gibt es aber nicht. Bommann: „Unter den Tätern sind auch gutsituierte Leute, die die Ware ohne Probleme ganz legal von ihrem Geld erwerben könnten.“