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Blitzer-Marathon

Bürger melden hunderte "Wutpunkte" für Blitzer-Marathon

26.06.2012 | 11:59 Uhr
Geschwindigkeitskontrolle in Oberhausen: Am 3. Juli findet der zweite Blitzer-Marathon in NRW statt. Foto: Tom Thöne / WAZ FotoPool

Essen.  NRW steht der nächste Blitzer-Marathon bevor. Bei den Polizeirevieren sind schon hunderte Meldungen über "Wutpunkte" eingegangen, an denen sich die Bürger Tempo-Kontrollen wünschen. Doch längst nicht an allen neuralgischen Punkten kann auch tatsächlich geblitzt werden.

So viel Post bekommt die Polizei selten: Seit Montagmorgen sind die Mail-Postfächer und Telefonnummern geschaltet, mit denen Bürger "Wutpunkte" melden können - und offenbar machen sie davon reichlich Gebrauch. 70 Mails in den ersten Stunden meldet die Polizei Duisburg , über 200 Anrufe und genauso viele Mails sind in Essen eingegangen .

"Wutpunkte", das sind Straßen, auf denen aus Sicht der Bürger zu viele Raser unterwegs sind. Dort will die Polizei beim zweiten Blitzer-Marathon am Dienstag, den 3. Juli, schwerpunktmäßig Geschwindigkeitskontrollen aufbauen.

Essener Polizei will Blitzer flexibel einsetzen

Allein in Essen sollen dann an rund 60 Blitzer stehen. Wenn es nach den Bürgern geht, stehen diese dann besonders an Anwohnerstraßen, die als Schleichweg genutzt werden. Diese seien bislang besonders häufig genannt worden, heißt es bei der Essener Polizei.

Für den Blitzer-Marathon stehen den Essener Beamten rund ein Dutzend Messgeräte zur Verfügung. Weil damit längst nicht alle gemeldeten Punkte abgedeckt werden können, will die Polizei flexibel vorgehen: Gehen an einer gemeldeten Stelle zu wenige Raser ins Netz, wird das Gerät ab- und an einer anderen Stelle wieder aufgebaut.

So will auch die Dortmunder Polizei vorgehen. Dort sind am Montag schon 120 Mails mit Hinweisen eingegangen. Die Beamten wollen diese am Mittwoch auswerten und die verfügbaren Blitzer dann räumlich und zeitlich verteilen. "Es macht wenig Sinn, in einem reinen Wohngebiet um 23 Uhr zu kontrollieren", sagt ein Sprecher. Dann seien dort schlicht zu wenig Autos unterwegs. In Wohngebieten sei dagegen die Feierabendzeit interessant, weil viele Menschen schnell nach Hause wollen - ohne Rücksicht auf Tempo-Begrenzungen.

Düsseldorf konzentriert sich auf Bürger-Hinweise

In Düsseldorf sollen die Blitzer an den Stellen aufgebaut werden, die von vielen Bürgern gemeldet werden. Allerdings müsse man vorher ein wenig selektieren, erklärt ein Sprecher. Beispielsweise dürfe die Polizei nicht direkt hinter Ortsschildern Blitzer aufstellen . Auch in Kurven sei es problematisch, weil die Messgerät dort nicht präzise genug arbeiten würden.

Wie viele Hinweise bislang eingegangen sind, verrät die Düsseldorfer Polizei nicht. Allerdings weist der Sprecher daraufhin, dass kein Hinweis verloren geht: "Wenn wir einen gemeldeten 'Wutpunkt' am 3. Juli nicht besetzen können, dann haben wir den auf dem Schirm und werden in den folgenden Wochen dort kontrollieren."

Wo die Blitzer stehen, entscheiden Ministerium und Polizei Ende der Woche

Im Innenministerium in Düsseldorf, das die Aktion koordiniert, rechnet man damit, dass deutlich Wutpunkte gemeldet werden als Blitzer zur Verfügung stehen. Ende der Woche will das Ministerium deshalb mit den Polizeibehörden zusammen diskutieren, wo tatsächlich geblitzt wird. Die endgültige Entscheidung darüber treffen die Polizeidirektionen vor Ort. "Wir können und wollen das gar nicht für alle Städte und Gemeinden entscheiden", sagt eine Sprecherin des Ministeriums.

Wie viele Rückmeldungen bislang insgesamt eingegangen sind, kann das Ministerium nicht sagen. Denn die Bürger melden sich bei den Polizeirevieren vor Ort. Dort werden die Meldungen gesammelt und erst am Mittwoch ans Ministerium weitergereicht.

Hier können Sie Wutpunkte für den Blitzer-Marathon melden

Noch bis Mittwochfrüh können Bürger weitere "Wutpunkte" melden. Die Polizeibehörden sind generell von Montag, 25.06.2012, 08.00 Uhr bis Mittwoch, 27.06.2012, 06.00 Uhr per E-Mail und/oder Telefon erreichbar. Wenn die Termine davon abweichen, ist das gekennzeichnet.

Wenige sind zu schnell

  1. Seite 1: Bürger melden hunderte "Wutpunkte" für Blitzer-Marathon
    Seite 2: Wutpunkt-Meldestellen von A bis F
    Seite 3: Wutpunkt-Meldestellen von G bis L
    Seite 4: Wutpunkt-Meldestellen von S bis W

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Kommentare
03.07.2012
12:04
Bürger melden hunderte
von Newstar | #46

Oh Mann - Stasi, Petzen, Denunzianten - was für Ausdrücke wenn es darum geht Raser zu beruhigen.
Wer in der Tempo 30-Zone 30 fährt wird schon von hinten bedrängelt. Wem einmal bei Tempo 30 ein Kind vor das Auto läuft, wird merken, dass auch 30 ganz schön schnell ist. Anscheinend stellen Regeln für viele Autofahrer nur eine Behinderung ihrer individuellen Freiheit dar - das Regeln auch Zusammenleben fördern, scheint keine Rolle zu spielen.

