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Verkehrssicherheit

Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm bei Unfällen eine Mitschuld

17.06.2013 | 13:23 Uhr
Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm bei Unfällen eine Mitschuld
Radfahren ohne Helm ist gefährlich - und kann auch rechtliche Folgen bei einem Unfall haben. Das geht jetzt aus einem Urteil des schleswig-holsteinisches Oberlandesgerichts hervor.Foto: dpa

Schleswig.   Obwohl es für Radfahrer hierzulande keine Helmpflicht gibt, hat jetzt ein Gericht einer Radfahrerin ohne Helm Mitschuld an den Folgen eines Verkehrsunfalls gegeben. Das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht begründete, es könne davon ausgegangen werden, dass ein "verständiger Mensch" Helm trage.

Fahrradfahrer tragen bei einem Zusammenstoß mit einem anderen Verkehrsteilnehmer Mitschuld, wenn ein Helm ihre Kopfverletzungen ver- oder gemindert hätte. Dies gilt auch bei verkehrswidrigem Verhalten des Unfallgegners, wie am Montag der 7. Zivilsenat des schleswig-holsteinischen Oberlandesgerichts entschied (Urteil vom 5. Juni 2013; Az. 7 U 11/12).

Für Radfahrer bestehe zwar keine Helmpflicht, heißt es in der Begründung, aber sie seien im täglichen Straßenverkehr einem besonderen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Es sei unzweifelhaft, dass ein Helm vor Kopfverletzungen schütze, auch sei die Anschaffung wirtschaftlich zumutbar. "Daher kann nach dem heutigen Erkenntnisstand grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass ein verständiger Mensch zur Vermeidung eigenen Schadens beim Radfahren einen Helm tragen wird."

Im konkreten Fall fuhr die Klägerin mit ihrem Fahrrad ohne Helm auf der Straße an einem am Straßenrand parkenden Auto vorbei. Die Autofahrerin öffnete unmittelbar vor der Fahrradfahrerin die Tür. Die Radlerin konnte nicht mehr ausweichen und stürzte. Dabei zog sie sich eine schwere Schädel-Hirn-Verletzung zu. (dpa)



Kommentare
25.06.2013
20:00
Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm bei Unfällen eine Mitschuld
von spruehsahne | #44

...........das Urteil mal auf Fußgänger umgeschrieben:
Für Fußgänger bestehe zwar keine Protektorenpflicht, heißt es in der Begründung, aber sie seien im täglichen Straßenverkehr einem besonderen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Es sei unzweifelhaft, dass Körperprotektoren vor Körperverletzungen schützen, auch sei die Anschaffung wirtschaftlich zumutbar. "Daher kann nach dem heutigen Erkenntnisstand grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass ein verständiger Mensch zur Vermeidung eigenen Schadens beim Herumlaufen Körperprotektoren tragen wird."

19.06.2013
12:10
Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm bei Unfällen eine Mitschuld
von Stadewaeldchen | #43

Ich habe gerade ein kurzes Interview mit der zuständigen Richterin auf Radio Hamburg gehört und seitdem graust es mich noch mehr. Die gute Dame lässt die Faktenlage völlig außer acht.
Ihrer Meinung nach ist Radfahren gefährlich, weil es nicht überall Radwege gibt (stimmt doppelt nicht, denn Radfahren ist nicht besonders gefährlich und Radwege steigern nicht die Sicherheit der Radfahrer) und Fußgänger müssen sich nicht schützen, weil sie nicht am öffentlichen Verkehr teilnehmen und daher nicht so stark gefährdet sind (Stimmt auch nicht, da Fußgänger sehr wohl in der Regel am öffentlichen Verkehr teilnehmen und deren Kopfverletzungsrisiko tatsächlich größer ist, als das der Radfahrer).
Diese Richterin hat nicht nur den Radfahrern einen Bärendienst erwiesesn, sondern dem Vertrauen in die Rechtssprechung insgesamt.

2 Antworten
Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm bei Unfällen eine Mitschuld
von MisterStringer | #43-1

Wenn Sie die Beachtung der Faktenlage durch die Richterin bemängeln, sollten Sie eventuell Ihre eigene Bewertung der Fakrenlage noch einmal überprüfen.
Radfahren an sich mag nicht sonderlich gefährlich sein. Im Vergleich zu Fußgängern ist die erreichte Geschwindigkeit jedoch um ein Vielfaches größer, somit auch die Gefahr für Verletzungen im Falle eines Unfalls.
Radwege - besonders wenn sie baulich abgetrennt sind - steigern die Sicherheit der Radfahrer erheblich.
Fußgänger bewegen sich zu einem großen Teil auf Gehwegen. Dies gilt für Radfahrer nicht. Von daher nehmen Fußgänger im Vergleich zu Radfahrern in der Tat wesentlich weniger am öffentlichen Verkehr teil.
Ob das Kopfverletzungsrisiko bei Radfahrern im Vergleich zu Fußgängern signifikant geringer ist, kann ich nicht beurteilen, erscheint mir aber fragwürdig.

