Demokratie mit Pep

So kann es nicht weitergehen!“, hat der Abgeordnete André Trepoll kategorisch gesagt. Und er meinte damit nicht die Klimaerwärmung oder Borussia Dortmund, sondern die Debatten in der Hamburger Bürgerschaft, in der er selbst für die CDU sitzt. Allzu müde fand er die jüngste Haushaltsdebatte um immerhin 13 Milliarden zu verteilende Euro. Dem Mann fehlte der zündende Funke, ein demokratisches Feuerwerk, man hatte sich ja nicht einmal ordentlich beschimpft. Das Resultat: Die Zuschauerzahlen bei der Online-Übertragung der Debatte waren alarmierend schlecht. Was sie, einer Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung zufolge, mit den Bundestagsdebatten gemein haben.

Schon überlegen Marketing-Experten, wie endlich mehr Pep in den Politik-Betrieb zu bringen wäre. Sie denken da etwa an ein kleineres Plenum, in dem Parlamentarier nicht mehr unentdeckt ausschlafen können, kürzere Rede- und neue Anfangszeiten, mehr Gastredner oder die Verlegung der Debatten an öffentlichere Orte als Rathaus oder Reichstag.

Dabei wäre es doch so einfach. Männliche Volksvertreter könnten zum Beispiel während ihrer Redebeiträge eine Kontaktanzeige aufgeben („Sozialdemokrat sucht Frau“), Känguruhoden essen oder atemlos ein Lied von Helene Fischer singen. Und wenn das alles nichts bringt, könnten sich die Abgeordneten einfach mal ein Kopftuch überziehen.