Das aktuelle Wetter NRW 18°C
Region

Bistum bedauert Abweisung von Vergewaltigungsopfer

17.01.2013 | 14:09 Uhr
Foto: /ddp/Roland Magunia

Das Erzbistum Köln weist Berichte zurück, wonach Vergewaltigungsopfer nicht mehr in katholischen Krankenhäusern behandelt werden dürfen. "Wir bedauern sehr, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden ist, dass Opfer einer Vergewaltigung in katholischen Krankenhäusern nicht mehr behandelt werden dürfen. Das ist falsch", teilte das Bistum am Donnerstag mit.

Köln (dapd-nrw). Das Erzbistum Köln weist Berichte zurück, wonach Vergewaltigungsopfer nicht mehr in katholischen Krankenhäusern behandelt werden dürfen. "Wir bedauern sehr, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden ist, dass Opfer einer Vergewaltigung in katholischen Krankenhäusern nicht mehr behandelt werden dürfen. Das ist falsch", teilte das Bistum am Donnerstag mit. Auch in diesen Kliniken erhielten die betroffenen Frauen die notwendige Heilbehandlung, dazu gehöre auch eine Spurensicherung.

Zuvor hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet, dass zwei Kliniken, die von der Stiftung der Cellitinnen zur hl. Maria geführt werden, ein mutmaßliches Vergewaltigungsopfer abgewiesen hatten. Demnach war die Frau wohl mit K.o.-Tropfen Mitte Dezember betäubt worden und erst einen Tag später wieder zu sich gekommen.

Eine Notärztin, die eine Vergewaltigung nicht ausschließen konnte, habe die Kliniken um eine Spurensicherung gebeten, um mögliche Tatspuren gerichtsverwertbar zu sichern. Dabei sei sie mit der Begründung abgewiesen worden, die Untersuchung zur Beweissicherung sei untersagt, weil damit ein Gespräch über eine mögliche Schwangerschaft und deren Abbruch sowie das Verschreiben der Pille danach verbunden sei. Die katholischen Kliniken dürfen aus moralischen Gründen dieses Mittel nicht verschreiben.

Die Stiftung sprach in einer Stellungnahme von einem Missverständnis, das zur Ablehnung der Frau geführt haben. Der Vorfall werde derzeit intern geprüft. Das Hilfsangebot der Kliniken umfasse auch eine anonyme Spurensicherung.

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Ein Landtags-Abgeordneter der Grünen hat in Dortmund Zigarettenplakate überklebt — eine Straftat. Meinen Sie auch, dass Tabakwerbung komplett verboten werden muss?

Ein Landtags-Abgeordneter der Grünen hat in Dortmund Zigarettenplakate überklebt — eine Straftat. Meinen Sie auch, dass Tabakwerbung komplett verboten werden muss?

 
Aus dem Ressort
Polizei durchsucht besetzte Kirche in Dortmunder Nordstadt
Polizei-Aktion
Die Dortmunder Polizei durchsucht eine besetzte Kirche in Dortmunds Nordstadt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft geht es darum, Hinweise auf Personen zu finden, die am Wochenende Steine auf Polizisten und Demonstranten geworfen haben sollen. Wegen der Aktion ist die Enscheder Straße gesperrt. 
"Bang Boom Bang" - der Ruhrpott-Kultfilm feiert Geburtstag
Kultfilm
15 Jahre ist es her, das die Ruhrgebietskomödie „Bang Boom Bang“ auf den Kinoleinwänden gezeigt wurde. Als Kleinganove „Schlucke“ ist Martin Semmelrogge bei vielen Fans unvergessen. An die Dreharbeiten erinnert sich der Schauspieler, als ob es gestern gewesen wäre.
Als „Dankeschön“ fürs Ehrenamt ein Knöllchen
Park-Posse
Auf dem Bahnhofsvorplatz in Duisburg-Großenbaum ist Parken nur auf eingeschränkt erlaubt. Hans Wirtz (77) pflegt schon lange die dortige Linde und das Beet, das sie umgibt. Damit er die Gartenutensilien nicht weit schleppen muss, parkte er direkt dahinter - und handelte sich nun ein Knöllchen ein.
Weltkriegsbombe legt öffentliches Leben in Herne lahm
Großeinsatz
Das wird nicht lustig: Die Entschärfung einer Weltkriegsbombe wird am Sonntag für erhebliche Probleme sorgen. Die Vorbereitungen für den Großeinsatz laufen auf Hochtouren. Und die Polizei will mit stärkerer Präsenz Einbrüchen vorbeugen. Alles Wichtige erfahren Sie hier.
Verärgerter Pensionär blitzt Raser mit eigener Radarpistole
Raser
Bernd Bracht ist sauer: Der pensionierte Postangestellte wohnt an der Dellwiger Straße in Essen — und dort rasen die Autos trotz Tempolimits, sagt er. Jetzt griff er kurzerhand zur Selbstjustiz. Mit einer Radarpistole blitzte er Autos und schickte sein "Beweismaterial" zur Polizei.