Wenn man sich aber die Kommentare hier so durchliest, kommt man zu dem Schluß, daß bei vielen eine Helmpflicht in der Tat überflüssig ist, weil da nichts zu schützen ist.

Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm bei Unfällen eine Mitschuld
von Stadewaeldchen | #43-2

Zitat:" Radwege - besonders wenn sie baulich abgetrennt sind - steigern die Sicherheit der Radfahrer erheblich."
Einen Beleg für diese Behauptung suche ich seit 20 jahren, bisher vergeblich. Lassen Sie mich an Ihren Erkenntnissen teilhaben.

Zitat: " Im Vergleich zu Fußgängern ist die erreichte Geschwindigkeit jedoch um ein Vielfaches größer, somit auch die Gefahr für Verletzungen im Falle eines Unfalls." Dennoch ist das Risiko eines Fußgängers an einer Kopfverletzung zu sterben fast doppelt so groß wie das eines Radfahrers.

Zitat: "Fußgänger bewegen sich zu einem großen Teil auf Gehwegen. (...) Von daher nehmen Fußgänger im Vergleich zu Radfahrern in der Tat wesentlich weniger am öffentlichen Verkehr teil."
Seit wann ist der Gehweg kein öffentlicher Verkehrsraum mehr?

Zitat: "Ob das Kopfverletzungsrisiko bei Radfahrern im Vergleich zu Fußgängern signifikant geringer ist, kann ich nicht beurteilen, erscheint mir aber fragwürdig."
Ist aber nun mal Tatsache, recherchieren Sie selbst.

19.06.2013
00:26
Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm bei Unfällen eine Mitschuld
von buerger90 | #42

Ein Richter sollte nach Recht und Gesetz urteilen.
Das stelle ich hier einmal infrage.
Stattdessen brauchen wir einen jährlichen "TÜV" für Behörden und Politiker.
Aber bitte durch verantwortungsvolle und unabhängige Firmen, die aus dem Mittelstand kommen und nicht der IHK anhängig sind.

18.06.2013
16:29
Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm bei Unfällen eine Mitschuld
von Bodesein | #41

...und demnächst habe ich wohl auch als Fußgänder eine Mitschuld, wenn mich ein Autofahrer verkehrswidrig über den Haufen fährt. Als "verständiger Mensch"hätte ich ja um den Schutz eines Helmes wissen müssen. Trägt ein unverständiger Mensch eigentlich auch eine Mitschuld bei so einem Unfall ?

18.06.2013
14:02
Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm bei Unfällen eine Mitschuld
von PeterMeier1963er | #40

Eine eigene Studie besagt, dass ein Helm vor schweren Kopfverletzungen schützt. Ich hatte schon 2 schwere Abstiege vom Rad. Beide hatten zur Folge, dass der Helm zerstört war. Bei einem Sturz war dann auch noch das Schlüsselbein gebrochen.

Am Kopf selber habe ich keine Schäden gehabt. Nicht mal die kleinste Beule. Ohne Helm wäre ich sicherlich nicht so glimpflich davon gekommen. Da können die Prof´s an den Uni´s behaupten was sie wollen.

2 Antworten
Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm bei Unfällen eine Mitschuld
von wonko4 | #40-1

Also ich kenne einen der einen kennt dem sein Schwippschwager sagt dass Helme blöd sind. Jetzt weiß ich natürlich nicht ob Ihrer oder seiner "Studie" glauben soll.

Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm bei Unfällen eine Mitschuld
von PeterMeier1963er | #40-2

Ob Helme blöd sind oder nicht ist doch völlig schnurz. Mich hat der Helm vor 2 mal vor schlimmeren Kopfverletzungen bewahrt. Ich hoffe Sie haben meinen Kommentar gelesen. Aber eventuell sind Sie auch schon so häufiger auf den Kopf gefallen, dass es mit dem denken bei Ihnen etwas schwieriger ist. Ist nur eine Vermutung.

18.06.2013
11:55
Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm bei Unfällen eine Mitschuld
von Stadewaeldchen | #39

Aus einer Studie der Neurochirurgischen Universitätsklinik Münster:
"Die Auswertung der Münsteraner Studie dagegen zeigt, dass im Verletzungsgrad keine Unterschiede zwischen Helmträgern und unbehelmten Radfahrern nachzuweisen ist: Verletzte erleiden bei Fahrradstürzen meist mittelschwere Schädelhirntraumen, unabhängig davon, ob sie einen Helm getragen haben oder nicht."
Unzweifelhaft, daß ein Fahrradhelm schützt? Ich weiss ja nicht...

