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In Deutschland können Millionen Menschen nicht richtig lesen und schreiben

06.09.2012 | 10:37 Uhr
Foto: /dapd/Sascha Schuermann

In Deutschland gibt es viele Männer und Frauen, die nicht ausreichend lesen und schreiben können. Rund siebeneinhalb Millionen sind es geschätzt. Darauf wird am Samstag aufmerksam gemacht. Dann ist der Weltalphabetisierungstag.

Berlin (dapd-kid). In Deutschland gibt es viele Männer und Frauen, die nicht ausreichend lesen und schreiben können. Rund siebeneinhalb Millionen sind es geschätzt. Darauf wird am Samstag aufmerksam gemacht. Dann ist der Weltalphabetisierungstag.

Können Menschen nicht lesen und schreiben, dann werden sie Analphabeten genannt. In manchen Ländern gibt es sehr viele davon. Kinder werden dort groß, ohne in die Schule zu gehen. Daher können sie später nicht lesen und schreiben. Weltweit wird die Zahl der Analphabeten auf rund 800 Millionen Menschen geschätzt.

In Deutschland ist die Schule Pflicht für Kinder. Sie müssen hingehen. Trotzdem aber gibt es auch bei uns Menschen, die nicht ausreichend lesen und schreiben können. Die Männer und Frauen haben zwar eine Schule besucht. Sie haben Buchstaben und die richtige Schreibweise der Wörter gesagt bekommen. Trotzdem aber können sie keine Bücher lesen.

Es sind geschätzt rund siebeneinhalb Millionen Männer und Frauen in Deutschland, die große Probleme mit dem Lesen und Schreiben haben, sagen Fachleute. Die betroffenen Menschen können zwar zum Beispiel einzelne Wörter lesen. Doch sie verstehen ganze Texte nicht. Es ist ihnen nicht möglich, die Geschichte eines Buches zu erfassen. Und auch in vielen anderen Situationen haben sie mitunter Schwierigkeiten. Wer nicht richtig lesen kann, der kriegt das immer wieder zu spüren.

Die Menschen können beispielsweise Schilder schlecht lesen und müssen sich durchfragen, wenn sie den Weg nicht kennen. Auch an Fahrkartenautomaten oder in Restaurants kommen sie an ihre Grenzen. Sie können nicht lesen, wie die Fahrkarte gezogen werden muss, beziehungsweise sie wissen nicht, was es zu essen gibt. Sie können die Speisekarte nicht studieren.

Experten haben untersucht, warum manche Menschen nicht ausreichend lesen und schreiben können. Sie sagen, häufig fängt es in der Familie an. Die Eltern lesen ihrem Kind keine Geschichten vor. Die Kinder erleben nur selten, dass jemand ein Buch liest oder etwas schreibt. In der Schule kann es passieren, dass sie dann schlecht mitkommen. Außerdem müssen Menschen das Gelernte auch nutzen. Sonst vergessen sie es wieder. Deswegen gibt es Menschen, die vielleicht nur ihren Namen oder einzelne Wörter schreiben können.

Am Samstag wird auf Menschen aufmerksam gemacht, die nicht richtig lesen und schreiben können. Der Weltalphabetisierungstag soll daran erinnern, dass es Millionen Menschen auf der Erde gibt, die sogenannte Analphabeten sind. In Deutschland können Analphabeten Hilfe kriegen. Sie können Kurse besuchen, in denen sie das Lesen lernen können. Es macht nichts, dass sie schon Erwachsene sind und eigentlich das Lesen und Schreiben können müssten. Vielen Analphabeten ist es aber peinlich, so etwas Wichtiges wie das Lesen und Schreiben nicht zu können. Daher tun sie sich häufig schwer, in so einen Kurs zu gehen. Wer will, kann erst mal am Telefon um Hilfe bitten. Dort müssen die Menschen ihren Namen nicht verraten und können sich beraten lassen.

Ausgedacht hat sich den Weltalphabetisierungstag die UNESCO. Am 8. September 1966 gab es ihn zum ersten Mal.

dapd

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