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Radio und Fernsehen: Gebühren werden künftig pro Wohnung fällig

30.12.2012 | 11:59 Uhr

"Die Sendung mit der Maus", die "Sesamstraße" oder "Löwenzahn": Damit Kinder und Erwachsene Sendungen wie diese im Fernsehen gucken können, müssen die Menschen in Deutschland Gebühren bezahlen. Am Dienstag ändert sich dabei etwas.

Berlin (dapd-kid). "Die Sendung mit der Maus", die "Sesamstraße" oder "Löwenzahn": Damit Kinder und Erwachsene Sendungen wie diese im Fernsehen gucken können, müssen die Menschen in Deutschland Gebühren bezahlen. Am Dienstag ändert sich dabei etwas.

Wer in Deutschland ein Radio oder einen Fernseher hat, muss dafür jeden Monat etwas bezahlen. Das Geld für Radio und Fernsehen wird Rundfunkgebühr genannt. Einige Sender bekommen es, um ihr Programm gestalten zu können. Es werden zum Beispiel die Moderatoren und Kameraleute bezahlt oder die Reporter, die aus anderen Ländern berichten. ARD und ZDF bekommen das Geld zum Beispiel - sie werden zu den sogenannten öffentlich-rechtlichen Sendern gezählt. Diese Sender müssen das Geld verwenden, um die Zuschauer und Zuhörer zu informieren, zu bilden und zu unterhalten. Dazu gehören Nachrichten, Wissenssendungen und auch Spielfilme. Andere Sender haben diese Pflicht nicht. Sie können zum Beispiel rund um die Uhr nur Sport oder Musik bringen. Deshalb bekommen sie die Rundfunkgebühren nicht. Sie zeigen stattdessen viel Werbung. Dadurch verdienen diese Sender ihr Geld.

Am Dienstag ändert sich bei den Rundfunkgebühren etwas. Die Menschen zahlen dann keine Gebühren mehr, sondern einen Rundfunkbeitrag. Das bedeutet, für die Sender wird immer noch Geld eingesammelt. Allerdings müssen die Menschen nicht mehr für einzelne Geräte zahlen, wie es bisher war. Es wird einfach pauschal abkassiert. Wer in einer Wohnung oder in einem Haus lebt, wird zur Kasse gebeten. Es ist künftig also egal, wie viele Fernseher oder Radiogeräte die Menschen haben. Auch kommt es nicht darauf an, ob jemand allein in seiner Wohnung wohnt oder eine Familie dort lebt. Die neue Regelung bedeutet aber auch, dass Menschen selbst dann zahlen, wenn sie gar keinen Fernseher haben.

Knapp 18 Euro pro Monat werden für Radio und Fernsehen künftig pro Wohnung fällig. Die Menschen müssen diese Gebühr bezahlen. Doch warum das alles? Früher hat es Sinn gemacht, pro Gerät abzurechnen. Nicht jeder hatte einen Fernseher. Heute ist das anders: So gut wie alle Menschen sitzen vor den Bildschirmen und nutzen die Programme. Sehr viele haben Internet - damit können sie theoretisch Fernsehen gucken oder Radio hören. Weil nahezu jeder die Programme empfangen kann, sollen die Regeln geändert werden.

Das Geld für Radio und Fernsehen hat bisher die Gebühreneinzugszentrale (abgekürzt: GEZ) kassiert. Das soll sie auch in Zukunft tun. Allerdings wird sie dann anders heißen. Aus der GEZ wird der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio.

Bisher haben sich manche Menschen vor den Gebühren gedrückt. Sie haben einfach so getan, als hätten sie kein Fernsehen und Radio. Sie wurden als "Schwarzseher" bezeichnet. Mit der Umstellung am 1. Januar müssen sie wohl keine Probleme fürchten. Sie werden nicht rückwirkend zur Kasse gebeten. Denn es wäre schwer, ihnen nachzuweisen, dass sie bisher einen Fernseher oder ein Radiogerät hatten und nicht gezahlt haben. Künftig aber werden sie zahlen müssen, weil jeder das Geld geben muss, wenn er in einer Wohnung lebt.

dapd

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