Die Lust an der Sexsteuer

An Rhein und Ruhr..  Die nordrhein-westfälischen Städte entdecken die Lust an der Sexsteuer. 2014 kassierten bereits 34 Kommunen eine „Steuer auf sexuelle Vergnügungen“ – im Jahr davor waren es nur 19 Städte. In Köln verdoppelten sich die Einnahmen in nur einem Jahr auf 1,1 Millionen Euro. Die größte Steigerung meldete Duisburg von 71 000 auf 317 000 Euro Einnahmen im Jahr 2014. Insgesamt nahmen die 34 NRW-Städte mehr als 3,4 Millionen Euro Sexsteuer ein, teilte das Düsseldorfer Innenministerium jetzt auf Anfrage des CDU-Abgeordneten André Kuper mit.

Lukrativ war das Geschäft mit der Lust auch in Bonn (315 000 Euro), Dortmund (535 000), Gelsenkirchen (119 000) und Oberhausen (271 000). In Emmerich nahm der Kämmerer 14 340 Euro ein, in Goch waren es 27 717, in Hamminkeln 40 176 und in Xanten 30 576 Euro. Bocholt hingegen kassierte gerade mal 833 Euro.

Wie wird die Sexsteuer, die zu den Vergnügungssteuern zählt, erhoben? Köln etwa kassiert pro „Sexualdienstleister“ eine Pauschale von sechs Euro pro Tag und besteuert Swingerclubs und Stripteasebars nach Fläche. Bonn hat einen Automaten aufgestellt, an dem Prostituierte ein Genehmigungsticket von sechs Euro pro Nacht auf dem Straßenstrich ziehen können.