Die Banker haben einen Vogel

Wir haben uns daran gewöhnt, dass die Polizei mittlerweile häufiger in Bankpalästen Razzien macht als in der örtlichen Niederlassung des Rockerclubs. Wir haben gelernt, dass Wetten auf Hahnenkämpfe oder Einsätze beim Roulette seriöse Geldanlagen sind, verglichen mit Hochfrequenzhandel, Hedgefonds und Hebelwetten.

Insofern kommt die Nachricht, dass Banker aus Frankfurt freudestrahlend vermelden, sie hätten nicht nur einen, sondern sogar gleich zwei Vögel, nicht wirklich überraschend. Indes: Es handelt sich weder um die Meise unterm Pony noch um dem Kuckuck des Gerichtsvollziehers.

Nein, es sind Wanderfalken, die offenbar von ihren Verwandten, den Turmfalken, die Vorliebe für hohe Gebäude übernommen haben und sich den höchsten Wolkenkratzer in Frankfurt ausgesucht haben.

Nach längerem Überlegen hat die Bank die beiden Tiere nun getauft. Angelehnt an die legendäre James-Bond-Sekretärin heißen sie „Money“ und „Penny“. Die niedlichen Namen sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass Falken davon leben, kleinere Vögel zu fressen. Insofern haben sie sich ihr neues Zuhause vielleicht nicht ohne Hintergedanken ausgesucht. Und bei der Bank ist man vermutlich wiederum froh, dass kein Pleitegeier ums Hochhaus kreist.