Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Weihnachtspredigt

Zollitsch gibt Fernsehen Mitschuld an Gewalt und Amokläufen

25.12.2012 | 11:40 Uhr
Zollitsch gibt Fernsehen Mitschuld an Gewalt und Amokläufen
Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch hat in seiner Weihnachtspredigt die zunehmende Gewalt in Schulen und Fußballstadien angeprangert. Eine Ursache dafür sieht er in den Unterhaltungsmedien.Foto: Matthias Graben / WAZ FotoPool

Freiburg.  Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch beklagt eine Zunahme von Gewalt in der Gesellschaft und fordert mehr Engagement für Frieden ein. In Deutschland zeige sich nahezu täglich die menschliche Aggression, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz in seiner Weihnachtspredigt.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat den Massenmedien eine Mitschuld an der Verrohung der Umgangsformen zugewiesen. "Wir brauchen gar nicht nach Amerika zu gehen, um Amokläufe zu erleben", sagte der katholische Erzbischof am Dienstag in seiner Weihnachtspredigt in Freiburg laut Redetext. "Menschliche Aggression zeigt sich auch bei uns nahezu täglich: ob als häusliche Gewalt, ob auf Straßen und Plätzen", kritisierte Zollitsch. Als Beispiele nannte er die brutale Prügelattacke am Berliner Alexanderplatz im November und Eskalationen in Schulen und Fußballstadien.

Zu viel Action an Weihnachten im Fernsehen

Er fuhr fort: "In einem Land, in dem Fernsehsender sogar an Weihnachten stundenlang Action-Streifen und brutale Thriller ausstrahlen, wo Scharfschützen- und Gangster-Filme am Fest der Liebe und des Friedens viele Wohnzimmer beherrschen, darf uns das eigentlich nicht überraschen." Zollitsch warnte zudem vor verbalen Gewaltausbrüchen : "Worte können zerstörerisch, ja tödlich wirken." Im Internet würden Menschen unter dem Deckmantel der Anonymität verleumdet und entwürdigt.

"Wir dürfen nicht übersehen: Gewalt beginnt bereits mit verbaler Entgleisung und hasserfülltem Reden", sagte Zollitsch. Worte könnten "zerstörerisch, ja tödlich wirken". Vor dem Bundestagswahljahr 2013 mahnte Zollitsch auch die Politiker zu einem fairen Umgang miteinander. Es führe zu Verwundungen, "wenn der politische Gegner zum Feind gemacht wird und die Diskussion nicht mehr der Sache dient, sondern der Demontage des Kontrahenten".

Erzbischof appellierte an die Menschen, für Frieden zu kämpfen

Zollitsch hob in seiner Predigt die Aussöhnung mit Frankreich hervor. "Als Kind musste ich selbst brutal erleben, was Krieg, Vertreibung und Flucht bedeuten. Umso dankbarer bin ich, dass Versöhnung und Frieden in Europa tatsächlich möglich wurde." Dieses Gut dürfe nicht im Streit um die umstrittenen Euro-Rettungspakete infrage gestellt werden. "Was wir alle ersehnen: ein Europa als Gemeinschaft aus vielen Völkern, Nationen und Sprachen, das auch in finanziell und wirtschaftlich schwierigen Zeiten getragen ist von Solidarität und Frieden", sagte der Erzbischof.

Der Erzbischof appellierte an die Menschen, für Frieden zu kämpfen : "Die Gabe des Friedens wird uns zur Aufgabe gegeben. Eine Gesellschaft, die sich dieser Aufgabe nicht stellt, ist eine arme Gesellschaft - auch wenn sie materiell noch so reich wäre." (dpa/dapd/afp)



Kommentare
26.12.2012
15:13
Der Mann hat leider Recht,
von vantast | #49

gerade junge Menschen sind in einer Lernphase, die die Umwelt aufnimmt und zu Nachahmungen führt, weil dies der natürliche Lernvorgang ist, und damit unvermeidlich.
Die Programmmacher wollen das natürlich nicht wahrhaben, weil nicht sein darf, was nicht sein soll, der Profit würde leiden. Und so wird weiter aufgerüstet zum Zwecke des Absatzes, nun kann man brutalen Morden in Großaufnahme zusehen.
Und zuschauende Kinder sollen nun Fiktion und Realität mal eben trennen?

