Damit sanierte Straßen länger halten

Wuppertal..  Wohin nur mit den Trümmern, dem Schutt? Nach dem Zweiten Weltkrieg mit all seinen Zerstörungen waren Baustoffe knapp. In den Städten an Rhein und Ruhr wurde Trümmerschutt häufig für den Straßenbau verwandt. Das sorgt an manchen Stellen bis heute für Probleme bei der Instandhaltung. In Wuppertal hilft die Wissenschaft.

Eine neue Zementlösung wurde dort jetzt im Zuge eines Pilotversuches erstmals in eine Straße injiziert. Die Stadt arbeitet dabei mit dem Institut für Baubetrieb der Universität Aachen zusammen. Die Zementsuspension war zuvor schon erfolgreich bei schadhaften Kanälen eingesetzt worden.

Risse im Asphalt

In Wuppertal dient sie nun dazu, Betonplatten zu stabilisieren, die unter einer 10 cm hohen Asphaltdecke auf einer Schicht aus Weltkriegstrümmern ruhen. Rund 50 Kilometer Straße im Stadtgebiet weisen diesen Aufbau auf. Das Problem: Die Betonplatten bewegen sich (das kann man bei genauer Beobachtung sogar wahrnehmen, wenn schwere Lkw passieren). Und die Bewegung der Platten sorgt für Risse im darüberliegenden Asphalt. Alle fünf bis acht Jahre muss saniert werden. Die Kosten an den Enden der einzelnen Platten liegen bei je rund 3500 Euro – viel Geld für eine klamme Stadt.

„Das Problem bestünde so wohl nicht, wenn unter den Platten eine verdichtete Kiesschicht läge“, erklärt Dr. Jochen Vennkötter von der Bauverwaltung auf NRZ-Nachfrage. Die Zementlösung wurde deshalb am Montag in die Trümmerschicht injiziert. Die Arbeiten seien vielversprechend gewesen, die Zementlösung härtete schnell. Eine Überprüfung steht in einigen Wochen an. Bei einem Erfolg hofft Vennkötter, die Straßenabschnitte nur noch halb so häufig sanieren zu müssen.

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