Der gute Clown ist mausetot

Clowns sind nicht mehr nett. Neuerdings sind sie bewaffnet, brüllen „Huhu“ und grinsen mit einem Messergebiss, selbst am Niederrhein, wie wir erschrocken in der NRZ lesen konnten. Fast ist es so, als hätte plötzlich eine neue Generation Gruselfans den just in diesem Jahr 30 Jahre alten Horror-Thriller „Es“ von Stephen King wiederentdeckt und als Vorlage genommen, um Leute zu erschrecken.

Immerhin, Stephen King, sozusagen der Ur-Vater des Gruselclowns, kann sich rühmen, aus einem Land zu kommen, das nun auch den ersten echten Polit-Gruselclown hervorgebracht hat. Der hat eine ulkige Frisur, buschige Augenbrauen und sehr kleine Hände, und er will Präsident der Vereinigten Staaten werden. Wenn er den Mund aufmacht, dann läuft einem eine lustige Gänsehaut über den Rücken. Das ist eine hohe Kunst.

Unsere Populisten hierzulande sind noch nicht so weit. Sie machen einem zwar gerne Angst, gehen dabei aber zum Lachen in den Keller. Wie fade.

Dabei war ein Clown, als Donald Trump und ich noch klein waren, ein liebenswürdiger Kerl, der im Zirkus über seine großen Latschen fiel, „Akrobat schöööön“ rief und sein Publikum zum Lachen brachte. Clown war das Lieblingskostüm meiner Kindheit, alle Mütter waren begeistert, denn Clown war einfach zu nähen und leicht zu schminken. Rote Nase, rote Perücke, weiße Schminke, fertig.

Der gute Clown ist mausetot.

Was wiederum zum Heulen ist.