Autofahrer flüchten nach schweren Unfällen

In Xanten ist in der Nacht zu Samstag die Leiche eines Mannes auf der Straße gefunden worden. Inzwischen ist das Unfallauto ermittelt.
In Xanten ist in der Nacht zu Samstag die Leiche eines Mannes auf der Straße gefunden worden. Inzwischen ist das Unfallauto ermittelt.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Nach einem Unfall in Xanten ist ein 52-Jähriger gestorben. Der Autofahrer ist offenbar geflüchtet, ohne sich um den Mann zu kümmern.

Düsseldorf.. Ein Mann ist am Wochenende in Xanten am Niederrhein vermutlich überfahren und einfach liegen gelassen worden. Ein alarmierter Notarzt konnte nur noch den Tod des 52-Jährigen feststellen, teilte die Polizei des Kreises Wesel mit. Ein Anwohner hatte ausgesagt, einen dumpfen Aufprall gehört und den Mann leblos auf der Straße liegen gesehen zu haben.

Die Polizei fand Stunden später den Unfallwagen und vernahm mehrere Personen. Wer das Auto gesteuert hatte, müsse noch geklärt werden.

Auf der A3 bei Oberhausen Richtung Arnheim erfasste ein Lkw-Fahrer nach Erkenntnissen der Polizei einen 62-Jährigen, der nach einer Reifenpanne am Samstag den Unfallort sichern wollte, schleuderte ihn auf die Fahrbahn und ließ den lebensgefährlich Verletzten nach Polizeiangaben dort einfach liegen. Ein zweiter Kraftfahrer und ein Wagen dahinter konnten noch rechtzeitig vor dem Schwerstverletzten stoppen, ein drittes Autofahrer prallte aber auf und schob die Fahrzeuge ineinander. Unter den vier Schwerverletzten sind zwei Kinder im Alter von sechs und acht Jahren. Der 62-Jährige wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht. Den flüchtigen Unfallverursacher stellte die Polizei an der Grenze.

Unfallflucht in NRW nimmt zu

Ein Straßenschild umfahren, einen fremden Wagen beim Ausparken beschädigen oder sogar Menschen verletzen - und sich dann einfach aus dem Staub machen: Unfallflucht hat im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen zugenommen. 2014 wurden 119 750 Fälle von Fahrerflucht gemeldet, der höchste Wert seit fünf Jahren, bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums einen Bericht der "Rheinischen Post". Im Vorjahr waren noch 116 362 Fälle gemeldet worden. Hinzu kommt eine Dunkelziffer.

"Unfallflucht ist eine Straftat und wird intensiv und akribisch ermittelt", sagte Sprecher Wolfgang Beus der Deutschen Presse-Agentur. Die Aufklärungsquote liege im Durchschnitt bei 46 Prozent. In Fällen, in denen Personen zu Schaden kommen, betrage die Quote sogar 66 Prozent. Beus: "Niemand sollte sich sicher fühlen, dass er mit Fahrerflucht davonkommt."

Nach Auskunft der Landesleitstelle der Polizei vergeht in NRW kein Tag, an dem nicht in mehreren Fällen wegen Unfallflucht ermittelt werden muss - ob es um den dem Ratscher beim Einparken geht oder sogar um Fälle mit schwerwiegenden Folgen. (dpa)