13 Antworten
Schöner Beitrag
von PressefreiheitistVerantwortung | #49-1

... und leider gelingt die distanzierte Betrachtung und das bevorzugte Anwenden kognitiver Stile auch in und nach der Pubertät nicht jedem ...

Zollitsch gibt Fernsehen Mitschuld an Gewalt und Amokläufen
von 1980yann | #49-2

Was würden Sie denn einem großen privaten Fernsehsender empfehlen?
Am Heiligabend einen Gottesdienst zu übertragen, während ungefähr 98% der Menschen, die sich an diesem Abend für Gottesdienste interessieren, den Fernseher aus lassen und in eine Kirche gehen!?

I#49-2 Ihre leicht polemische oder zumindest rhetorische Frage ist weiter unten schon mehrfach beantwortet worden
von PressefreiheitistVerantwortung | #49-3

in Kürze: die Medien allein werden die Rückwärtsbewegung nicht leisten wollen und nicht leisten können. Der Kunde bestimmt, und somit Eltern über ihr Konsumverhalten, wenn Kinder anwesend sind und was sie generell ihren kindern gestatten. Die pluralistische Gesellschaft hat die Repräsentanten und Medien, die sie verdient.
Bestes Beispiel: die gesteuerte Empörungskultur. Vergleichen Sie die Überschrift dieses Artikels mit dem Inhalt... Nehmen Sie Zollitschs Kritik an den der Anonymität des Internets und die verhaltensweisen nebst psychischen Konsequenzen zur Kenntnis. Überprüfen Sie den Wahrheitsgehalt der Aussage allein in diesem Thread. Eruieren Sie den Zusammenhang zwischen psychischer Gewalt und dem aggressiven, physischen Verhalten sich entwertet fühlender Gewalttäter ...

Zollitsch gibt Fernsehen Mitschuld an Gewalt und Amokläufen
von 1980yann | #49-4

@PressefreiheitistVerantwortung
Was ist polemisch oder rhetorisch an der Frage, für wen Heiligabend Programm gemacht werden soll?
Was ist denn die Rückwärtsbewegung? Wogegen ist man und vor allem wofür?
Muss man (wer auch immer MAN ist) das Feiertagsprogramm ändern?

Ja, manche vergreifen sich im Internet im Ton, aber das Problem wird von der Randerscheinung zum Massenphänomen aufgeblasen. Das Internet ist nur ein Medium, wie Print oder Telefon es sind - es ist nur ein Spiegel seiner Nutzer: über Telefonleitungen kann man einen Mord verabreden oder einem Menschen in Not Mut zusprechen. Wundervolle Gedichte oder schlimmste Volksverhetzung lassen sich zu Papier bringen ... es kommt immer auf die Menschen an. Da ist es fehl am Platze, auf die Technologie zu schimpfen.

Ruhig bleiben
von PressefreiheitistVerantwortung | #49-5

Ihre Frage ist wenigstens rhetorisch, weil Sie selbst eine rhetorisch-polemische Antwort darauf geben.
Das, was Sie im letzten Beitrag schreiben, steht ganz genau so in meinem Text darüber.
Was ich jetzt dage, versuche ich so vorsichtig wie möglich zu formulieren, weil es nicht meine Absicht ist Sie anzugreifen:
Lesen Sie Dinge mit RUHE, dann übersehen Sie nicht so viel. In dem anderen Beitrag, wo es um Frau schröder geht, haben Sie mir vermutlich auch eine Aussage untergeschoben, die zwar inhaltlich in meinem Beitrag vorkam - aber als Zitat, das ich zu widerlegen suchte. Sie reagierten mit einer Belehrung an mich, die Belehrung hätte aber "Danzel" gebührt. Also, nochmal, ruhig bleiben. Lassen Sie die Überschrift weg. Lesen Sie den Artikel noch einmal. Sie werden feststellen, dass Zollitsch nicht nur das Fernsehe, und schon gar nicht die Technik kritisiert. Hier haben Ihnen die Überschriftenmacher der Zeitung einen Streich gespielt. Habe ich aber hier schon gefühlt 1000 mal erklärt.

