Bis 29 Grad am Montag - komische Heilige, diese Eisheiligen

Keine ganz schlechte Idee für diesen Montag: Bei 29 Grad ab ins Freibad. Aber besser vorher informieren - mänche Bäder sind noch nicht geöffnet.
Keine ganz schlechte Idee für diesen Montag: Bei 29 Grad ab ins Freibad. Aber besser vorher informieren - mänche Bäder sind noch nicht geöffnet.
Foto: Arne Poll
Ein richtiger Sommertag erwartet Nordrhein-Westfalen am Montag. Dabei ist es der erste Tag der Eisheiligen. Was ist da los - und wie geht es weiter?

Essen.. Die Woche startet mit einem Sommertag: Am Montag wurden in NRW Temperaturen bis 29 Grad erwartet. Von bis zu 27 Grad im Ruhrgebiet und bis zu 28 am Rhein ging der Wetterdienst Meteogroup am Morgen aus. In der Kölner Bucht seien sogar bis zu 29 Grad drin.

"Das wird ein richtiger Sommertag", sagte Oliver Klein von Meteogroup. Von einem Sommertag sprechen Meteorologen ab 25 Grad, ab 30 Grad ist es für sie ein "heißer Tag". So weit ist es nun aber noch nicht.

Am Dienstag wird es schon wieder kühler

Und es ist ein kurzer Sommer: Schon ab Dienstag wird es wieder kühler in NRW, es werden mehr Wolken am Himmel sein, in Teilen des Landes ist mit Schauern und Gewittern zu rechnen, etwa in der Eifel und im Sauerland. 24, 22, 19, 17 Grad - so sieht der Abwärtstrend bei den Höchsttemperaturen aus, den Oliver Klein für Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag in NRW voraussagt.

Erst warm, dann kalt - sind das schon die Eisheiligen? Vom Kalender her schon: Als Eisheilige werden ja traditionell die Tage zwischen dem 11. und dem 15. Mai bezeichnet. Von der "zweiten Maidekade" sprechen die Meteorologen. Polarlufteinflüsse können in dieser Zeit in Mitteleuropa noch letzte Kälteeinbrüche mit Frost bringen - was katastrophale Folgen für die jungen Pflanzen auf den Feldern haben kann.

Wind und Wolken verhindern richtige Eisheilige

Aber von Nachtfrost ist derzeit keine Rede. "Kalt wird es an den Eisheiligen nur, wenn die eingeströmte Polarluft zur Ruhe kommt und keine Wolkendecke da ist, die vor dem Auskühlen schützt." In diesen Tagen ist das anders: Es bleibt auch in den Nächten wolkig und windig - und dadurch einigermaßen mild.

Eisheilige mit 29 Grad - ist das ungewöhnlich? Nicht, wenn man nur kurz zurückblickt. Zum einen kamen auch die Eisheiligen in der Vergangenheit nie zuverlässig. Zum anderen habe es in den vergangenen zehn Jahren mehrere Maimonate gegeben, in denen das Thermometer sogar 30 erreichte - erinnert sich Meteorologe Klein. "Der Mai hält immer mal wieder Wärmevorstöße bereit", sagt er.

Langfristig ist die "kalte Sophie" auf dem Rückmarsch

Langjährige Wetteraufzeichnungen deuten allerdings an, dass Kaltlufteinbrüche an den Eisheiligen in den vergangenen 150 Jahren häufiger und intensiver waren als in der Gegenwart. Meteorologen werten das als mögliches Indiz für die Klimaerwärmung.

Die Bezeichnung Eisheilige geht auf den kirchlichen Heiligenkalender und die Kirchenfeste zurück, die das ländliche Leben lange prägten. Namensgeber sind Bischöfe und Märtyrer aus dem 4. und 5. Jahrhundert: Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und Sophia (15. Mai), auch "kalte Sophie" genannt. In einigen Regionen wird allerdings Mamertus nicht als Eisheiliger gezählt, in anderen fehlt Sophia. (dpa/abe)