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Politik

Zwei Sieger

20.06.2007 | 08:39 Uhr

Vernünftiger Kompromiss im Telekom-Streit

Lange hat's gedauert, doch der Kompromiss für die Beschäftigten der Telekom kann sich sehen lassen. Weder die Manager des Konzerns noch die Verhandlungsführer von Verdi konnten ihre Maximalforderungen durchsetzen. Es gibt zwei Sieger. Das Geben und Nehmen hält sich auf beiden Seiten die Waage. Das ist erfreulich. Und trotz der scharfen Auseinandersetzungen zwischen Management und Gewerkschaftern zugleich ein Signal für die Funktionsfähigkeit der deutschen Sozialpartnerschaft - auch in den rauen Zeiten der Globalisierung.

Das Verhandlungsergebnis muss sich letztlich an zwei Zielen messen lassen. Erstens an der Frage, ob der Konzern im Wettbewerb durch die Kosteneinsparungen Luft zum Atmen gewinnt. Treffen die Berechnungen der Telekom zu, sind die Ziele zur Kostensenkung trotz weit reichender Zugeständnisse an die Mitarbeiter mit einem Sparvolumen von bis zu einer Milliarde Euro pro Jahr erreicht worden. Ein Punkt für die Telekom. Aber Mitarbeiter und Verdianer müssen sich nicht grämen. Sie haben das Beste rausgeholt. Die Auslagerung von fast 50 000 Mitarbeitern in "Servicegesellschaften", die Gehaltskürzungen und längere Arbeitszeiten sind ohne jeden Zweifel ein schwer verdaulicher Brocken für die Arbeitnehmerseite - dem gegenüber aber stehen bemerkenswerte Beschäftigungsgarantien, Ausgleichszahlungen und Weiterbildungsangebote, von denen die Mitarbeiter bei der Konkurrenz nur träumen können. Das zweite wichtige Ziel der Verhandlungen wurde damit ebenfalls erreicht: Jähe Härten und radikale Gehaltskürzungen für die Beschäftigten wird es - zumindest auf absehbare Zeit - nicht geben.

Rosige Aussichten also für den rosa Telefonriesen? Schön wär's. Die Tarifeinigung ist nur eine notwendige, keineswegs hinreichende Bedingung für die Gesundung der Telekom. Auf Konzern-Chef Obermann wartet noch jede Menge Arbeit. Auf die Frage, wie die Te-lekom Millionen verprellter Kunden zurückgewinnen will, hat das Management bis heute noch keine schlüssige Antwort präsentiert.

presse@peterhahne.com

PETER HAHNE

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