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Libyen

Zeugen berichten in Libyen von Vergewaltigungen und Entführungen

28.03.2011 | 18:05 Uhr
Zeugen berichten in Libyen von Vergewaltigungen und Entführungen
Libysche Rebellen feiern die Eroberung der Stadt Ajdabiya. Foto: imago

Madrid.   Libysche Rebellen wollen Gaddafis Heimatstadt Sirte einnehmen. Die Widerstandskämpfer erzählen von Gräueltaten der Gaddafi-Truppen. Von Vergewaltigungen und Hinrichtungen ist die Rede. Der Diktator wirft indes der Nato vor, Zivlisten zu töten.

Die Truppen des libyschen Diktators Muammar Gaddafi müssen sich immer weiter zurückziehen. Gaddafis Soldaten hinterlassen aber verbrannte Erde.

Berichte über Vergewaltigungen, Entführungen und Hinrichtungen von Regimegegnern mehren sich. Am Montag rückten die Oppositionskräfte Richtung Gaddafis Geburtsstadt Sirte vor. Meldungen, dass Sirte eingenommen worden sei, bestätigten sich zunächst nicht.

Ärzte aus der im Osten liegenden Stadt Ajdabiya, die von der Opposition zurückerobert worden war, berichten unterdessen, dass Gaddafis Soldaten Anhängerinnen der Aufständischen offenbar systematisch vergewaltigten. Viele Sympathisanten der Opposition seien verschleppt worden und seitdem spurlos verschwunden. In ganz Libyen seien „Tausende von Zivilisten“ gekidnappt worden, beklagt auch die libysche Gegenregierung in Bengasi.

Kampf um Libyen

„Wir werden alle Frauen, die auf Seiten der Opposition sind, holen und vergewaltigen“, drohten Gaddafis Militärs, die Ajdabiya eine Woche lang belagert hatten. Ein Arzt berichtete im arabischen TV- Sender Al Dschasira, dass Gaddafis Schergen sexuellen Missbrauch als Waffe gegen die weibliche Bevölkerung einsetzten. Er habe sogar Viagra-Pillen in den Taschen toter Gaddafi-Soldaten gefunden.

Der Chirurg Suleiman Refadi aus Ajdabiya beklagte in Al Dschasira, dass Gaddafis Einheiten Ärzte beschießen und kidnappen. Drei Kollegen seien verschleppt worden, als sie mit einem Krankenwagen Verletzte auf der Straße bergen wollten. Mediziner aus anderen Orten berichteten, dass Verletzte gleich auf der Straße oder in Krankenhäusern von Gaddafis Soldaten erschossen wurden. Zudem werden Hospitäler immer wieder unter Feuer genommen.

Revolte in Libyen

Die Horrorberichte decken sich mit Zeugenangaben aus Städten, in denen Gaddafis Truppen die Kontrolle haben: Häuser werden durchsucht, Oppositionelle verschleppt, Leichen zur Abschreckung auf die Straßen geworfen. Viele werden in Massengräbern verscharrt. Eine Arbeitsgruppe der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, befürchtet, dass Hunderte verschleppt wurden.

Ralph Schulze

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Kommentare
28.03.2011
23:14
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von Stefan2 | #6

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28.03.2011
21:12
Zeugen berichten in Libyen von Vergewaltigungen und Entführungen
von 2010sdafrika | #5

Viele Libyer glauben, dass Gaddafi nicht ein normaler Mensch sei, sondern in gewisser Weise ein Herrscher, dem das Land und Volk gehören würden. Dieser Irrglaube, bedingt durch die jahrzehntelange Propaganda im Lande, wird fallen, wenn die Heimatstadt Gaddafis, nämlich Sirte, in die Hände der Aufständischen fällt. Der Sieg ist möglich: http://2010sdafrika.wordpress.com/2011/01/16/burgerkrieg-droht-in-tunesien-lybiens-blogger-mobilisieren-volk/.

28.03.2011
20:48
Zeugen berichten in Libyen von Vergewaltigungen und Entführungen
von Kakofonie | #4

@ Dieser Diktator ist zwar ein Monster. Hat aber bis zur Rebellion die Rechte der Frauen geachtet und für Arbeitsplätze gesorgt. Außerdem hat er Europa noch vor dem Zuzug der Wüstensöhne beschützt. Wer nach ihm regiert, kann noch so laut Demokratie rufen, dass Verständnis dafür ist ganz, ganz anders.

28.03.2011
20:34
Zeugen berichten in Libyen von Vergewaltigungen und Entführungen
von Matamba | #3

Bereits vor Wochen hat die Zeitung mit den 4 Buchstaben über solche schrecklichen Taten berichtet. Sämtliche Sanktionen hatten bis dahin nicht gefruchtet. Und dennoch stimmte unsere Bundesregierung nicht für eine Flugverbotszone. Und wie wir nun wissen, waren auch noch lange nicht alle Möglichkeiten eines Embargos ausgeschöpft. Oder anders ausgedrückt -Herr Westerwelle geht auch mit einem Menschenschlächter ins Bett, wenn die Bezahlung stimmt. Anders kann man den Schmusekurs, den Westerwelle mit diesem Diktator fährt,nicht ausdrücken. Aber zum Glück müssen wir ihn, Westerwelle, nicht mehr lange ertragen - wenn es so weiter geht, ist die FDP bald in keiner Regierung mehr vorhanden.

28.03.2011
19:44
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von gerdg | #2

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28.03.2011
19:40
Zeugen berichten in Libyen von Vergewaltigungen und Entführungen
von holmark | #1

Soldaten sind doch so richtig liebenswerte Menschen... ;o)

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