Das aktuelle Wetter NRW 20°C
Arbeit

Zuwanderer sollen nicht nur Taxi fahren

10.12.2009 | 12:59 Uhr
Zuwanderer sollen nicht nur Taxi fahren

Berlin. Rund 500 000 Migranten können darauf hoffen, dass ihre ausländischen Berufs-und Bildungsabschlüsse in Deutschland künftig leichter anerkannt werden. Dies geht aus einem Eckpunktepapier der Bundesregierung hervor.

Die schwarz-gelbe Koalition will bis zum 1. Januar 2011 eine Regelung auf den Weg bringen, nach der jeder Ausländer ein Recht darauf hat, dass sein Abschluss in Deutschland geprüft und bei entsprechender Qualität ganz oder teilweise anerkannt wird. Bislang gilt das nur für Spätaussiedler und EU-Bürger.

Dies sei volkswirtschaftlich ein „absolutes Muss", sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU). So werde es in den kommenden Jahren gigantische Probleme dabei geben, genügend Fachkräfte zu bekommen.

Nicht unterhalb des Ausbildungsniveaus arbeiten

Die Regelung soll verhindern, dass Menschen unterhalb ihres Ausbildungsniveaus in Deutschland arbeiten müssen. „Es wird Zeit, dass die Ärztin aus der Ukraine bei uns nicht nur als Pflegekraft oder als Haushaltshilfe arbeiten muss", sagte die Integrationsbeauftragte der Regierung, Maria Böhmer (CDU). Für etwa 500 000 Personen komme das Verfahren infrage.

Rund 500 000 Migranten können darauf hoffen, dass ihre ausländischen Berufs- und Bildungsabschlüsse in Deutschland künftig leichter anerkannt werden.

Der Schavan-Vorstoß sei eine „bloße Absichtserklärung", sagte der Präsident des Handwerks in NRW, Wolfgang Schulhoff, zur WAZ. Das Handwerk sei flexibel und begrüße alle jungen Leute, die ins Land kommen. „Wir im Handwerk können allerdings nur solche Abschlüsse anerkennen, die unseren Qualitätsansprüchen entsprechen."

NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) begrüßte zwar eine „möglichst flexible Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse". Zugleich appellierte er im Gespräch mit der WAZ aber an die heimischen Betriebe, wieder mehr auszubilden.

NRW-Integrationsminister Armin Laschet (CDU) sprach von einem wichtigen Schritt der neuen Bundesregierung. „Der Zustand, dass in Deutschland Feststoff-Physiker oder Ingenieure Taxi fahren und wir gleichzeitig Fachkräftemangel beklagen, war nicht mehr tragbar. Endlich nutzen wir die Potenziale der Zuwanderer", sagte Laschet der WAZ.

.

Hinweis: Aufgrund vermehrter Verstöße gegen unsere Nutzungsbedingungen wurde die Kommentarfunktion deaktiviert. Vielen Dank für Ihr Verständnis; DerWesten, Community-Management

Daniel Freudenreich u. Christoph Meinerz

Facebook
 
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2241586/create

Umfrage
Bürger sollen künftig häufiger gefragt werden, ob sie zu einer Organspende bereit wären. Können Sie sich vorstellen, Organspender zu werden?
 
Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
David McAllister geht "baden"
Bildgalerie
Boot kentert
Triumph der Sozialisten
Bildgalerie
Frankreich
Aus dem Ressort
Streit um Pkw-Mautpläne von Verkehrsminister Ramsauer
Autobahn
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will eine Pkw-Vignette wie in der Schweiz oder Österreich einführen. Die Koalition solll das Thema am 4. Juni diskutieren. Allerdings sperrt sich die FDP bereits gegen das Vorhaben.
Foto 42 Kommentare 42
Vitali Klitschko will Bürgermeister von Kiew werden
Klitschko
Nach 2006 und 2008 will der Boxweltmeister erneut in den politischen Ring steigen - er tritt für seine eigene Partei mit dem schönen Namen "Der Schlag" an.