Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Rechtsterror

Zwickauer Terrorzelle soll 20 Unterstützer gehabt haben

20.11.2011 | 15:23 Uhr
Zwickauer Terrorzelle soll 20 Unterstützer gehabt haben
Die Zwickauer Terrorzelle hat über ein größeres Netzwerk verfügt, als bislang angenommen. Nach Medienberichten geht der Thüringer Verfassungsschutz von etwa 20 Unterstützern aus, die den drei bekannten Neonazis im Untergrund halfen.

Berlin/Karlsruhe.   Die Zwickauer Terrorzelle hat über ein größeres Netzwerk verfügt, als bislang angenommen. Nach Medienberichten geht der Thüringer Verfassungsschutz von etwa 20 Unterstützern aus, die den drei bekannten Neonazis im Untergrund halfen. Entschädigung für Mord-Opfer geplant.

Die Zwickauer Terrorzelle hat über ein größeres Netzwerk verfügt, als bislang angenommen. Der Thüringer Verfassungsschutz geht nach Berichten von „Spiegel“ und „Focus“ mittlerweile von etwa 20 Unterstützern aus, die den Neonazis Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe im Untergrund halfen.

Der Vorsitzende des Geheimdienstkontrollgremiums des Bundestages, Thomas Oppermann, rechnet mit weiteren Festnahmen über die bislang bekannten Fälle hinaus. „Das Terror-Trio hatte weitere Helfer, ohne die ein Leben 13 Jahre im Untergrund nicht möglich gewesen wäre. Es gibt noch eine Reihe weiterer Verdächtiger“, sagte der SPD-Fraktionsgeschäftsführer der „Bild am Sonntag“.

Den „Spiegel“-Informationen zufolge hatte der Thüringer Verfassungsschutz Ende der 90er Jahre selbst mindestens drei V-Leute im Umfeld des Trios geführt. Neben dem Kopf des Thüringer Heimatschutzes, Tino B., Deckname „Otto“, habe zu den Informanten des Geheimdienstes auch der Chef der Thüringer Sektion der Organisation „Blood & Honour“ gehört. Trotzdem gelang es später nicht, das untergetauchte Neonazi-Trio aufzuspüren.

Justizministerium will Familien der Neonazi-Opfer entschädigen

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hat eine Entschädigung für die Angehörigen der Neonazi-Mordopfer angekündigt. „Den Familien der Opfer gehört jetzt unsere Anteilnahme“, sagte sie der „Welt am Sonntag“.

„Auch wenn finanzielle Hilfen das Leid nicht ungeschehen machen können, werde ich mit Opferentschädigungen aus meinem Haushalt versuchen, den Angehörigen ein Zeichen unserer Solidarität zu geben.“ Sie fürchte, dass am Ende der Aufklärung „noch mehr Opfer von Fremdenhass zu beklagen sind als heute bekannt “, fügte die FDP-Politikerin hinzu.

Rechtsterrorismus am Montag Thema im Innenausschuss

Der Innenausschuss der Bundestages befasst sich am Montag, 21. November, in einer Sondersitzung mit dem Rechtsterrorismus . Dabei soll es allgemein um die Bedrohung durch rechtsextremistischen Terror gehen sowie um den Stand der Ermittlungen gegen die Zwickauer Neonazi-Gruppe.

Auskunft erhoffen sich die Abgeordneten von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und Generalbundesanwalt Harald Range, die zu der Sitzung erwartet werden. Auch der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, und der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz , Heinz Fromm, kommen nach Berlin, ebenso wie der Präsident des Thüringer Landesamts für Verfassungsschutz, Thomas Sippel.

Zentrale Gedenkfeier für die Mord-Opfer der Neonazis

Bundespräsidialamt, Bundestag und Bundesregierung bereiten gemeinsam eine zentrale Gedenkfeier für die Opfer der Neonazi-Mordserie vor. „Wir sind uns einig, dass es eine Veranstaltung geben soll“, kündigte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) im Berliner „Tagesspiegel am Sonntag“ an.

Angesichts der Pannen bei der Fahndung nach rechtsextremen Gewalttätern wurden derweil die Rufe nach politischen Konsequenzen lauter. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verlangte eine bessere Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) will der Bundesanwaltschaft mehr Kompetenzen übertragen.

DerWesten

Funktionen
Aus dem Ressort
Moskaus "schwarze Liste": Steinmeier kritisiert Einreiseverbote
Einreiseverbote
Viele Politiker und Militärs aus der EU will der Kreml nicht mehr ins Land lassen - eine Reaktion auf Sanktionen der EU. Drohen neue Verwerfungen?
Kölner Wahlpanne bringt Minister Jäger in Erklärungsnöte
Neuauszählung
Ralf Jäger steht nach der Kölner Wahlpanne unter Druck. Gegner behaupten, er habe die Neuauszählung aus parteitaktischen Gründen verzögert.
Wahlkampf in grünen Jacken - Grüne arbeiten am "Branding"
NRW-Grüne
Früher wurde gestrickt, heute wird gebastelt. Beim Parteitag der NRW-Grünen in Bielefeld zeigt sich: Die Partei ist immer noch ein bisschen anders.
EU-Kommission geht gegen deutsche Pkw-Maut vor
Pkw-Maut
Lange hat die CSU für ihre Pkw-Maut gekämpft und sie gegen alle Widerstände in Deutschland durchgeboxt. Nun stellt sich die EU-Kommission quer. Sie...
Unbezahlte Rechnungen - Athen ist praktisch längst pleite
Griechenland
Die Diskussion um eine Staatsinsolvenz von Griechenland hält an. Dabei bezahlt der griechische Staat etliche Rechnungen schon gar nicht mehr.
Fotos und Videos
article
6090537
Zwickauer Terrorzelle soll 20 Unterstützer gehabt haben
Zwickauer Terrorzelle soll 20 Unterstützer gehabt haben
$description$
http://www.derwesten.de/politik/zwickauer-terrorzelle-soll-20-unterstuetzer-gehabt-haben-id6090537.html
2011-11-20 15:23
Politik