Der Kampf um die Bäume

An Rhein und Ruhr..  Der Protest des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) wie von den Grünen war vergebens, die mittlerweile 3528 gesammelten Unterstützer-Unterschriften von Duisburger Einwohnern für ein eilends gestartetes Bürgerbegehren zum Erhalt der Platanen kommen zu spät. Heute wollen die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Duisburg endgültig mit schwerem Gerät damit beginnen, die alten Platanen an der Mercatorstraße zu fällen. Gestern gab es die ersten Vorbereitungen dazu.

Der Streit schwelt schon seit zwei Jahren. Die Stadt sucht einen Investor, der das Grundstück in bester Citylage kauft und bebaut. Doch dazu müsste die Straßenführung geändert und die Bäume gefällt werden. Anfang April begann eine Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren zur Rettung der über 80 Jahre alten Platanenallee. Die Stadtverwaltung argumentiert, dass für die hoch verschuldete Stadt viel Geld auf dem Spiel steht: 3,3 Millionen Euro Mindereinnahmen aus dem Grundstücksverkauf, wegfallende Fördermittel von einer Million Euro sowie 800 000 Euro für Alternativmaßnahmen.

Der Streit in Duisburg ist kein Einzelfall. Immer dann, wenn Bäume gefällt werden, gibt es Proteste. Das war so, als entlang der A40 die Holzfäller anrückten. „Unnötiger Kahlschlag“, schimpften die einen. „Notwendige Schutzmaßnahme für die Autofahrer“, argumentierte die Landesbehörde.

Nistkästen in diealten Bäume gehängt

Und als vor zwei Jahren die Essener Messe in den benachbarten Grugapark erweitert werden sollte, hängten Parkschützer Nistkästen in die alten Bäume und sorgten mit dafür, dass die ehrgeizigen Ausbaupläne der Messe per Bürgerentscheid gestoppt wurden. Auch am Niederrhein gibt es derzeit Streit um Pappelfällaktionen am Holländerdeich in Millingen und an der Budberger Straße in Emmerich.

In Duisburg wartete gestern eine Gruppe von Aktiven, die sich seit dem frühen Montagmorgen demonstrativ um die von Fällung bedrohten Platanen versammelt hatten, auf eine Intervention der Düsseldorfer Bezirksregierung. Diese hatte die Duisburger BUND-Vorsitzende Kerstin Ciesla am Montag noch mit einer eiligen Anzeige wegen „Verdachts der Verletzung eines Fördermittelbescheids“ eindringlich gebeten, die unmittelbar bevorstehende Kahlschlagaktion zu stoppen. Die Stadt, so bekannte gestern Grünen-Sprecher Matthias Schneider vor Ort, sei formal zwar im Recht, die Bäume zu fällen. Doch inhaltlich sei es ein Irrsinn und ein Wortbruch gegenüber den Wählern, denen man nach dem Loveparade-Desaster Mitwirkung und einen Neuanfang an dieser Stelle versprochen hatte. Jetzt werde sogar inmitten eines laufenden Bürgerbegehrens sinnlos gefällt.

Ab heute dann auch mit solidem, messerscharfem Großgerät.