@ Moderation
von PressefreiheitistVerantwortung | #49-6

Ich hoffe, sie verstehen meine gestrige Kritik. Ich hoffe auch, dass es insbesondere in Zusammenhang mit der von Herrn Zollitsch geäußerten Kritik, die teilkongruent mit der Ihrigen am Verhalten hier ist, nunmehr evident wird, welche immense Bedeutung die sorgsame Auswahl einer Überschrift hat. Es geht dabei nicht immer nur um irrelevante Aufmerksamkeitssteuerung. Im konkreten Fall haben die Verantwortlichen aus dem mit Ihnen assoziierten Umfeld wesentlich dazu beigetragen, dass eine immens wichtige gesellschaftspolitische Botschaft in ihrer Wirkung bei denen, die besonders angesprochen waren, ins Gegenteil verkehrt wurde. Ob es das wert war?
Es grüßt Pressefreiheit ist Verantwortung

nachtrag zu 49-5 in Beantwortung von 49-4
von PressefreiheitistVerantwortung | #49-7

Sehen Sie sich Ihre Satzzeichen an: !? ("... in eine Kirche gehen?!") das sind die Konventionen in der Schriftsprache, die eine rhetorische Frage überdeutlich werden lassen. Rhetorisch heißt, dass die Antwort inhärent ist. Elliptisch, sozusagen.

Zollitsch gibt Fernsehen Mitschuld an Gewalt und Amokläufen
von 1980yann | #49-8

@PressefreiheitistVerantwortung
Der Moderation gilt angesichts Ihrer ständigen Beschwerden über Überschriften mein volles Mitgefühl - die Entscheidung, welche Aussage eines Interviews man als Redaktion in den Vordergrund stellt, ist immer noch eine Entscheidung der Redaktion.
Und es ist auch meine Entscheidung, auf welche Aspekte ich in meinem Posting verstärkt eingehe ... da benötige ich keine Belehrung über von Ihnen empfundene wahre Kernaussagen.
Ich halte die Diskussion über Umgangsformen und Anonymität im Netz für wenig neu - und Zollitsch bringt auch keine Argumente. Deshalb habe ich mich auf den Versuch kirchlicher Einflussnahme aufs Fernsehprogramm konzentriert - ja, ich lehne diese ab, mit der Frageform lade ich dazu ein, andere Meinungen zu äußern.
Dazu zwinge ich aber niemanden.
Die Frage, was stattdessen zu senden ist und warum, wurde übrigens noch nicht überzeugend beantwortet.

Sie können tun und lassen, was Sie wollen, sie können auch Mitgefühl spenden, wem und wann immer Sie wollen,
von PressefreiheitistVerantwortung | #49-9

Sie können jetzt auch gerne von der Sachebene auf die Persönlichkeitsebene wechseln.
was Sie nicht können - Sie können mit Unsachlichkeit nicht gewinnen, und auf der Persönlichkeitsebene auch nicht. Für letzteres wird Ihnen zumindest meine Person als Sparringspartner einfach fehlen. Ich bin dann mal eben weg - schon wieder bei Herrn Watzlawik. Gute Nacht.

Zollitsch gibt Fernsehen Mitschuld an Gewalt und Amokläufen
von 1980yann | #49-10

@PressefreiheitistVerantwortung
Sie haben auf meinen Beitrag ausschließlich auf der Meta-Ebene geantwortet - und das habe ich angesprochen. Die Sachebene haben Sie verlassen.

