Anrainer gegen mehr Starts

An Rhein und Ruhr..  Mit deutlicher Mehrheit hat sich die Fluglärmkommission des Flughafens Düsseldorf gestern gegen die geplante Erweiterung der Betriebsgenehmigung ausgesprochen. Der Airport möchte – wie die NRZ berichtete – statt wie bisher 45 künftig 60 Flugbewegungen pro Stunde im Parallelbahnbetrieb abwickeln. Zwei Drittel der in der Runde vertretenen Anrainerkommunen jedoch lehnten dies ab, den Antrag dazu hatte die Stadt Meerbusch gestellt. „Das ist ein starkes Votum und ein deutliches Signal ans Ministerium, dass ein weiteres Wachstum des Flughafens auf Kosten der Anwohner mit uns nicht zu machen ist“, freute sich Meerbuschs Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage (CDU).

Allerdings: Mehr als ein Signal ist es nicht, die Fluglärmkommission ist keinerlei Entscheidungsgremium mit Weisungsbefugnis für den Airport. Genehmigungsbehörde für die vom Flughafen gewünschte erweiterte Betriebsgenehmigung ist das NRW-Verkehrsministerium. In der Fluglärmkommission sind neben Meerbusch die Städte Düsseldorf, Duisburg, Essen, Heiligenhaus, Kaarst, Korschenbroich, Moers, Mülheim, Neuss, Willich und Ratingen vertreten. Hinzu kommen der Verein „Bürger gegen Fluglärm“, der Flughafen selbst sowie die Gesellschaften Lufthansa und Air Berlin. Getagt wird nicht öffentlich.

Eine große Sorge der Anrainer liegt in der Wahrung der Nachtruhe. Im Jahr 2014 landeten nach Angaben der Stadt Meerbusch auf dem Düsseldorfer Flughafen über 10 000 Maschinen nach 22 Uhr. Nach 23 Uhr waren es über 1200. Bürgermeisterin Mielke-Westerlage fordert, das die „Homebase-Carrier-Regelung“ und die „Off-Block-Regelung“ abgeschafft werden. Die „Homebase-Carrier-Regelung“ gewährt den acht am Flughafen ansässigen Gesellschaften u. a. auch Landungen nach 23 Uhr. Nach der „Off-Block-Regelung“ gelten Maschinen als gestartet, die am Startflughafen die Türen geschlossen und das Gate verlassen haben. Wegen Staus an der Startbahn zieht sich der tatsächliche Start aber oft noch hin.