335 Quadratmeter Gartenparadies

An Rhein und Ruhr..  „2015 könnte ein gutes Gartenjahr werden“, sagt Johannes Hoppen. Was ihn so zuversichtlich macht? Ein kleines Gehölz in seinem Gartenstück im Kleingartenverein Carl-Funke in Essen-Heisingen. Knapp anderthalb Meter wachsen die dünnen Äste hoch, und sie sind des Kleingärtners besonderer Stolz. Hoppen nimmt einen dünnen Zweig in die Hand und beugt sich hinunter. „Diese kleinen Knubbel werden einmal Früchte sein.“ Wer genau hinsieht, entdeckt viele dieser kleinen Knubbel. „Ein Feigenbaum“, löst der Hobbygärtner das Rätsel, und man sieht ihm die Vorfreude auf eine nicht unerhebliche Zahl leckerer Früchte an.

Seit 1991 besitzt Hoppen die 335 Quadratmeter große Grün-Oase am Ufer des Baldeney-Sees. Wetter-Kapriolen bringen ihn und seine Frau Anna-Maria schon lange nicht mehr aus der Ruhe. Die letzten klirrend kalten Frost-Nächte? Kein Problem. Der jetzt anstehende steile Anstieg der Temperaturen bis hin zum T-Shirt-Wetter? Für den Garten keine Schwierigkeit. Für den Gärtner schon. „Im Winter haben wir nicht so viel zu tun. Da kümmern wir uns nur um den Beschnitt der Obstbäume, wenn es frostfrei ist. Aber wenn es jetzt warm wird, dann geht es wohl richtig los“, sagt der 63-Jährige und legt die Stirn in Falten.

Sein Blick wandert in eine Ecke des Gartens. Den kleinen Teich wird sich Hoppen am Wochenende längere Zeit aus der Nähe ansehen. „Das Moos muss weg.“ Und weil Hoppen seit jeher komplett auf Chemie verzichtet, geht es um ehrliche harte Handarbeit auf den Knien. Eine der ganz wenigen Arbeiten in seinem Garten, auf die der Hoppen gut und gerne verzichten könnte, aber sie gehört nun mal dazu.

Sensible Pflanzen überwinternim kleinen Gewächshaus

Zu tun gibt es aber auch in anderen Ecken noch genug. Die Stauden vor der gemütlichen Holzterrasse sind nicht alle zurückgeschnitten, bis zu 40 Terracottatöpfe wollen irgendwann in diesem Frühjahr wieder ihre Plätze einnehmen, und auch aus dem kleinen gläsernen Gewächshaus soll in den kommenden Tagen wieder ein Cherry-Tomaten-Paradies werden. Noch stehen dort ein paar Pflanzen zum Überwintern.

Gemüse- und Obstpflanzen spielen ohnehin im Garten der Hoppens eine große Rolle. Und das nicht nur, weil es das Bundeskleingartengesetz so will. Demnach soll eine Kleingartenparzelle nämlich gedrittelt werden: ein Drittel Rasenfläche und Zierpflanzen, ein Drittel bauliche Nutzung durch Laube und Terrasse und eben ein Drittel Nutzpflanzen.

36 Köpfe Salat werden in diesem Sommer in den Hochbeeten wachsen. Lollo Rosso, Lollo Bianco und Eisberg. Dazu wird der Nashi-Baum kiloweise japanische Apfel-Birnen abwerfen. Und schon jetzt freuen sich die Freunde der Hoppens wieder auf das ein oder andere Glas selbstgekochtes Johannisbeeren-Gelee.

Zucchinis benötigenbesonders viel Kraft

Ein weiteres kulinarisches Highlight zieht der Hobbygärtner sogar gleich für ein paar Gartenfreunde aus dem Verein mit groß. Die Zucchinis aus Garten Nummer 15 sind berühmt. Johannes Hoppen pflanzt sie oben auf seinen dreijährigen Komposthaufen. „Zucchinis brauchen besonders viel Kraft. Der frisch kompostierte Boden hat genug davon abzugeben. Da kann man dem Gemüse beim Wachsen zusehen.“