Zwei Israelis sind seit Monaten im Gazastreifen verschollen

Die Grenze zum Gazastreifen wird streng bewacht. Trotzdem gelang es zwei Israelis, in das palästinensische Gebiet vorzudringen.
Die Grenze zum Gazastreifen wird streng bewacht. Trotzdem gelang es zwei Israelis, in das palästinensische Gebiet vorzudringen.
Foto: imago
Zwei Israelis sind seit Monaten im Gazastreifen verschollen. Das berichteten israelische Medien am Donnerstag nach Aufhebung einer Nachrichtensperre.

Tel Aviv.. Sie überquerten die Grenze zu Gaza und sind seither verschollen: Zwei Israelis verschafften sich offenbar vor Monaten unerlaubt Zugang zum Gazastreifen. Einer von ihnen, ein 28-Jähriger aus Aschkelon, soll im September 2014 Sicherheitsabsperrungen, die den Strand von Israel mit dem von Gaza trennen, überquert haben. Israelische Sicherheitskräfte hatten es den Berichten zufolge nicht geschafft, ihn rechtzeitig zu stoppen. So gelangte er in den Gazastreifen. Offenbar befindet sich auch ein zweiter Israeli in dem Palästinensergebiet - seine Identität ist bislang unter Verschluss.

Gaza-Krieg Bürgern Israels ist es aus Sicherheitsgründen verboten, die autonomen Paslästinensergebiete - den Gazastreifen und das Westjordanland - zu betreten. Das Verschwinden der Männer weckt Erinnerungen an den Fall Gilad Schalit. Der israelische Soldat war 2006 im Gazastreifen entführt worden.

Er wurde erst 2011 in einem für Israel schmerzlichen Gefangenenaustausch freigelassen. Im Gegenzug kamen mehr als 1000 palästinensische Gefangene frei. Obwohl es sich bei den Vermissten nicht um Soldaten handelt, fürchtet Israel nun ein ähnliches Szenario.

Palästinenser drängen auf Gefangenenaustausch

Der Mann aus Aschkelon soll zunächst von Hamas-Kräften festgenommen worden sein. Wo genau er sich jetzt aufhalte, sei unklar, berichtete die Zeitung "Haaretz". Versuche, über die Behörden in Gaza Informationen zu erhalten, seien bislang gescheitert. Medienberichten zufolge soll der Mann psychische Probleme gehabt haben.

Israel Der zweite verschollene Israeli soll Beduine sein und in der Vergangenheit bereits mehrfach die Grenze nach Gaza überquert haben. Details über diesen Fall wurden zunächst nicht bekannt.

Am Donnerstag drangen militante Palästinenser auf einen neuen Gefangenenaustausch. Der Krieg des vergangenen Jahres sei noch nicht vorbei, sagte Abu Obeida, Sprecher der Kassam-Brigaden in Gaza, bei einer Parade. Er bezog sich dabei auf den Konflikt, der im Sommer 2014 zwischen Israel und militanten Palästinensern im Gazastreifen gewütet hatte. "Der Krieg dauert an, solange wir die Frage der Gefangenen nicht beendet haben", sagte Obeida. Offenbar sind die Leichen zweier israelischer Soldaten noch in den Händen der Hamas. Diese will die Soldaten erst austauschen, wenn palästinensische Gefangene freigelassen werden. (dpa)