„Natürlich waren die verabredet“ - so schildern Polizisten die Silvesternacht in Köln

Die Silvesternacht in Köln sorgte wieder für Schlagzeilen. Jetzt schildern zwei Polizisten anonym ihre Sicht der Dinge.
Die Silvesternacht in Köln sorgte wieder für Schlagzeilen. Jetzt schildern zwei Polizisten anonym ihre Sicht der Dinge.
  • Polizei ging an Silvester in Köln mit Großaufgebot gegen mögliche Störenfriede vor
  • Dafür erntete sie auch Kritik
  • Jetzt schildern zwei Polizisten anonym ihre Erlebnisse in der Silvesternacht

Köln. 1500 Polizisten waren an Silvester allein in Köln im Einsatz. Das sorgte für Schlagzeilen. Die Grünen-Chefin Simone Peter warf der Polizei „Racial Profiling“ vor. Peter hielt es für möglich, dass Nordafrikaner nur wegen ihrer Herkunft überprüft wurden. Dafür hatte sie viel Kritik geerntet.

Die Polizei verteidigte ihren Einsatz, bei dem sie unter anderem eine Gruppe von 1000 Nordafrikanern kontrollierte. Jetzt schildern zwei Polizisten in der „Rheinischen Post“ anonym, was sie in der Silvesternacht erlebt haben.

„Und dann waren es auf einmal ganz viele“

„Wir hatten unter anderem die Aufgabe, Meldung in unserer Zentrale zu machen, wenn wir sehen, dass eine große Personengruppe, die ins Raster passt, Richtung Köln unterwegs ist“, erzählt einer der Polizisten.

Und in der Tat stiegen immer wieder Gruppen zu. „Und dann waren es auf einmal ganz viele. Das haben wir dann durchgegeben, damit die Kollegen in Köln wussten, was auf sie zukommt.“

„Natürlich waren die verabredet“

Am Deutzer Bahnhof in Köln wollte eine große Gruppe von etwa 300 Nordafrikanern dann aussteigen. Eine so große Menge zu überprüfen sei unmöglich, so der Polizist: „Wir schnappen uns stattdessen zwei, drei von ihnen und überprüfen sie. Dann nehmen wir an, dass die anderen aus der Gruppe auch in diese Kategorie fallen.“

Friedlich seien die Gruppen nicht gewesen, schildert der Polizist der „Rheinischen Post“: „Natürlich waren die verabredet. Vielleicht nicht alle, um hier Straftaten zu begehen. Aber wenn wir nicht da gewesen wären, wäre das schnell gekippt.“

Polizist schildert theatralische Beschwerden über Beamte

Vor der Polizei hätten die Männer keinen Respekt gehabt: „Jeder, der in Gewahrsam musste, fing an, theatralisch um Hilfe zu schreien. ,Nix gemacht' und ,Warum, warum'.“ Die Polizei bekam die Lage aber in den Griff.

In der Nacht kamen 29 Personen in Gewahrsam. Außerdem gab es sechs Festnahmen, darunter drei Personen, die mit Haftbefehl gesucht wurden und drei, die sich illegal in Deutschland aufhielten. Der Großteil der Kontrollierten reiste anschließend freiwillig wieder ab.

(fel)

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