(Fundstelle des Zitats: http://www.regensburger-orthopaedengemeinschaft.de/orthojournal/details-journal/artikel/sicherheit.html)

18.06.2013
07:19
Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm bei Unfällen eine Mitschuld
von tomatenkiller_neo | #38

#36 Klar, wieder Äpfel mit Birnen verglichen - Fahrräder heizen ja auch auf
Autobahnen mit Tempo 250 :-))

1 Antwort
Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm bei Unfällen eine Mitschuld
von kuhgummikuh | #38-1

So ein Blödsinn!
Bei Tempo 250 spielen Schutzkleidung und Helm sicher keine Rolle mehr.
Die meisten Motorradunfälle ereignen sich aber bei sehr viel niedrigeren Geschwindigkeiten innerorts, und da tragen eine ordentliche Schutzkleidung ebenso wie ein entsprechender Kopfschutz zur Schadensminimierung bei.
Oder wollen Sie das auch bestreiten?

18.06.2013
01:11
Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm bei Unfällen eine Mitschuld
von astor97 | #37

wer recht hat...bekommt nicht immer Recht.... das Urteil ist ein Fehlurteil.. schönen Tag noch...

17.06.2013
23:25
Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm bei Unfällen eine Mitschuld
von kuhgummikuh | #36

Für Motorradfahrer ist das Tragen von Schutzkleidung (außer Helm) und Motorradschuhwerk nicht vorgeschrieben. Gleichwohl gibt es nach gesicherter Rechtsprechung Abzüge bei Schadensersatz und Schmerzensgeld, wenn man darauf verzichtet.
Warum sollte dieses bei Radfahrern anders gehandhabt werden?

3 Antworten
Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm bei Unfällen eine Mitschuld
von Stadewaeldchen | #36-1

Wenn es um gesicherte Erkenntnisse geht, das die eine oder andere Maßnahme tatsächlich Schutz bietet, kann ich das ja noch einigermaßen nachvollziehen, aber bitte nicht bei vermuteter Schutzwirkung. Das sehe ich bei Motorradfahrern wie bei Radfahrern so.

Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm bei Unfällen eine Mitschuld
von kuhgummikuh | #36-2

# von Stadewaeldchen
Gesicherte Erkenntnisse? Vermutete Schutzwirkung?
Bevor Sie solche Sachen schreiben sollten Sie sich mal auf den Unfallstationen der Krankenhäuser umsehen, in denen verunfallte Motorradfahrer behandelt werden, die keine Schutzkleidung getragen haben.
Wer auf diese Dinge freiwillig verzichet muß auch die Folgen tragen.

Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm bei Unfällen eine Mitschuld
von Stadewaeldchen | #36-3

kuhgummikuh, da haben Sie mich falsch verstanden. Das Motorradschutzkleidung vor bestimmten Verletzungen schützt, ist unstrittig. Beim Fahrradhelm ist das jedoch nicht so. Hier wird selbst von dem Gericht mit einer Vermuteten Schutzwirkung argumentiert. (Volltext des Urteils: http://www.gesetze-rechtsprechung.sh.juris.de/jportal/?quelle=jlink&docid=KORE215492013&psml=bsshoprod.psml&max=true)

Noch was zu Fahrradfahrern und Verletzungsrisiko: http://www.regensburger-orthopaedengemeinschaft.de/orthojournal/details-journal/artikel/sicherheit.html

17.06.2013
22:32
ein fragwürdiges Urteil
von karmey | #35

Mich würde mal interessieren, ob diese Richter selbst auch mal mit dem Rad fahren oder die Verkehrswelt nur aus der Windschutzscheibenperspektive wahrnehmen. Will man unsere Städte lebenswerter machen, den Verkehrskollaps verhindern und die Feinstaubbelastung reduzieren, dann müssen in den Städten Fahrrad und ÖPNV gefördert werden. Eine indirekte Helmpflicht - und das bedeutet dieses Urteil, wenn es Bestand hat - führt in die andere Richtung: Weniger Menschen werden das Fahrrad benutzen, denn das Mitschleppen und Tragen eines Helmes ist unbequem und reduziert die Freude am Radfahren. Überall, wo eine Helmpflicht eingeführt wurde, ist der Radverkehrsanteil gesunken.

Das bedeutet umgekehrt, dass noch mehr Menschen in den Städten das Auto nutzen werden, mit allen negativen Folgen. Auch das Verschuldungsprinzip wird auf den Kopf gestellt: Der Autofahrer, der unachtsam einen Radler verletzt oder tötet, ist jetzt nur noch teilweise verantwortlich.

1 Antwort
Urteil gibt Fahrradfahrern ohne Helm bei Unfällen eine Mitschuld
von PeterMeier1963er | #35-1

Glauben Sie das, was Sie schreiben? Ein Fahrradhelm ist nicht schwer. Er ist auch nicht unbequem. Man sollte da aber auch nicht zum 0815 Aldi Modell greifen. Gute Radhelme sind leicht, haben eine gute Belüftung und schützen vor schweren Kopfverletzungen. Das ist eine eigene Erfahrung.

Man sollte den Helm im Fachgeschäft kaufen und sich anpassen lassen. Warum wohl hat die UCI die Radprofis dazu verpflichtet, Radhelme zu tragen?

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