das urteil und die Folgen

Mit einem notorischen Stehpinkler hatte der Düsseldorfer Vermieter wohl nicht gerechnet, als er in Bad und Gäste-WC teuren Marmor verlegen ließ. Denn Amtsrichter Stefan Hank blieb standhaft: Mieter dürfen auf der Toilette ihrer Wohnung im Stehen pinkeln. So umstritten dieses Verhalten inzwischen auch sei - es gehöre zum vertragsgemäßen Gebrauch einer Mietwohnung.


Wörtlich heißt es in der Urteilsbegründung: „Trotz der in diesem Zusammenhang zunehmenden Domestizierung des Mannes ist das Urinieren im Stehen durchaus noch weit verbreitet. Jemand, der diesen früher herrschenden Brauch noch ausübt, muss zwar regelmäßig mit bisweilen erheblichen Auseinandersetzungen mit - insbesondere weiblichen - Mitbewohnern, nicht aber mit einer Verätzung des im Badezimmer oder Gäste-WC verlegten Marmorbodens rechnen.“


„Vorgaben des Vermieters hinsichtlich der Toilettenbenutzung sind in aller Regel unzulässig. Sie sind ohnehin nicht überprüfbar und machen daher wenig Sinn“, sagt Ulrich Ropertz, Sprecher des Deutschen Mieterbunds. „Es stellt sich hier auch die Frage, ob der Boden für ein Badezimmer überhaupt geeignet ist.“


Anders liegt der Fall, wenn sich der Mieter ständig im Garten erleichtert: Dies störe den Hausfrieden und rechtfertige die Kündigung, entschied ein Kölner Amtsrichter (Az. 210 398/09).