Nein, die Sachebene haben sie verlassen, vor langer Zeit, in dem Sie vantast#49 und mir, der den Kommentar positiv beurteilt hat, Fragen gestellt haben (Fragen rhetorischer Natur(ich bin u.a. Literaturwissenschaftler!!!)
von PressefreiheitistVerantwortung | #49-11

für die wir einfach nicht die richtigen Adressaten sind - jedenfalls nicht, was den Kern Ihrer subjektiv zum Zentrum des Berichts erklärten Frage nach irgendwelchen Verantwortlichkeiten und einem besseren TV-Programm etc. pp. angeht. Der richtige Ansprechpartner ist Herr Zollitsch.
Ihre adoleszente Taktik - und jetzt spricht die Psycholinguistik - ist die gewesen, unsere Sichtweisen zu invalidieren. Ein Umstand, den Sie jetzt gerade im Moment für sich siegessicher feststellen, stimmts? Weil ich Armseliger Ihre Forderungen nicht bediene.
Ich bekenne mich schuildig im Sinne der Anklage und nehme in Kauf, ALLES, was ich hier und anderswo gesagt habe, damit inhaltlich in Frage zu stellen bzw stellen zu lassen. Das wollen Sie doch, oder? Wenn ich mich jetzt irre, dann tun Sie mir EINEN Gefallen, weil Weihnachten ist: FRAGEN SIE HERRN ZOlLLITSCH.

Zollitsch gibt Fernsehen Mitschuld an Gewalt und Amokläufen
von 1980yann | #49-12

@PressefreiheitistVerantwortung
In 49-2 habe ich einfach nur den Wunsch nach Veränderung, den ich aus dem Beitrag von vantast gelesen habe aber nicht teile, in zwei Fragen gefasst.
Normalerweise entscheiden dann User, ob die Fragestellung sie interessiert oder nicht. Dann antworten sie entweder inhaltlich oder sie lassen es.

Sie dagegen ersticken inhaltliche Diskussionen dauernd durch Stilfragen, die keiner braucht.

Rückkehr zur friedlichen Stimmung
von PressefreiheitistVerantwortung | #49-13

Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen ...

26.12.2012
15:08
Zollitsch gibt Fernsehen Mitschuld an Gewalt und Amokläufen
von 1980yann | #48

Es ist schon dreist vom Herrn Bischof, dass er am einzigen Tag des Jahres, an dem die Kirche eine einigermaßen üppige "Reichweite" (um mal direkt die Mediensprache anzuwenden) haben, den Fernsehsendern vorschreiben zu wollen, was sie zu senden haben. Die meisten Christen verbringen den Tag wohl eher in der Kirche und mit der Familie, die Zielgruppe fromm-aber-einsam gönnt sich vielleicht eine Gottesdienstübertragung bei den öffentlich-rechtlichen. Da ist es doch natürlich, dass die Privaten eher ein Gegenprogramm veranstalten - für den erreichbaren Rest, der teilweise die gesetzlichen Feiertage für ein entchristianisiertes Schenkfest nutzt, aber mit dem sakralen Überbau nichts am Hut hat.
Es ist vollkommen normal, dass Sender einer starken Konkurrenz (auf der Mattscheibe oder abseits davon) ausweichen: da wird frauenaffines gegen Fußballländerspiele gesendet oder Carmen Nebel hat das Wochenende frei, wenn der Stadl sendet. Komplementäre Programmierung nennt man das.

26.12.2012
13:56
@ gudelia #43 Sie haben Recht, und das ist leider genau die Wahrheit.
von PressefreiheitistVerantwortung | #47

Hinzu kommt, dass einige Menschen solche Verfahren bewusst anwenden - obwohl sie auf Grund Ihres Intellekts anders könnten - um ihre Ziele zu erreichen.

Diese bewusst amoralische Verhalten bei den "Großen und Mächtigen" (schlimm, dass soche Begriffe in einer Demokratie wieder so vetont werden müssen) anzumahnen, ohne indes auch im Kleinen, im täglichen Umgang miteinander - zum Beispiel hier im Forum - für Besserung zu sorgen, ist hingegen heuchlerisch.

Und kurzsichtig ist der, der meint, dass Leute, die sachlich argumetieren können, dieses andere Repertoire nicht auch beherrschen. Für den Notfall ...

