Anwalt von Discount-Kanzleien vor Gericht

Dortmund..  Mit seiner Geschäftsidee hätte der Dortmunder Rechtsanwalt reich werden können. Aber er scheiterte schnell. Seit Mittwoch sitzt er vor dem Landgericht Dortmund wegen Insolvenzverschleppung. Bei 14 jungen Rechtsanwälten soll er laut Anklage einen Schaden von rund 700 000 Euro angerichtet haben.

2003 hatte der frühere Boss der JuraXX-Rechtsanwaltsgesellschaft von Dortmund aus für Aufsehen gesorgt. Er gab Jung-Anwälten Kanzleiraum in City-Lagen unter einem einheitlichen Logo, sorgte für transparente, niedrige Beratungsgebühren. Innerhalb kurzer Zeit hatte der 59 Jahre alte Rechtsanwalt bundesweit ein Netz aus 34 Kanzleien aufgebaut. „Discounter“ nannten ihn Konkurrenten. Die Anwälte mussten als Gegenleistung 50 000 Euro Einlage zahlen. Vorgeworfen wird ihm jetzt, dass er ab 2006 weiter Kollegen anwarb und ihnen die 50 000 Euro abnahm, obwohl ihm die finanzielle Schieflage der Kette bekannt gewesen sei. 2007 musste sie Insolvenz anmelden.

50 000 Euro Einlage bei JuraXX

Der Angeklagte schweigt, seine Anwälte rügen die Besetzung des Gerichtes als willkürlich. Das Landgericht Dortmund hatte die am 2. Januar 2011 eingegangene Anklage wegen angeblicher Arbeitsüberlastung der zuständigen Kammer 2014 an eine Hilfskammer übertragen.