30 Meter in die Tiefe gestürzt

Düsseldorf..  Schock an der Düsseldorfer Kunstakademie: Zwei Studenten sind in der Nacht zu gestern vom Dach des Hauptgebäudes in einen stillgelegten Kaminschacht gestürzt. Die Frau und der Mann waren im Haus, um den Montag startenden „Sommerrundgang“ der Akademie vorzubereiten. Verbotenerweise kletterten sie später auf das Dach und hatten sich auf eine Abdeckung gestellt. Der Unfall geschah gegen 3 Uhr in der Früh. Sie stürzten fast 30 Meter in die Tiefe und wurden schwerst beziehungsweise lebensgefährlich verletzt.

Für die Feuerwehr war es ein aufwendiger Einsatz. Die beiden lagen auf dem Boden des Schachts und waren, trotz des Aufpralls aus großer Höhe, ansprechbar. Die Feuerwehr ging von oben und von unten vor, um zu den Verunglückten vorzudringen. Ein Höhenretter seilte sich vom Dach aus ab, weitere Helfer suchten im Inneren des Gebäudes den Kamin. Weil der Schacht zu eng war – etwa 80 mal 80 Zentimeter – konnten die Verunglückten im Kamin nicht ärztlich versorgt werden.

Die Frau war noch zwei Meter tiefer gestürzt, als der junge Mann, dessen Fall Stahlträger im Kamin stoppten. „Ihre lebensgefährlichen Verletzungen forderten von dem Höhenretter im Kamin sämtliches Know-how“, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Die Frau, laut Feuerwehr Mitte 20 Jahre alt, bekam in enger Absprache mit einem Notarzt, der den Einsatz von außen begleitete, Medikamente und wurde dann in ein spezielles Stützkorsett mit Halskrause gelegt – alles in der Enge des Kaminschachts. Weil die Stahlträger im Schacht es unmöglich machten, die Frau nach oben zu bergen und nicht entfernt werden konnten, stemmten Feuerwehrleute einen Teil der Wand auf. Das sei auch nötig gewesen, um Erschütterungen beim Transport zu vermeiden. Letztlich wurde die Frau zwei Meter hinauf gezogen und seitlich aus dem Schacht geholt.

Bei dem dreistündigen Einsatz waren 35 Feuerwehrleute im Einsatz.