26.12.2012
13:45
@ 44 Sie haben recht, dass "... Opium FÜR das Volk" von Lenin stammt,
von PressefreiheitistVerantwortung | #46

aber Lenin hat sich gewissermaßen die Autorität von Karl Marx "erschlichen". Karl Marx gilt hat sich ja als Philosoph nicht nur mit der Arbeiterbewegung befasst, sondern eben auch mit fundierter Religionskritik, hier in Anlehnung an Ludwig Feuerbach. Bei Lenin hingegen ist zu vermuten, dass er dieses FALSCHE ZITAT verwendet, weil er glaubt, damit die marxistsche Religionskritik profund zusammenfassen zu können.Die Frage stellt sich, ob Lenin das Zitat BEWUSST VERFÄLSCHT, weil er damit gleichzeitig eine Trennung zieht zwischen den armen, unschuldigen, normalen Menschen (dem Proletariat) einerseits und den Herrschenden, die s.E. Religion erfunden haben (FÜR das Volk), um das Volk besser unterdrücken zu können. Ich habe Ihrem Beitrag weiter unten entnommen, dass Sie Lenin doch eher kritisieren möchten, und deshalb die eigentliche Urheberschaft betont.

3 Antworten
Erschlichen?
von Neutraler-100 | #46-1

Marx war mit Heinrich Heine eng befreundet. Daher darf angenommen werden, Marx kannte Heines Denkschrift für Ludwig Börne. Heine schrieb darin:

Heil einer Religion, die dem leidenden Menschengeschlecht in den bittern Kelch einige süße, einschläfernde Tropfen goss, geistiges Opium, einige Tropfen Liebe, Hoffnung und Glauben!

Daraus wurde bei Marx:
Die Religion ist das Opium des Volkes

Lenin aber sagte:
Die Religion ist das Opium für das Volk

Erkennen Sie die unterschiedlichen inhaltlichen Aussagen?

Natürlich erkenne ich den Unterschied - darüber schrieb ich hier zwei mal dezidiert
von PressefreiheitistVerantwortung | #46-2

Vorschlag zur Güte: Sie sehen meinen ersten Einwand nicht länger als "Kriegserklärung" oder den Versuch "besser sein zu wollen als Sie" an. Hier gibt es nämlich keine Gegenerschaft, und bei uns beiden, die, so denke ich darüber, in diesem Punkt hier und insbesondere in der funktionalen Anwendung Ihres Beitrags extrem nahe beieinander liegen, schon gar nicht. Ich entschuldige mich auch für das provokante "NEIN", mit dem ich meine Antwort eingeleitet hatte. Das war nicht sehr geschickt von mir. Es war einfach schon sehr spät. O.K.?

P.S. dankefür die Info bzgl. Heinrich heine, das hatte ich noch nicht auf dem Schirm
von PressefreiheitistVerantwortung | #46-3

Ich habe die Sache eher psycholinguistisch betrachtet und wegen der Anapher und des Parallelismus etc und der Verwendungssituation das Entleihen und Umändern unter dem Autoritätsaspekt von Marx auf Lenin konstatiert. Dazu gibt es - meine ich - auch Untersuchungen. Jetzt müsste man natürlich noch den russischen Orginaltext zur Überprüfung haben und verstehen können, ob Lenin wirklich "abgekupfert" und geschickt den Wortlaut marginal verändert (mit großem semantischen Unterschied!), oder nur die Metapher als solche benutzt hat, ähnlich, wie nach Ihrer Darstellung die Heinesche Metapher den Anstoß für Marx gegeben hat. Frohe Weihnachten.

26.12.2012
12:52
Zollitsch gibt Fernsehen Mitschuld an Gewalt und Amokläufen
von EduardM | #45

Ich gebe der katholischen Kirche ebenfalls Mitschuld, Intoleranz gegenüber Andersdenkenden, der Umgang der Priester mit den Kindern, auch das sind Ursachen der Gewalt.

