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Sternsinger ziehen von Haus zu Haus

28.12.2012 | 16:09 Uhr
Foto: /dapd/Timm Schamberger

In den nächsten Tagen werden viele Kinder in Deutschland in bunte Kostüme schlüpfen und von Haus zu Haus ziehen. Als Sternsinger wollen sie den Menschen den Segen für das neue Jahr bringen.

Würzburg (dapd-kid). In den nächsten Tagen werden viele Kinder in Deutschland in bunte Kostüme schlüpfen und von Haus zu Haus ziehen. Als Sternsinger wollen sie den Menschen den Segen für das neue Jahr bringen.

Immer im Januar klingeln die Sternsinger an den Türen der Menschen. Ihre Kostüme sollen an die Heiligen Drei Könige erinnern, die das Jesuskind im Stall von Bethlehem besucht haben. So steht es in der Bibel, dem wichtigsten Buch der Christen. Vor dem Dreikönigstag am 6. Januar brechen die Sternsinger in ganz Deutschland auf. Sie spenden Segen und bitten um Geld. Das Geld ist für Kinder gedacht, denen es nicht gut geht. Beim letzten Mal kamen so über 42 Millionen Euro zusammen. Etwa eine halbe Million Kinder machten bei der Aktion mit.

Am Freitag ist das Sternsingen wieder gestartet worden. In Würzburg im Bundesland Bayern kamen Kinder aus ganz Deutschland zusammen. Über 2.000 Mädchen und Jungen waren beim Auftakt dabei. Wie jedes Jahr haben die Kinder ein Motto. Es heißt "Segen bringen, Segen. Für Gesundheit in Tansania und weltweit!" Tansania ist ein Staat in Ostafrika. In dem Land leben rund 22 Millionen Mädchen und Jungen, die jünger als 15 Jahre sind. Wenn sie krank werden, sind sie nicht gut genug versorgt. Denn es gibt nur 100 Kinderärzte, sagen die, die das Sternsingen betreuen.

Mit dem Geld, das die Kinder in Deutschland als Sternsinger sammeln, soll sich die Lage für die Mädchen und Jungen in Tansania verbessern. Auch in anderen Ländern soll geholfen werden. Von dem Geld sollen beispielsweise Krankenhäuser gebaut werden. Es sollen medizinische Geräte gekauft werden, und es sollen Ärzte ausgebildet werden. Außerdem sollen Familien Medizin kriegen, wenn sie sie brauchen.

Wenn die Sternsinger an den Türen klingeln, ist ein Kind mit einem schwarz angemalten Gesicht dabei. Die Kinder machen das, weil der Geschichte nach einer der Heiligen Drei Könige eine dunkle Hautfarbe hatte. Die Kinder singen den Menschen Lieder, wenn sie öffnen. Außerdem schreiben sie mit Kreide den Segen über die Haustür. An vielen Häusern steht dann: 20*C+M+B+13. In dem Segen stecken die Jahreszahl sowie die lateinischen Wörter "Christus mansionem benedicat". Das heißt: Christus segne dieses Haus. Die Buchstaben C+M+B stehen außerdem für die Namen der drei Könige. Sie hießen Caspar, Melchior und Balthasar.

Die Sternsinger sind in Deutschland zum 55. Mal unterwegs. In allen Jahren zusammen haben sie mehr als 814 Millionen Euro gesammelt. Einige der Kinder dürfen jedes Jahr auch wichtige Politiker besuchen. Darunter sind die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, aber auch Joachim Gauck. Er ist der Bundespräsident von Deutschland und damit unser Staatsoberhaupt.

dapd

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