Zweite Blackbox bestätigt Absicht des Co-Piloten

Paris/Berlin..  Erst Internetsuche nach Suizidmethoden und Cockpitsicherheit, dann gezielter Sinkflug: Nach Auswertung der zweiten Blackbox verdichtet sich der Verdacht, dass der Germanwings-Copilot den Airbus mit Absicht gegen eine Bergwand steuerte. Aus den Daten des zweiten Flugschreibers geht hervor, dass Andreas Lubitz die Maschine bewusst in den Sinkflug brachte und beschleunigte, wie die französische Untersuchungsbehörde Bea gestern mitteilte. Nach Erkenntnissen der Düsseldorfer Ermittler hatte Lubitz kurz vor dem Todesflug im Internet nach dem Thema Suizid und Informationen über die Sicherheit von Cockpittüren gesucht.

Politik und Luftfahrtbranche wollen nach Ostern beraten, ob die Technik der Cockpittür geändert werden soll. Auch die Einführung einer Ausweispflicht an Flughäfen wird debattiert, weil heutige Passagierlisten nicht genau genug sind.

Der Autopilot sei von dem Anwesenden im Cockpit so eingestellt worden, dass die Maschine auf 100 Fuß – umgerechnet etwa 30 Meter – hinuntergeht, wie die Untersuchungsbehörde Bea weiter mitteilte. Schon seit die erste Blackbox ausgewertet ist, wird Lubitz verdächtigt, den Kapitän aus dem Cockpit ausgesperrt zu haben.

Das Flugzeug war am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen abgestürzt. Unter den 150 Toten waren 72 Deutsche. An Bord befanden sich auch 16 Schüler und 2 Lehrerinnen aus Haltern.

Der zweite Flugschreiber war am Donnerstag an der Unglücksstelle gefunden worden. Der Rekorder zeichnet Kurs, Geschwindigkeit, Flughöhe oder Neigungswinkel auf. Den Sprachrekorder des Flugs 4U9525 hatten die Bergungskräfte bereits am Unglückstag in der Vorwoche gefunden.

Nach Angaben der Ermittler in Düsseldorf suchte Lubitz kurz vor der Katastrophe im Internet nach medizinischen Behandlungsmethoden, Suizid-Möglichkeiten und nach Infos über die Sicherheit von Cockpittüren. Das ergab die Auswertung eines Computers, der in der Düsseldorfer Wohnung des Copiloten gefunden wurde.