23-Jährige aus Gladbeck verschleppt

Gladbeck..  Eine 23-jährige Frau ist am Wochenende von Familienangehörigen aus dem Gladbecker Stadtteil Brauck in ihren Heimatort bei Freiburg verschleppt worden. Mit zwei Autos hatte sich die Familie der jungen Frau vom Ort Efringen-Kirchen auf die 560 Kilometer lange Fahrt ins Ruhrgebiet begeben. Man vermutete die Frau in einer Wohnung in Gladbeck, berichtete die Polizei.

Dort habe man ihren gleichaltrigen Freund geschlagen und mit einer Waffe bedroht, um den genauen Aufenthaltsort der Frau zu erfahren. Am Samstag um zehn Uhr hätten dann mehrere Männer die Frau aus der Wohnung des Freundes gezerrt, in der sie sich versteckt hatte. Sie wurde in ein Auto verfrachtet und sei dann, begleitet von mehreren Männern, zurück nach Süddeutschland gebracht worden.

„Nach den polizeilichen Erkenntnissen ist die Familie gegen die Beziehung der 23-Jährigen mit dem jungen Mann“, teilte die zuständige Staatsanwaltschaft Essen am Dienstagmorgen mit. Noch am Samstag wurde das Polizeipräsidium Freiburg von der Gladbecker Polizei über die Entführung informiert. Eine Person aus dem Umfeld des 23-jährigen Freundes der jungen Frau habe die Beamten alarmiert, so das zuständige Polizeipräsidium Recklinghausen.

Sechs oder sieben Personen beteiligt?

Die Freiburger Polizei sei dann „sofort tätig geworden“, heißt es in der Mitteilung. Am Sonntagmorgen um vier Uhr stürmten Kräfte eines Polizei-Sondereinsatzkommandos das Haus der Familie und befreiten die Frau. Sie war unverletzt.

Drei Tatverdächtige wurden anschließend festgenommen, sind aber mittlerweile wieder auf freiem Fuß; vorläufig. Insgesamt waren laut Polizei sechs oder sieben Personen an der Verschleppung beteiligt. Nach Einschätzung der Polizei hatte die Familie der 23-Jährigen einen Ehepartner für sie ausgewählt und eine Hochzeit vorgesehen. Sie hielt dagegen an ihrer Beziehung zu dem 23-Jährigen in Gladbeck fest.