Christusfigur in der Röhre: Ungewöhnlicher Patient

Paderborn (dpa/lnw) - Ungewöhnlicher Patient im Paderborner St. Vincenz-Krankenhaus: Eine mittelalterliche Christusstatue aus Holz wird dort in der Radiologie untersucht. Die Figur ist ein Exponat der Ausstellung "Caritas - Nächstenliebe von den frühen Christen bis zur Gegenwart", die vom 23. Juli an im Diözesanmuseum in Paderborn zu sehen ist. Der sogenannte "Schmerzensmann" wurde nach Angaben einer Sprecherin in der Klinik geröntgt und zur Untersuchung in die "Röhre" geschoben.

So könnten Details zur Holzstruktur, Metallverarbeitung und der Beschaffenheit der Farbe erkannt werden, sagte Restaurator Christoph Fiebiger laut Mitteilung. Die Untersuchung des "Schmerzensmannes" habe unter anderem ergeben, dass die 1,18 Meter große Figur komplett aus einem Holzstamm gearbeitet wurde, was für ihre Qualität spreche.

Die Statue stammt aus der katholischen Kirchengemeinde St. Heribertus in Hallenberg im Hochsauerland. Als Fiebiger die Oberfläche der Christusfigur reinigte und genauer unter die Lupe nahm, fand er auch einen kleinen zusammengerollten Zettel in der Seitenwunde. Dieser gibt den Forschern Rätsel auf: Da das Papier sehr vergilbt sei, hätten die Zeichen darauf bislang nicht entziffert werden können.

Die bis zum 13. Dezember laufende Caritas-Ausstellung zeigt die Umsetzung des Themas Nächstenliebe in Kunst und Kultur im Laufe der Jahrhunderte. Zu sehen sind zum Beispiel antike Sarkophage, Wandmalereien aus römischen Katakomben und mittelalterliche Bücher.