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Die Freibadsaison ist eröffnet...

25.03.2013 | 00:19 Uhr

Oelde/Winterberg. Es kommt darauf an, was man daraus macht, aus diesem betonharten Winter: Ein eisiger Ostwind mit Böen von über 60 Stundenkilometern sorgte dafür, dass sich die immerhin an der Nullgrad-Grenze kratzenden Temperaturen anfühlten wie tiefster Winter. Aber es gibt unerbittliche, die sich davon nicht entmutigen lassen, sondern so tun, als sei wirklich Frühling: Rund 200 hartgesottene und mutmaßlich etwas dickköpfige Schwimmer haben am Sonntag im Münsterland die Freibadsaison in Nordrhein-Westfalen eröffnet.

„Der erste Badegast ist mit Pelzmütze ins Wasser gegangen“, sagte ein Sprecher des Freibads „Gaßbachtal Stromberg“ in Oelde im Münsterland. Während winterliches Wetter die Menschen zum Start der Osterferien überall im Land zum Bibbern brachte, genossen die Schwimmer das 25 Grad warme Wasser.

Wassertemperatur 25 Grad,Lufttemperatur -7 Grad

Schon vor acht Uhr seien einige Badegäste erste Bahnen geschwommen, sagte der Sprecher - da zeigte das Thermometer draußen noch minus sieben Grad an. „Der Wind, der hier reinpfeift, ist ganz schön kalt.“ Und wer den Kopf aus dem warmen Wasser streckt, kann auf den Hügeln sogar noch die Schneereste sehen.

Eine private Initiative hatte das Freizeitbad vor Jahren von der Stadt übernommen, als die es schließen wollte. Jetzt sorgt eine Biogasanlage für angenehme Wassertemperaturen. In der Hochsaison hat das Freibad rund 1000 Besucher am Tag. Bis Oktober ist geöffnet, vermutlich liegt dann ja wieder Schnee. Bleibt nur zu hoffen, dass zwischendurch auch mal die Liegewiese zu etwas anderem als zum Schneemannbauen genutzt werden kann.

Ansonsten wird deutlich: die Menschen haben die Schnauze voll vom Winter. Zwar liegen auf dem Kahlen Asten im Sauerland noch mehr als 40 Zentimeter Schnee und der Skizirkus rund um Winterberg soll noch bis mindestens Ostermontag dauern, doch so richtig groß ist der Andrang nicht mehr.

„Dieses Wetter hätten wir uns für die Weihnachtsferien gewünscht“, sagte der Winterberger Tourismus-Direktor Michael Beckmann. Einige Liftbetreiber haben wohl nicht mit der Winter-Zugabe gerechnet und den Betrieb eingestellt. Am Sahnehang unterhalb des Kahlen Astens sind die Lifte schon abgebaut. „Wir machen weiter, solange der Schnee gut ist und die Gäste kommen“, sagt Liftbetreiber Florian Leber. Für die sind die Bedingungen gut: Wegen der späten Saison hält sich der Ansturm auf die Pisten und die Hotels in Grenzen.

Stattdessen zieht es die Menschen in die Wärme: Der Flughafen Düsseldorf erwartet die erste große Reisewelle dieses Jahres. Mit rund 865 000 Fluggästen rechnet der Airport in der Ferienzeit. Am Flughafen Köln/Bonn starten und landen in den beiden Wochen etwa 363 000 Passagiere. Besonders beliebt bei den Urlaubern ist der Süden mit den Kanarischen Inseln, der Türkei und den Balearen.

Zwischenhoch bringtneuen, bitteren Frost

Wer gen Süden fliegt, verpasst hier nicht viel, ganz im Gegenteil. „Es wird noch einmal richtig kalt“, sagte Wetterbeoachterin Petra Stielicke vom Deutschen Wetterdienst. Mit einem Zwischenhoch komme Kaltluft aus dem Osten, die Temperaturen können in der Nacht bis in den zweistelligen Frostbereich sinken. Freibaderöffnung hin oder her – der Frühling bleibt ein Schlag ins Wasser.



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