Zwei von drei Bürgern sind für aktive Sterbehilfe

Die Frage, ob man aktive Sterbehilfe leisten sollte, ist in Deutschland sehr umstritten.
Die Frage, ob man aktive Sterbehilfe leisten sollte, ist in Deutschland sehr umstritten.
Foto: IMAGO
Was wir bereits wissen
Bürger und Politiker sind in der Debatte um die Sterbehilfe tief gespalten: Zwei von drei Deutschen wünschen sich laut einer Allensbach-Umfrage die Zulassung der aktiven Sterbehilfe im Fall einer unheilbaren Krankheit. Bei den politischen Parteien gibt es große Bedenken.

Berlin.. Die Debatte um die Sterbehilfe entzweit Bürger und Politiker: Zwei von drei Deutschen wünschen sich laut einer Allensbach-Umfrage die Zulassung der aktiven Sterbehilfe im Fall einer unheilbaren Krankheit. 60 Prozent sind der Meinung, dass man auch in Deutschland privaten Sterbehilfe- Organisationen erlauben soll, unheilbar kranke Menschen bei der Selbsttötung zu unterstützen. Damit widerspricht die Mehrzahl der Bürger der Mehrheit im Bundestag, die eine organisierte Sterbehilfe verbieten will.

Laut Umfrage ist die Zahl der Deutschen, die aktive Sterbehilfe erlauben wollen, in den letzten Jahren um knapp zehn Prozentpunkte gestiegen. Nur noch 13 Prozent der Deutschen lehnen demnach das „Töten auf Verlangen“ strikt ab. Die große Zustimmung zur ­aktiven Sterbehilfe zieht sich quer durch die Bevölkerung, durch alle ­Altersgruppen und Bildungsschichten.

Im nächsten Jahr will der Bundestag die Sterbehilfe neu regeln. Eine Zulassung der aktiven Sterbehilfe, wie viele Bürger sie wünschen, steht nicht zur Debatte. Die Mehrzahl der Unionspolitiker will organisierte Sterbehilfe ­generell verbieten, aus der SPD kommt der Vorschlag, zumindest Ärzten die Beihilfe zur Selbsttötung zu ermög­lichen.