26.12.2012
12:39
@ 40 Pardon, wenn sie es meinen, aber dieses stammt von W.I.. Lenin
von Neutraler-100 | #44

Zitat aus eine Anthologie. Berlin 1958,
http://www.vulture-bookz.de/marx/archive/quellen/LeninOpium_fuer_das_Volk.html

Die Ohnmacht des Ausgebeuteten im Kampf gegen die Ausbeuter läßt ebenso unvermeidlich den Glauben an ein besseres Leben im Jenseits aufkommen, wie die Ohnmacht des Wilden im Kampf gegen die Naturgewalten den Götter-, Teufel-, Wunderglauben usw. aufkommen ließ. Wer sein Leben lang schafft und darbt, den lehrt die Religion Demut und Geduld im irdischen Leben und vertröstet ihn auf den himmlischen Lohn.Wer aber von fremder Hände Arbeit lebt, den lehrt die Religion Wohltätigkeit hienieden; sie bietet ihm eine wohlfeile Rechtfertigung für sein Ausbeuterdasein und verkauft zu billigen Preisen Eintrittskarten zur himmlischen Seligkeit. Die Religion ist das Opium für das Volk. Die Religion ist eine Art geistigen Fusels, in dem die Sklaven des Kapitals ihr Menschenantlitz, ihren Anspruch auf ein auch nur halbwegs menschenwürdiges Dasein ersäufen.
Zitat Ende:

26.12.2012
12:31
Ich schrieb bereits mehrfach, dass das Entwerten einer Person nur unter Pubertierenden oder unter Menschen, die in der Moralentwicklung nicht sehr weit gekommen sind, als Beweis für das Widerlegen von Inhalten gilt. Kein erwachsener Mensch denkt so.
von gudelia | #43

Na, damit kommen sie aber in unserem Wertesystem nicht weit.

26.12.2012
11:19
Zollitsch gibt Fernsehen Mitschuld an Gewalt und Amokläufen
von buntspecht2 | #42

Da hat der Herr Erzbischof ja eines erreicht volle Aufmerksamkeit.

26.12.2012
09:45
Hier...
von mspoetnik | #41

...werden ja wieder Fässer aufgemacht.Befassen wir uns einfach mal
mit dem,was obiger Artikel aussagt.Dann stellen wir fest-yau.Die Richtigkeit
einer Aussage hängt nicht davon ab,wer sie vom Stapel lässt.

1 Antwort
Volle Zustimmung, das ist der Tenor in den meisten meiner Beiträge
von PressefreiheitistVerantwortung | #41-1

Frohe Weihnachten

26.12.2012
02:49
Nein, das geht nicht auf lenin zurück
von PressefreiheitistVerantwortung | #40

Das Zitat ist von Marx. Er schrieb: Religion ist das Opium des Volkes.
Das ist ein signifikanter Unterschied.
Heute würde er schreiben:
Die Massenmedien sind das Opium des Volkes. Jede Wette. Und er hätte damit Herrn Zollitsch zum Freund.
Lenin hat es uminterpretiert und den Massen damit die Verantwortung für ihr devotes handeln genommen.

Aus dem Ressort
Kurden drängen IS wieder ab
Konflikte
Kurdische Kämpfer drängen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mit Unterstützung internationaler Luftschläge in der syrischen Stadt Kobane wieder zurück.
Iranerin trotz weltweiter Proteste wegen Mordes hingerichtet
Justiz
Die Iranerin Rejhaneh Dschabbari hat nach eigenen Angaben vor sieben Jahren ihren Vergewaltiger mit einem Messer getötet: Jetzt ist die 26-Jährige wegen Mordes hingerichtet worden.
Was die Revier-Schüler über Honecker und die DDR wissen
Mauerfall
Wer heute zur Schule geht, kennt die Mauer nur noch aus Erzählungen. Der Osten ist vielen Jugendlichen fremd, Kenntnisse über die DDR sind gering. Was wissen die nordrhein-westfälische Schüler eigentlich über den anderen Teil Deutschlands? Einer Studie zufolge: wenig.
Verfassungsschutz sieht starkes Wachstum der Salafistenszene
Extremismus
Mehr als 6300 vorwiegend junge Menschen haben sich nach Einschätzung des Verfassungsschutzes bereits der Salafistenszene angeschlossen. Und es werden immer mehr, sagt Verfassungsschutzchef Maaßen. Gemeinsam seien den meisten vier "M's".
Polizei: Axt-Attacke in New York war "Terroranschlag"
Kriminalität
Ein Axt-Angriff auf zwei Polizisten in New York war nach Angaben von Polizeipräsident Bill Bratton ein "Terroranschlag".
Umfrage
Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?

Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?