Aber nur zu Blitzen reicht nicht. An den Gefahrenstellen sollten bauliche Maßnahmen die Gefahren mindern. Damit tut man Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern einen Gefallen. Ein Blick in die Niederlande genügt da schon.
Ganz nebenbei ist es natürlich sinnvoll zu prüfen, ob wirklich jedes Tempolimit auch wirklich sinnvoll ist. Wenn auf 300 Metern die Geschwindigkeitsangabe 3 mal wechselt, habe auch ich keine Lust immer zu bremsen.

01.07.2012
17:19
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von thokau | #45

Wir sind halt nicht nur ein Volk von Fußballbundestrainern, sondern auch ein Volk von Polizisten.
Zuletzt bestens gesehen und angewendet in der ehemaligen DDR!
Zu Vorteil oder Nachteil für den Staat oder die leeren Kassen der Komunen, kein Kommentar?!

27.06.2012
19:49
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von sprichdichaus | #44

Nun bleibt erst einmal abzuwarten ob sich wirklich der erhoffte Erfolg für die Anwohner betroffener Strassen einstellt. Eine andere technisch machbare Lösung wäre unsere Fahrzeuge mit einem GPS - Empfänger serienmäßig auszurüsten der die Fahrzeuggeschwindigkeit automatisch in den jeweiligen Geschwindigkeitszonen begrenzt. Das ist wie erwähnt machbar und würde bei serienmäßiger Ausstattung unwesendlich teurer.

1 Antwort
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von Codemancer | #44-1

Das würden die Menschen in der heutigen Zeit nicht akzeptieren - sie würden es, wie diese Kontrollen, als Gängelung des Staatsbürgers betrachten.

Diese Verhalten erkennt man doch klar an den hier verfassten Kommentaren einiger Benutzer. Bei all der sich selbst angedichteten Intelligenz sind hier die Wenigsten in der Lage, über den eigenen Vorteil hinweg auf das große Ganze zu sehen. Die Allgemeinheit verliert genau dann an Bedeutung, wenn die eigenen Rechte auch nur geringfügig beschnitten werden.

Ich hoffe, dass der unsere Zeitgeist bald mal zumindest ein wenig erwachsen wird.

27.06.2012
17:18
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von krichgarnixmit | #43

Wenn mir diese ganzen Leute, die hier ueber "Denunzierung" reden, mir erklären wuerden, wen ich eigentlich denunziere, wäre ich ihnen zu Dank verknotet. Ich mache nicht mehr, als eine Strasse zu melden, keine einzige Person wird von mir benannt. Wer so bloed ist und sich nicht an bestehende Vorschriften hält, ist doch selbst schuld! Und für solche Flachp......en soll ich noch Verstaendnis haben?

27.06.2012
12:54
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von n_macker | #42

In der Schule wurde Petzen verwämmst, sollte man wieder einführen

1 Antwort
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von Codemancer | #42-1

Was denn, was denn? Beleidigt, weil sich seit der Schulzeit die Nahrungskette umgekehrt hat?

27.06.2012
12:26
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von pitchi | #41

Die Wutbürger können selbst zuschauen, weil sie eingeladen sind. WAZ Lokal:
"Unseren ausgewählten „Messpaten“ bieten wir an, am zweiten Blitz-Marathon aktiv teilzunehmen und uns am 3. Juli an einer Kontrollstelle zu besuchen. " Die aus einen offenen Brief der Polizei. Viel Spass!!!

27.06.2012
10:04
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von Wen_juckts | #40

Ähmmm,
50 heisst max 50 und nicht mindestenes, und nein jemand mit 48 stellt keine Verkehrsbehinderung dar, welche man mit 70 umfahren darf.
Woher kommt eigentlich dieses gestörte Verhältnis zu Regeln und Verodnungen?
Wer es an diesem Tag schafft geblitzt zu werden sollte dringend zur MPU, da kann was nicht stimmen.

27.06.2012
09:46
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von HansiwurstI | #39

viele hier haben anscheinend den Begriff "Denunziant" nicht verstanden.

27.06.2012
08:24
Bürger melden hunderte
von mt62 | #38

alles nur ein Riesenabzocke. War gerade in England. So viele Starenkästen hab ich noch nie gesehen. Und - die sind knallgelb und schon von weitem zu erkennen. Das ist fair und Verkehrserziehung. Da lauert keiner hinter Büschen!

1 Antwort
Bürger melden hunderte
von Throki | #38-1

Sie sollen sich eben überall an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten und nicht nur wenn sie einen großen gelben Kasten in der Ferne auftauchen sehen.
Diese "Abzocke" lässt sich ganz leicht wirkungslos machen, wenn man einfach nicht zu schnell fährt.

27.06.2012
08:01
Bürger melden hunderte
von T3-Bus | #37

ich freue mich schon auf die Wutbürger welche Ihre Anwohnerstrasse als Wutpunkt gemeldet haben und dann selbst in die Falle gehen. Vielleicht nicht an diesem angekündigten Tag, aber es wird der Tag kommen !

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