Bürger in NRW leiden besonders unter Stress

An Rhein und Ruhr..  Die gute Nachricht: Die Menschen in Nordrhein-Westfalen können noch viel mehr für ihre Gesundheit tun. Die schlechte: Zu viele rauchen, trinken mehr als sie sollten oder bewegen sich zu wenig. Nur acht Prozent der Menschen in Nordrhein-Westfalen leben in Sachen Bewegung, Ernährung, Stress und Alkohol laut einer Studie rundum gesund. Damit liegt NRW zusammen mit Berlin auf dem letzten Platz des Gesundheitsreports 2015 der Deutschen Krankenversicherung DKV.

Viele Staus, lange Arbeitswege

Schwacher Trost: Auch der Spitzenreiter Mecklenburg-Vorpommern kommt gerade mal auf 18 Prozent, im Bundesdurchschnitt tun nur elf Prozent der Menschen nach Ansicht der Wissenschaftler genug, um ihre Gesundheit zu erhalten.

Die private Kasse hatte in Zusammenarbeit mit der Sporthochschule Köln 2014 mehr als 3000 Menschen etwa zu ihrer Ernährung, zu Stressempfinden und Bewegung befragen lassen. Untersucht wurden die Teilnehmer nicht. Die Ergebnisse sind laut DKV repräsentativ und wurden gestern veröffentlicht.

Einer der Faktoren, die die Gesundheit in Nordrhein-Westfalen besonders belasten, ist Stress. Gefragt wurde nach dem Stressempfinden und dem Umgang mit der Belastung. Demnach klagen 53 Prozent der Menschen in NRW über ungesunden Stress, aber lediglich 40 Prozent in Hamburg. In Berlin und Niedersachsen halten sich Leiden unter Stress und richtiger Umgang damit genau die Waage.

In NRW seien die Wege zur Arbeit lang und es gebe viele Staus, sagte der Leiter des Gesundheitsreports der Deutschen Krankenversicherung DKV, Ingo Froböse: „Vielleicht trägt das zur hohen Stressbelastung bei.“

Bei der richtigen Ernährung liegt NRW immerhin im oberen Mittelfeld – dazu reicht allerdings schon ein Bevölkerungsanteil von 47 Prozent, der den Speiseplan ausgewogen zusammenstellt. Hier steht Baden-Württemberg mit 36 Prozent ganz unten.

Auch beim Thema richtiger Umgang mit Alkohol kommt NRW relativ gut weg (vierter Platz). Mit einem Raucheranteil von 33 Prozent liegt es aber nur in der Mitte und mit 51 Prozent der Leute, die sich ausreichend bewegen, auf dem vorletzten Platz.