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Zypern will offenbar doch Zwangsabgabe auf Bankguthaben

22.03.2013 | 22:33 Uhr
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Nokosia  Um den Staatsbankrott noch in letzter Minute zu vermeiden, hat das das zyprische Parlament erste Maßnahmen verabschiedet: Geplant ist demnach ein Staatsfonds - gespeist unter anderem aus der Rentenkasse und Kirchengeld. Zudem soll es offenbar doch eine Zwangsabgabe geben.

Im Kampf gegen einen Staatsbankrott hat das Parlament in Zypern die ersten Teile eines Rettungsplans der Regierung abgesegnet. Die Abgeordneten stimmten am Freitagabend in Nikosia für den Vorschlag der zyprischen Regierung, einen Nationalen Solidaritätsfonds einzurichten. Der Fonds soll unter anderem mit Mittel aus der Rentenkasse und von der orthodoxen Kirche in Zypern gefüllt werden.

In der EU wird jedoch bezweifelt, dass durch den Fonds die von der Eurogruppe geforderten 5,8 Milliarden Euro zusammenkommen, die Zypern als Eigenanteil eines Rettungsprogramms aufbringen soll. Zur Vermeidung des Staatsbankrotts in Zypern ist nach Informationen des zyprischen Fernsehens deswegen eine Zwangsabgabe von 15 Prozent auf Guthaben von mehr als 100.000 Euro bei zyprischen Banken im Gespräch.

Begrenzung des Zahlungsverkehr beschlossen

Die genaue Summe, die im Solidaritätsfonds zusammenkommen soll, muss nach einem Bericht der Zeitung "Die Welt" bereits am Samstag feststehen, weil daran die Höhe der Zwangsabgabe hängt, die offenbar wieder Teil des Rettungspakets ist. Käme eine Milliarde Euro zusammen, müsste die Abgabe 2,3 Milliarden Euro "einspielen". Je höher diese Summe ist, desto mehr Sparer wären von der Abgabe betroffen.

Am Dienstag hatte das Parlament noch einen mit der Eurogruppe vereinbarten Rettungsplan abgelehnt, der eine Zwangsabgabe auf alle Guthaben vorsah. Zu der neuen Abgabe stand die Zustimmung des Parlaments noch aus - sie soll am Samstag diskutiert werden.

Banken seit vergangenem Wochenende geschlossen

Die Abgeordneten befürworteten jedoch die Begrenzung des Kapitalverkehrs, um einen massiven Abzug von Kapital von der Insel zu verhindern, wenn die Banken des Landes in der kommenden Woche wieder öffnen sollen. Die Geldhäuser Zyperns sind seit dem vergangenen Wochenende geschlossen. Um einen Zusammenbruch des Bankensystems zu verhindern, will Zypern vorübergehend den Zahlungsverkehr einschränken. Größere Beträge dürften nicht ohne Genehmigung der Zentralbank ins Ausland überwiesen werden. Auf den Konten liegen fast 70 Milliarden Euro, davon viel Geld reicher Russen und Briten. Entsprechend hat vor allem die Moskauer Regierung bereits heftig gegen solche Pläne protestiert.

Bis Montag muss der Inselstaat 5,8 Milliarden Euro Eigenleistung für das EU-Hilfspaket von zehn Milliarden Euro aufbringen. Ob die Eurogruppe den zyprischen Rettungsplan annimmt, ist offen. So hat Bundeskanzlerin merkel bereits mehrfach betont, dass sie den Griff in die Rentenkasse zur Rettung der Banken nicht gutheißt. (afp/dpa)

Kommentare
23.03.2013
13:38
Zypern will offenbar doch Zwangsabgabe auf Bankguthaben
von Wurzelputz | #6

Die Tresorhersteller in D lassen schon die Champagnerkorken knallen, denn es werden für die abgehobenen Bankguthaben neue Unterkünfte im Keller gesucht, sicher vor Staat, Finanzamt und gierigen Erben (der Schlüssel liegt schon bei dem, der sich die pralle ALDI-Tüte nach meinem Ableben holen kann).

23.03.2013
13:04
Zypern will offenbar doch Zwangsabgabe auf Bankguthaben
von wohlzufrieden | #5

Enteignet den Russen das Schwarzgeld, und ihr könnt in Zypern die Straßen vergolden...

23.03.2013
10:06
Zypern will offenbar doch Zwangsabgabe auf Bankguthaben
von matrix666 | #4

Es geht nicht mehr ums Geld sondern die EU will Macht demonstrieren. Die Wut auf Merkel wird sich verbreiten, die Frau hat rundum Feindschaft gesät.
Die deutsche Politiker behaupten- ohne EUro wird es Krieg geben- aber wenn man die Ereignisse betrachtet, dann ist die EU ein hochexplosiver Cocktail. Kein BRD BKanzler wurde im Westen als Nazi diffamiert.

Island hat die Wende geschafft, indem sie die Banken fallen liessen und sich nicht von der EU gängeln liessen. Zypern hat nun die Wahl.

23.03.2013
09:09
Zypern will offenbar doch Zwangsabgabe auf Bankguthaben
von Pitti12 | #3

Ach ja, es ist ja so einfach. Rentner und die kleinen Sparer können sich ja kaum wehren. Zum Glück sin die Menschen auf Zypern nicht so geduldige Schafe wie wir Deutschen und lassen sich ohne murren zur Schlachtbank führen. Sollte die Zwangsabgabe kommen, ist das ein erneuter Dammbruch in der EU und wird auch Folgen in Deutschland haben. Oder glaubt wirklich jemand, dass wenn demnächst die EZB das absolute Sagen über unsere Banken hat, noch irgend jemand Rücksicht auf unsere Spareinlagen nimmt. Die Spareinlagen in Deutschland sind gewaltig und dürften innerhalb dr EU schnell Begehrlichkeiten wecken. Zypern sollte ganz schnell die EU verlassen und sich wieder auf die eigenen Beine stellen.

23.03.2013
08:52
Zypern will offenbar doch Zwangsabgabe auf Bankguthaben
von bion | #2

Was die Regierung nocht nicht verstanden hat, ist die Tatsache, dass Bargeld auf den Tisch muß. Gold im Wert von 500 Mio. Euro ist gerade einmal ein Zehntel der verlangten Summe. Sich an die Rentenkassen heran zu wagen, kann nur schief gehen. Wer will denn so ein Staatspapier kaufen, dass über das Schicksal der Rentner mitbestimmt, die Kirchen in die Verantwortung nimmt und gleichzeitig dem ungezügelten Kapitalismus den Kampf ansagt? Investoren verlangen zudem auch noch Zinsen.

23.03.2013
08:30
Zypern will offenbar doch Zwangsabgabe auf Bankguthaben
von Herby52 | #1

Die kleinen Sparen will man nicht belasten, aber die Rentner.
Man sollte Zypern pleite gehen lassen.

1 Antwort
Zypern will offenbar doch Zwangsabgabe auf Bankguthaben
von Ondramon | #1-1

Merkwürdiger Schluß. Mit "pleite gehen lassen" ist weder den kleinen Sparern noch den Rentnern geholfen.

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